Der ehemalige SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz spricht in Berlin.Foto: Britta Pedersen/dpa

„Martin verspricht ganz klar, dass er gegen Andrea antreten wird – er hat nichts mehr zu verlieren“

Epoch Times26. Mai 2019 Aktualisiert: 26. Mai 2019 10:55
Martin Schulz hat offenbar Vertrauten aus der Bundestagsfraktion zugesagt, bei der anstehenden Vorstandswahl in der SPD-Fraktion gegen die Vorsitzende Nahles anzutreten.

Der ehemalige SPD-Parteichef Martin Schulz hat nach einem Bericht der „Bild am Sonntag“ Vertrauten aus der Bundestagsfraktion zugesagt, bei der anstehenden Vorstandswahl in der SPD-Fraktion gegen die Vorsitzende Andrea Nahles anzutreten.

Das Blatt zitierte einen namentlich nicht genannten Abgeordneten mit den Worten:

Martin verspricht ganz klar, dass er gegen Andrea antreten wird. Er hat nichts mehr zu verlieren. Seine Alternative wäre, bis zum Ende der Legislatur Hinterbänkler zu bleiben und dann in Rente zu gehen.“

Eine Sprecherin der SPD-Fraktion wollte den Bericht am Samstagabend nicht kommentieren.

Neben einem Machtverlust in Bremen droht der SPD auch bei der Europawahl an diesem Sonntag ein Rekordergebnis im negativen Sinne. Erstmals könnte sie bei einer bundesweiten Wahl unter die 20-Prozent-Marke fallen, wenn es ganz schlecht läuft sogar unter 15 Prozent. Dies nagt am Rückhalt von Andrea Nahles, die auch Parteichefin ist.

Am Freitag vergangener Woche hatten sich Nahles und Schulz laut „Bild am Sonntag“ getroffen. Dabei seien auch die SPD-internen Gerüchte angesprochen worden, dass Schulz den Posten der Fraktionschefin wolle.

Vehement bestritten wird dem Bericht zufolge aus dem Schulz-Lager, dass es bei dem Gespräch mit Nahles den Vorschlag gegeben habe, sie könne als Kompensation für den Verlust des Fraktionsvorsitzes wieder das Arbeitsministerium übernehmen und zusätzlich Vizekanzlerin werden. Die Zeitung zitierte einen Vertrauten von Schulz mit den Worten:

Es gibt kein Gegengeschäft. Die Zeit von Angeboten an Andrea Nahles ist vorbei.“

Bereits seit Tagen hatte es aus Kreisen der Abgeordneten geheißen, die Unzufriedenheit in Teilen der Fraktion sei groß. Regulär muss sich Nahles im September in der Fraktion zur Wiederwahl stellen. Im Dezember soll auf einem Parteitag die Parteispitze neu gewählt werden. (dpa)

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