Die sächsische Hauptstadt DresdenFoto: Sean Gallup/Getty Images

TBC im Sozialamt Dresden: Mitarbeiterinnen durch Asylbewerber infiziert

Epoch Times10. November 2015 Aktualisiert: 10. November 2015 12:20
Das war eine turbulente Personalsitzung, die da in der letzten Woche im Dresdner Congress Center stattfand. Jetzt ist es offiziell: Zwei Mitarbeiterinnen des Sozialamtes sind an Tuberkulose erkrankt. Sie hatten sich bereits Ende 2013 bei einem Asylbewerber angesteckt. Zwei weitere Fälle wurden in jüngster Zeit gemeldet.

Die Infektion der Mitarbeiterinnen des Sozialamtes in der Junghansstraße erfolgte offenbar durch einen an offener TBC erkrankten Asylbewerber, mit dem die zwei Frauen Ende 2013 zu tun hatten. Sie arbeiteten im Sachgebiet Ausländer/Aussiedler und hatten keinen wissentlichen privaten Kontakt zu infizierten Personen.

Wiederholt Fälle von offener TBC im Amt

Erst vor einigen Wochen war erneut ein TBC-erkrankter Asylbewerber im Sozialamt gewesen. Er wurde von der Landesdirektion Sachsen ohne die obligatorische Erstuntersuchung zugewiesen, kritisierte die Stadtverwaltung. Wie Radio Dresden meldete, war auch im Jugendamt ein erkrankter junger Migrant mit diese hochansteckenden Lungenkrankheit vorstellig. Das wurde dem Sender von der Stadt bestätigt. Die Stadtverwaltung hatte die Untersuchungen mehrmals mit Nachdruck bei der Landesdirektion eingefordert. Doch werde immer wieder entgegen der Zusage gehandelt, keine Migranten ohne vorheriger Erstuntersuchung zuzuweisen.

Exklusiv: Zwei Mitarbeiterinnen im Sozialamt an TBC erkrankt. Die Stadtverwaltung kritisiert die Landesdirektion!

Posted by Radio Dresden on Montag, 9. November 2015

Ungenaue Analyse als Schlupfloch

Allerdings stellte sich später heraus, dass der Mann im Sozialamt sehr wohl eine Erstuntersuchung erhalten hatte und sogar als Verdachtsfall für TBC eingestuft wurde. Die anschließende Untersuchung im Fachkrankenhaus Coswig ergab jedoch zunächst Entwarnung und der Asylbewerber wurde zum Sozialamt geschickt. Erst bei einer weiteren, genaueren Analyse seiner Probe, wurde dann tatsächlich TBC festgestellt.

Die Zahl der entdeckten Fälle dürfte allerdings naturgemäß unter der tatsächlichen liegen, zumal man bei herbstlichem Wetter und Grippezeiten kaum unterscheiden kann, welchen Gesamterkrankungen Menschen mit Husten und Schnupfen unterliegen. Das Sozialamt ist durch die anhaltenden Ströme von Asylbewerbern bis an die Kapazitätsgrenzen ausgelastet. Er werde nach Lösungsmöglichkeiten gesucht. Zur Not seien Mundschutz und Desinfektionsmittel vorrätig, so das Radio. Auch wurden die Mitarbeiter unterrichtet, ihren Impfstatus zu prüfen. Allerdings gebe es keinen wirksamen Impfstoff gegen TBC, man könne sich nur an bestimmte Hygienevorschriften halten. 

Erste Reaktionen auf den Dresdner Fall

Die aktuellen TBC-Fälle werden nun vom Sozialministerium überprüft. Dies hatte Sachsens Innenminister Markus Ulbig am Montag initiiert. Die Landesdirektion ändert bereits ihre Abläufe zur medizinischen Untersuchung der Migranten. Bei unklaren Fällen werde man die genaue Analyse abwarten, bevor die Asylbewerber den Kommunen zugeteilt werden würden. Bis dahin würden sie mit Mundschutz in ihren Erstaufnahmeeinrichtungen verbleiben, hieß es.

Tuberkulose (TBC, Morbus Koch), früher auch als Schwindsucht und umgangssprachlich "die Motten" genannt, führt die TopTen der weltweiten Statistik an tödlichen Infektionskrankheiten an. Der Erreger, Mycobacterium tuberculosis wurde 1882 von Robert Koch entdeckt. Nur fünf bis zehn Prozent der Infizierten erkranken tatsächlich im Laufe ihres Lebens an Tuberkulose. Zumeist wird die Krankheit über Tröpfcheninfektion (z.B. Husten)mit dem Erreger über die Luft weitergegeben. (sm)

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