Leitender Pathologe des Klinikums Lüdenscheid: Statistik der COVID-19 Todesfälle ist „riesige Katastrophe“

Von 15. April 2020 Aktualisiert: 15. April 2020 20:55
Zurzeit gilt in Deutschland jeder Tote mit positivem Nasen-Rachen-Abstrich als COVID-19-Todesopfer. Für den Pathologen Professor Dr. Friemann ist daher die Statistik über die Todesfälle von COVID-19-Infizierten in Deutschland eine „riesige Katastrophe“.

„Es gibt nicht ‚den‘ Corona-Toten, wie es die Statistik suggeriert“, sagte kürzlich der Direktor des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Eppendorf. Dieser Ansicht schließt sich auch Professor Dr. Johannes Friemann, leitender Pathologe des Klinikums Lüdenscheid und Mitglied des Bundesverbandes Deutscher Pathologen, an.

Um die tatsächliche Todesursache zu verstehen, seien Obduktionen der verstorbenen Infizierten notwendig. Durch sorgfältige Obduktionen könne man laut Dr. Friemann auch lernen, wie man die Lebenden besser therapiert.

Wir sprechen zwar über COVID-Tote, und das ist auch nicht ganz falsch. Aber durch COVID wird möglicherweise ein aus anderen Gründen bereits drohender Tod vorverlegt“, sagt Dr. Friemann im Interview mit der „Welt“.

Die aktuelle Statistik der Todesursachen in Deutschland sei für den Pathologen eine „riesige Katastrophe“, weil die meisten Verstorbenen nicht obduziert werden. Zurzeit gilt in Deutschland jeder Tote mit positivem Nasen-Rachen-Abstrich als COVID-19-Todesopfer.

Obduktionen notwendig, um Risikogruppen zu definieren

Während Lungenversagen bei dem Tod eines COVID-19-Patienten im Vordergrund stehe, gebe es meist auch zusätzliche Vorerkrankungen. Wenn dann noch eine Virusinfektion hinzukomme, werde die Situation lebensbedrohlich.

Als besonders gefährdete Gruppen nennt er Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen, Dialyse-Patienten sowie Menschen mit schweren Herz- oder Lebererkrankungen.

Um Krankheitsverläufe vorherzusagen und rechtzeitig die richtigen Schritte einleiten zu können, sei es notwendig, die wirkliche Ursache zu finden und den zeitlichen Ablauf zu verstehen. Dazu muss man laut Dr. Friemann wissen: „Was ist wesentlich für den Tod verantwortlich gewesen? Als Pathologen sehen wir am Obduktionstisch das ‚gelebte Leben‘ der Organe und ihrer oft über viele Jahre hinweg entwickelten und fortgeschrittenen Erkrankungen in Form ihrer morphologisch fassbaren Gestaltveränderungen. Wir lesen darin wie in einem Buch.“

Viele Vorerkrankungen blieben unentdeckt. Daher stimmt oftmals die Todesursache auf den Totenscheinen – nicht nur bei COVID-19 Patienten – nicht mit der tatsächlichen Todesursache überein. Das liege aber nicht an der mangelnden Sorgfalt des ausfüllenden Arztes, sondern an fehlenden Angaben zur Krankenvorgeschichte oder an komplizierten, auch mit modernen Untersuchungsmethoden zu Lebzeiten nicht erkannten Erkrankungen.

Auch bei jungen Todesopfern Vorerkrankung wahrscheinlich

Obwohl die meisten Todesopfer in Verbindung mit COVID-19 über 65 Jahre alt sind, gibt es auch Berichte über junge Todesopfer.

Dr. Friemann geht besonders bei jungen Verstorbenen von einer Vorerkrankung aus. Diese könnte sich noch nicht durch Symptome gezeigt haben. Mögliche Beispiele seien ein angeborener Herzfehler oder andere Erkrankungen, die zu Lebzeiten nicht ausgebrochen seien und dennoch negative Auswirkungen auf den Verlauf der Virusinfektion haben.

Deshalb sei es vor allem bei jungen COVID-19-Opfern notwendig, eine Obduktion durchzuführen. Es sei laut Dr. Friemann auch wichtig für die hinterbliebene Familie, die genaue Ursache des Todes zu erfahren.

Obduktion zeigt innere Wunde bei COVID-19 Todesfällen

In Italien und England zeigten Obduktionen bei verstorbenen COVID-19-Patienten eine sogenannte Schocklunge. Dabei werden die Gefäße der Lunge undicht, weshalb Wasser in die kleinen Lungenbläschen gelange. Dies führe schlussendlich zu akutem Lungenversagen und sei laut Friemann eine innere Wunde.

Diese sei nicht spezifisch für das neuartige Virus und bereits von anderen tödlich verlaufenden Erkrankungen bekannt. Allerdings sei es laut Dr. Friemann wichtig zu wissen, wann die Schocklunge begonnen hat. Es könnte die Therapie verändern, zu wissen, ob die Lungenveränderungen beispielsweise drei Tage vor dem Tod des Patienten oder möglicherweise länger bestanden habe.

Durch genaue Obduktionen ließe sich abschätzen, wie man zukünftige Patienten behandele.  Dadurch haben Ärzte Vergleichswerte, ob sie früher mit einer Therapie anfangen müssen oder Patienten bereits zu einem früheren Zeitpunkt auf die Intensivstation verlegen müssen, um einen fatalen Verlauf zu verhindern.

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