„Nicht den Gemeinschaftsstandards entsprochen“: Facebook löscht zehntausende Konten vor Bundestagswahl

Epoch Times23. August 2017 Aktualisiert: 23. August 2017 21:47
Facebook hat im Vorfeld der Bundestagswahl zehntausende Konten gelöscht, die im Verdacht stehen, Falschinformationen oder irreführende Inhalte zu verbreiten.

Facebook hat im Vorfeld der Bundestagswahl zehntausende Konten gelöscht, die im Verdacht stehen, Falschinformationen oder irreführende Inhalte zu verbreiten. Das teilte das Unternehmen in Berlin mit. Ähnliche Aktionen hatte das weltgrößte soziale Netzwerk auch im Vorfeld der Parlamentswahlen in Großbritannien und der Präsidentschaftswahl in Frankreich unternommen. Die Löschaktionen beruhen auf einer internen Richtlinie, die im April 2017 veröffentlicht worden war.

Die Systeme würden erkennen, wenn identische Inhalte wiederholt gepostet würden oder eine erhöhte Zahl an Nachrichten verschickt werde, berichtet der MDR. Das erlaube es dem Unternehmen zudem, „die Verbreitung nicht authentischer Inhalte zu reduzieren – darunter Spam, Falschinformationen oder andere irreführende Inhalte, wie sie häufig von Personen verbreitet werden, die gefälschte Accounts betreiben.“

Diese Richtlinie sehe auch eine engere Zusammenarbeit von Facebook mit dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik vor. Außerdem seien Parteien und Wahlkandidaten auf Sicherheitsrisiken hingewiesen und mit konkreten Sicherheitshinweisen versorgt worden.

Unabhängige Medien berichten, dass mit der Facebook-Löschagenda keinesfalls „Fake-News“ verhindert werden sollen, sondern dass jene „kaltgestellt“ werden sollen, die sich kritisch politisch äußern und auf diese Weise „Misstrauen gegenüber den politischen Institutionen“ schüren, (vgl. dazu S.8 und 11 der Richtlinie)

Die bekannte regierungskritische Bloggerin Ines Laufer sei hier nur als Beispiel genannt. Sie wurde gestern erneut für 30 Tage auf Facebook gesperrt.

Foto: privat

Kurz vor ihrer eigenen Sperrung hatte Ines Laufer die willkürlichen Sperren verschiedener Facebook-Nutzer aufgelistet und dokumentiert.

Als Beleg für die Löschung kluger und sachlicher Beiträge lud sie als Kommentar kürzlich den Screenshot eines Beitrages der feministischen Islamkritikerin Madlen Nimz hoch, für den diese nach dem Terror-Anschlag in Barcelona ebenfalls gesperrt wurde. Das führte letztendlich auch zu Laufers Sperre. Als auffällig erweist sich, dass es vor allem islamkritische Äußerungen sind, die geahndet werden.

Weitere Opfer immer wiederkehrender Facebooksperren sind unter anderem so kluge Köpfe wie der Philosoph und Autor Jürgen Fritz sowie die Rechtsanwältin Karoline Seibt.

Foto: Jürgen Fritz privat

Foto: Karoline Seibt privat

Im Herbst eröffnet Facebook ein zweites Löschzentrum in Deutschland. Dies geschehe in Reaktion auf das Netzwerkdurchsetzungsgesetz, das der Bundestag noch kurz vor Ende der Legislaturperiode beschlossen hat.

(dpa/mcd)

Mehr zum Thema:

Rechtsanwältin Karoline Seibt kritisiert antisemitischen Islamisten und wird auf Facebook gesperrt

Mundtot gemacht: Kritische Blogger und Aktivisten werden zunehmend wirtschaftlichem Druck ausgesetzt

Vierte Facebook-Sperre für Jürgen Fritz in elfeinhalb Wochen


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion