Markus Söder.Foto: MICHAEL KAPPELER/POOL/AFP via Getty Images

„Impfpflicht wird die Spaltung der Gesellschaft überwinden“

Epoch Times25. Dezember 2021 Aktualisiert: 25. Dezember 2021 23:26

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) verspricht sich von einer Impfpflicht eine positive Wirkung auf die Gesellschaft. „Eine Impfpflicht wird die Spaltung der Gesellschaft eher überwinden als vertiefen – davon bin ich überzeugt“, sagte der CSU-Chef der „Welt am Sonntag“. Einerseits würden „Vorurteile überwunden“. Andererseits würden viele Menschen „feststellen, dass es nicht so schlimm ist, sich impfen zu lassen – sondern im Gegenteil sogar schützt und Freiheit gibt“.

Besorgt äußerte sich Söder über den derzeitigen Zustand der Gesellschaft. „Das Land ist in vielerlei Hinsicht gespalten“, sagte er. „In der ersten Welle gab es kein politisches Hickhack, sondern ein Bewusstsein aller Parteien für das Gemeinwohl – es gab auch eine einheitlichere mediale Beurteilung, die die Bevölkerung zum Mitmachen animierte.“

Heute gebe es eine extreme politische Instrumentalisierung des Themas, sagte Söder in dem Interview. „Das haben wir alle in der Dimension so nicht gesehen“, räumte der bayerische Ministerpräsident ein. Er selbst habe „die Bereitschaft, sich impfen zu lassen, überschätzt und den Glauben an Verschwörungstheorien unterschätzt“.

Angesichts der befürchteten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus forderte Söder eine neue Strategie. „Die aktuell gültigen Quarantäneregeln bedürfen mit Blick auf eine mögliche explosionsartige Verbreitung von Omikron einer Überarbeitung – wir können nicht das ganze Land in Quarantäne schicken“, sagte er. Das Robert-Koch-Institut müsse dazu einen Vorschlag vorlegen.

Nötig sei „überall eine umfassende Maskenpflicht mit FFP2“. Er erhoffe sich von den Experten und Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zudem eine Klärung, wie es mit den Genesenen weitergehen soll. „Wann sollen sie geboostert werden, wann braucht es keine Quarantäne?“ Es gebe derzeit „noch viele Fragen und zu wenige Antworten“. (afp/oz)



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