Missverständliche Edeka-Werbung mit: „Essen hat einen Preis verdient. Den niedrigsten“ führt zu Protesten

Epoch Times27. Januar 2020 Aktualisiert: 27. Januar 2020 16:28
Angesichts einer zunehmenden Debatte um die Angemessenheit von Lebensmittelpreisen, Qualitätsstandards und angemessener Bezahlung für landwirtschaftliche Produkte, löste eine regionale Werbung der "EDEKA"-Kette, Proteste bei Bauern aus dem Raum Hannover aus. Bundesweit reagierten Verbände und auch Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Wie sensibel das Thema Lebensmittelpreise inzwischen für die Landwirte geworden ist, bekam die Supermarktkette EDEKA zu spüren. Als diese anlässlich des Jubiläums ihrer Niederlassung im niedersächsischen Ort Essen ein Plakat für ihre Werbung benutzte in dem das Wort „Essen“ potenziell doppeldeutig verwendet wurde, löste das ein bundesweites Echo aus. Aufgebrachte Landwirte blockierten zeitweilig den Zugang zu einem Lager der Supermarktkette. Vertreter verschiedener Organisationen und Verbände, sowie Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner äußerten sich zu dem Vorfall.

Mit einer missverständlichen Werbung hatte die Supermarktkette Edeka den Zorn von Landwirten auf sich gezogen. Der Edeka-Regionalverbund Minden-Hannover veröffentlichte anlässlich seines 100-jährigen Bestehens ein Plakat mit Komiker Otto Waalkes in Anzug und Fliege und der Aufschrift „Essen hat einen Preis verdient: den niedrigsten“. Aus Protest gegen die Kampagne blockierten Bauern in der Nacht zum Montag die Zufahrt zu einem Edeka-Großlager in Niedersachsen.

Wie die Polizei im Kurzbotschaftendienst Twitter mitteilte, demonstrierten die Landwirte auf den Zufahrtsstraßen zum Edeka-Lager im niedersächsischen Wiefelstede nahe Oldenburg. Rund 200 Fahrzeuge waren demnach daran beteiligt und sorgten über Stunden für Verkehrsbehinderungen.

Auch der NDR veröffentlichte entsprechende nachrichten auf Twiter:

Äußerungen von Verbänden und der Ministerin

„Wir haben kein Verständnis dafür, dass Edeka zu seinem Jubiläum nichts anderes als der ’niedrigste Preis‘ einfällt“, kritisierte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, die Werbekampagne des Edeka-Regionalverbunds. Die Werbung ziele darauf ab, dass „hochwertige Lebensmittel verramscht werden“. So werde jedoch keine Wertschätzung für Lebensmittel erzeugt.

Auch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) äußerte Verständnis für den Ärger der Bauern. „Dass gerade Lebensmittel immer wieder für Lockangebote und für Dumpingpreise herhalten müssen, kann ich beim besten Willen nicht mehr nachvollziehen“, kritisierte Klöckner. Letztlich müssten immer die Erzeuger Tiefstpreise ausbaden.

Der Edeka-Verbund Minden-Hannover sprach dagegen von einem Missverständnis. Ziel der Kampagne sei es gewesen, die Ortschaften im Absatzgebiet einzeln anzusprechen, teilte das Unternehmen mit. Bei dem kritisierten Plakat sei die niedersächsische Gemeinde Essen gemeint gewesen – „und nicht Essen im Sinne von Lebensmitteln“.

Zudem gingen die angekündigten Preisreduzierungen nicht zu Lasten der Landwirte, sondern würden vom Großhandel getragen, erklärte der Edeka-Regionalverbund. Die missverständlichen Plakate wurden demnach „nach den ersten Hinweisen umgehend entfernt“.(afp/al)

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