SPD – Ergebnisse: Stichwahl nötig – Olaf Scholz und Klara Geywitz knapp mit 22,7 Prozent vorn

Epoch Times26. Oktober 2019 Aktualisiert: 26. Oktober 2019 20:46
Ein besonderes Wochenende für die SPD: Das Warten auf das Wahlergebnis hat ein Ende. Im Willy-Brandt-Haus siegte das Team Olaf Scholz / Klara Geywitz vor dem Team Norbert Walter-Borjans / Saskia Esken. Eine Stichwahl wird notwendig.

18:20 Uhr: Kanzlerkandidatur für Olaf Scholz gesichert?

Im Online-Voting und der Befragung per Briefwahl kam es zu folgenden Ergebnissen:

1. Team Olaf Scholz / Klara Geywitz – 48.473 Stimmen, 22,68 Prozent

2. Team Norbert Walter-Borjans / Saskia Esken – ca. 46.000 Stimmen, 21,04 Prozent

3. Team Michael Roth / Christiana Kampmann – 34.793 Stimmen, 16,28 Prozent

4. Team Karl Lauterbach / Nina Scheer – 31.271 Stimme, 14,63 Prozent

5. Team Boris Pistorius / Petra Köpping – 31.230 Stimmen, 14,61 Prozent

6. Team Ralf Stegner / Gesine Schwan – 20.583 Stimmen, 9,63 Prozent

Die Wahlbeteiligung lag bei 53,28 Prozent, wie der Vorsitzende der Zählkommission, Dietmar Nietan verkündete. Von den 226.775 in der ersten Runde abgegebenen Stimmen waren 213.693 Stimmen gültig. Darunter waren 2376 Enthaltungen.

Damit kommt es zu einer Stichwahl zwischen den ersten beiden Teams. Rund 430.000 SPD-Mitglieder nahmen an der Befragung teil; die Stichwahl findet vom 19. bis 29. November statt.

16:10 Uhr: Stichwahl erwartet

Acht Bewerber-Teams stellten sich in 23 Regionalkonferenzen der Parteibasis vor und bewarben sich als künftige Partei-Vorsitzenden. Heute um 18 Uhr wird die SPD das Ergebnis der Online-Befragung und der Briefwahl verkünden. Es wird eine Stichwahl zwischen zwei oder drei Teams erwartet.

Die Favoritenrolle hat Olaf Scholz, er tritt mit der brandenburgischen Sozialdemokratin Klara Geywitz an. In Umfragen liegen sie knapp vor dem Duo des früheren NRW-Finanzministers Norbert Walter-Borjans und der Digitalpolitikerin Saskia Esken. Das dritte Team, welches gut im Rennen ist, besteht aus dem Team Michael Roth (Staatsminister im Auswärtigen Amt) und Christiana Kampmann (ehemalige NRW-Familienministerin).

Hat kein Duo die 50-Prozent-Marke geknackt, folgt vom 19. bis 29. November eine Stichwahl zwischen den Erst- und Zweitplatzierten. Falls sich eins der beiden Teams in der Stichwahl zurückzieht, ist das andere automatisch gewählt.

250 Freiwillige aus ganz Deutschland öffnen derzeit mit speziellen Schlitzmaschinen die Briefwahlunterlagen – pro Stunde 20.000 Briefe. Außerdem muss das Ergebnis der Online-Abstimmung ausgelesen werden.

Wie weiter mit der GroKo?

Fraktionschef Rolf Mützenich sieht Olaf Scholz in der Favoritenrolle. „Ich bin ganz zuversichtlich, dass Olaf Scholz ein gutes Ergebnis bekommen wird und die Stichwahl erreicht“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Mützenich sprach sich für eine Fortsetzung der großen Koalition aus. Auch Scholz gilt als Befürworter des Regierungsbündnisses.

Im Rennen waren außerdem Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius und die sächsische Integrationsministerin Petra Köpping, Parteivize Ralf Stegner und die Chefin der SPD-Grundwertekommission Gesine Schwan sowie Gesundheitsexperte Karl Lauterbach und die Umweltpolitikerin Nina Scheer.

Stichwahl im November möglich

Zwölf Tage lang konnten die rund 430.000 Parteimitglieder sich zwischen sechs Kandidaten-Duos entscheiden, die jeweils aus einer Frau und einem Mann bestehen. Als letztmöglicher Abgabetermin der online und per Brief vorgenommenen Befragung war Freitagabend um Mitternacht festgelegt worden.

Allerdings ist das Mitgliedervotum rechtlich nicht bindend. Laut Parteiengesetz werden Parteivorsitzende stets durch einen Parteitag bestimmt. Somit fällt die Entscheidung formal erst auf dem SPD-Parteitag vom 6. bis 8. Dezember in Berlin. Die bisherige Vorsitzende Andrea Nahles war im Juni zurückgetreten. (afp)

 

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