NRW führt Maskenpflicht im Unterricht ein – Berlin, Hamburg, Meck-Pom Maske nur außerhalb vom Klassenraum

Epoch Times3. August 2020 Aktualisiert: 3. August 2020 17:32

Zum Start des neuen Schuljahres planen weitere Bundesländer eine Maskenpflicht an Schulen. Während in den anderen Bundesländern nur außerhalb des Unterrichts eine Maskenpflicht bestehen soll, soll in Nordrhein-Westfalen zum Schulstart am 12. August eine strenge Maskenpflicht eingeführt werden, die auch für den Unterricht gilt. Demzufolge soll für alle Stufen, ausgenommen die Primarstufen, auch im Unterricht eine Maskenpflicht gelten, sagte NRW-Schulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Montagmittag in Düsseldorf. Für Lehrer gilt die Maskenpflicht im Unterricht demnach ebenfalls, sollten sie den empfohlenen Mindestabstand von 1,5 Metern nicht einhalten können.

In Prüfungssituationen sind Ausnahmen möglich

Zum Beispiel in Prüfungssituationen sind laut Gebauer Ausnahmen möglich. „In diesen Fällen ist jedoch die Einhaltung der Abstandregelung zu beachten“, sagte sie. Auch medizinische Gründe können die Grundlage für Ausnahmeregelungen sein. Die Maßnahme ist zunächst bis zum 31. August befristet.

Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsministerin Bettina Martin (SPD) plädierte am ersten Schultag nach den Sommerferien in ihrem Bundesland dafür, mit einer solchen Pflicht „auf Nummer sicher“ zu gehen. Auch Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) kündigte am Montag an, an weiterführenden Schulen eine Maskenpflicht allerdings außerhalb des Unterrichts einzuführen.

Martin sagte am Montag im Norddeutschen Rundfunk (NDR), sie werde dem Kabinett vorschlagen, „dass wir doch auf Nummer sicher gehen“ und außerhalb der Klassenräume eine Maskenpflicht einführen. Bisher hätten die Gesundheitsexperten zwar nicht zu einer solchen Pflicht geraten, sagte die SPD-Politikerin. Sie halte es aber angesichts der bundesweiten Entwicklungen der vergangenen Tage für notwendig, darüber noch einmal zu sprechen.

Montag war Schulstart in Mecklenburg-Vorpommern

Mecklenburg-Vorpommern war am Montag das erste Bundesland, in dem die Schule nach den Sommerferien wieder begann. Dort werden mehrere Jahrgangsstufen zu sogenannten definierten Gruppen zusammengeschlossen, meistens sind das zwei Jahrgänge. Die festen Gruppen könnten dabei helfen, etwaige Infektionsketten leichter nachzuverfolgen.

Der Hamburger Schulsenator Rabe sagte im NDR, die Maskenpflicht gelte dort in den Pausen und bei sämtlichen Wegen auf dem Schulgelände. Erst wenn sich alle Schüler und Lehrer zum Unterricht auf ihre Plätze begeben hätten, dürften die Masken abgenommen werden. In der Hansestadt enden die Sommerferien am Donnerstag.

Seine Behörde habe sich über das Wochenende mit führenden Verbänden und Experten abgestimmt, sagte der Senator. Diese seien zu der Einschätzung gekommen, dass eine Maskenpflicht für Schüler und Bedienstete an Schulen zum Schutz gegen mögliche Übertragungen des Wuhan-Virus sinnvoll sei. Grundschulen seien aber ausgenommen. In Hamburg wird mit dem neuen Schuljahr wieder normal unterrichtet. Schüler dürfen dabei aber nur Kontakte innerhalb ihres eigenen Jahrgangs haben.

Berlin: Keine Maskenpflicht im Unterricht

Unter anderem in Berlin soll ebenfalls eine Maskenpflicht in Schulen gelten, wobei Unterricht davon ausgenommen ist. Auch in Baden-Württemberg und Bayern soll nach den Ferien Maskenpflicht herrschen. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich für eine Maskenpflicht in den Schulgebäuden ausgesprochen.

Zum Start des neuen Schuljahres erklärte die FDP-Politikerin Katja Suding, es sei „wichtig, dass das neue Schuljahr im Regelbetrieb stattfindet“, wie in Mecklenburg-Vorpommern. „Weiterer Unterrichtsausfall hätte massive Konsequenzen für die Bildungschancen mehrerer Generationen“, mahnte die Bundestagsvizefraktionschefin.

Dagegen plädierte die Linken-Chefin Katja Kipping für eine stärkere Entzerrung an den Schulen. „Die Politik hätte jetzt viel mehr die Sommerzeit nutzen müssen, um zu schauen, gibt es zusätzliche Räumlichkeiten, die man akquirieren kann?“, sagte Kipping im Sender RTL/ntv. Sie sprach sich jedoch für den Fall eines Corona-Ausbruchs gegen Schließungen ganzer Schulen und für die Bildung von Teams aus. (afp/dts)

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