Trauernde in der Nähe eines Anschlagsortes.Foto: Ana Fernandez/SOPA Images/ZUMA Wire/dpa

Spezialisten warnen: Jeder fünfte Terrorist in der EU war Asylbewerber

Epoch Times1. März 2021 Aktualisiert: 1. März 2021 9:20
Immer wieder wird vor einer bestehenden Gefahr des islamistischen Terrorismus in Europa gewarnt. Ein Terror-Forscher kam unlängst in einer Studie zu dem Ergebnis, dass jeder fünfte islamistische Attentäter als Asylsuchender in die EU eingereist ist.

Bundesregierung, Verfassungsschutz und Terrorismus-Experten warnen immer wieder vor der Anschlagsgefahr durch Islamisten. Nach den Festnahmen islamistischer Terrorverdächtiger in Deutschland und Dänemark Mitte Februar sah Terrorismus-Experte Peter Neumann vom King`s College in London die anhaltende Gefahr durch den Islamismus bestätigt.

Die Festnahmen belegten, „dass es nach wie vor islamistische Bestrebungen gibt und dass man die Gefahr nicht unterschätzen sollte“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.

Der innenpolitische Sprecher der FDP-Bundestagsfraktion, Konstantin Kuhle, sagte dem RND: Neben Anschlagsziel und Zeitpunkt müsse nun genau aufgeklärt werden, wann und wo die Radikalisierung der Festgenommenen stattgefunden habe. Da sich die Personen bereits seit über zwanzig Jahren in Deutschland aufhielten, komme auch eine Radikalisierung hierzulande in Betracht, betonte Kuhle.

„Für die Sicherheitslage in Deutschland ist es wichtig, dass Räume der Radikalisierung konsequent ausgeleuchtet werden.“

Mitte Februar waren drei Brüder aus Syrien festgenommen worden, von denen einer in Hessen und einer in Sachsen-Anhalt wohnte. Die dänischen Behörden nahmen in Zusammenhang mit den Ermittlungen elf weitere Menschen aus dem Umfeld der Brüder fest; dreizehn Personen sitzen dort jetzt in Untersuchungshaft.

Zu den Nationalitäten der Verdächtigen wurde keine Auskunft gegeben. Vorgeworfen wird ihnen die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Konkret soll das Trio im Januar am Ankauf mehrerer Kilogramm Chemikalien in Polen beteiligt gewesen sein, die zur Herstellung von Sprengsätzen dienen können.

Asylbewerber spielen übergeordnete Rolle bei Terrorakten

Der Fall der drei Brüder ist nur einer von zahlreichen Fällen, in denen Asylsuchende Terror-Anschläge verüben wollten, beziehungsweise verübt haben. Eine Untersuchung des Terrorismusforschers Sam Mullins zeigte, dass 19 Prozent der islamistischen Attentäter als Schutzsuchende in die EU kamen. Also jeder fünfte islamistische Terrorakt in der EU wurde von einem Asylbewerber verübt.

Seit 2012 wurden in der Europäischen Union 91 islamistische Anschläge von 132 Attentätern verübt, wovon 25 Asylsuchende waren. In Deutschland wurden 13 Terror-Anschläge von 14 Attentätern verübt, von ihnen waren sieben Asylsuchende. Über die Studie berichtete die „Welt“, sowie die „Tagespost“.

Mullins, der bis 2019 Professor für Terrorismusbekämpfung am Europäischen Instituts für sicherheitspolitische Studien war, will Flüchtlinge und Migranten aber nicht pauschal verurteilen. Im Gespräch mit der „Welt“ betonte er: Obwohl Asylsuchende bei den islamistischen Anschlägen in der EU „überrepräsentiert“ seien, begehe aber nicht einmal „ein Promille“ der Migranten Terrorakte.

Aus seiner Studie geht hervor, dass Terroristen das Asylsystem der EU gut kennen und gezielt ausnutzen. Das betrifft die konkrete Planung und Durchführung von Terrorakten, sowie die Aktivitäten im Vorfeld. Dazu zählen die Verbreitung der radikal muslimischen Ideologie, die Rekrutierung von Attentätern aber auch die Logistik und die Geldbeschaffung.

Ermittlungen und die Strafverfolgung würde sich als schwierig gestalten, so Mullins, da die Verdächtigen meist über einen Rechtsbeistand verfügten, der alle Register zieht.

Große Sicherheitsdefizite in Deutschland

Der Terrorismusforscher betonte auch, dass es in Deutschland große Sicherheitsdefizite gebe. Etwa seien im Jahr 2015 Tausende Migranten nach Europa gereist, und zwar ohne Dokumente und ohne dass ihre Fingerabdrücke abgenommen oder mit Datenbanken abgeglichen worden seien. In Deutschland hätten Syrer, Iraker und Eritreer Asyl beantragen können, indem sie einfach einen Fragebogen ausfüllten.

Über die Struktur der Terroristen meinte der Experte: Europa sei mit einer Bedrohung konfrontiert, die von lose miteinander verbundenen, sich ständig weiterentwickelnden und extrem gefährlichen transnationalen Netzwerken ausgehe.

Da die Bedrohungslage real ist, fordert Mullins mehr Einsatz von der Politik. Es brauche einen globalen Informationsaustausch, um die Identifizierung der Schutzsuchenden in den Hotspots in Griechenland und Italien zu gewährleisten.

Er fordert auch mehr staatliche Programme zur Prävention und Bekämpfung von gewalttätigem Extremismus. Zudem dürfe die islamistische Ideologisierung nicht unter dem Deckmantel der Religionsfreiheit toleriert werden. Eine Rekrutierung möglicher Attentäter beginne nicht mit konkreten Anschlagsplänen, sondern häufig mit Hasspredigten in Moscheen. (so/dts)


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