Touristen besuchen die Hagia Sophia in Istanbul am 26. Juli 2020.Foto: BULENT KILIC/AFP via Getty Images

Türkei verlangt vor Deutschland-Rückreise negativen Corona-Test – Reisewarnung teilweise aufgehoben

Epoch Times4. August 2020 Aktualisiert: 4. August 2020 21:34
Die Türkei wird laut Absprache zwischen der Bundesregierung und der türkischen Regierung von sämtlichen Personen, die aus der Türkei nach Deutschland zurückreisen,  bei der Ausreise die Vorlage eines negativen Corona-Testnachweises verlangen. Dieser darf nicht älter als 48 Stunden sein.

Dies gelte unabhängig davon, in welcher türkischen Provinz sich die Ausreisenden aufgehalten haben und auf welchem Weg sie die Türkei verlassen wollen, hieß es in der Mitteilung. Die Tests sind von den Rückreisenden auf eigene Kosten zu veranlassen, und sollen zwischen 15 und 30 Euro liegen. Die Türkei will zudem die Testzertifikate kontrollieren.

„Positiv Getestete müssen sich in der Türkei in Quarantäne bzw. in ärztliche Behandlung begeben“, heißt es vom Auswärtigen Amt.

Die Bundesregierung will die Lage in der Türkei nach eigenen Angaben fortlaufend prüfen. Die Absprachen mit der türkischen Regierung stehen demnach „unter dem Vorbehalt von Anpassungen im Falle einer Änderung pandemischer Rahmendaten“, wie es hieß.

Die aktuelle Reisewarnung für die vier türkischen Provinzen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla hat das Auswärtige Amt aufgehoben. Dort herrsche ein niedriges Infektionsgeschehen mit derzeit etwa fünf Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Die Aufhebung der Reisewarnung gilt ab sofort. Die Türkei habe für diese vier Regionen ein spezielles Tourismus- und Hygienekonzept entwickelt, um sicheren Tourismus unter den Bedingungen der Pandemie zu realisieren, so das Auswärtige Amt.

410.000 Menschen in die Türkei unterwegs

Die von der Bundesregierung nun teilweise aufgehobene Reisewarnung für die Türkei ist über Monate von Hunderttausenden Menschen ignoriert worden. Im Juni und Juli reisten mindestens 410.000 Menschen per Flugzeug in das Land am Bosporus, mindestens 170.000 Türkei-Rückkehrer landeten hierzulande. Das geht aus einer Umfrage der „Welt“ an den acht größten deutschen Flughäfen hervor, die die Zeitung in ihrer Mittwochausgabe veröffentlichen wird.

Demnach kamen die meisten Türkei-Rückkehrer am Düsseldorfer Flughafen an (rund 48.000), es folgte der Flughafen Frankfurt (rund 29.000) und die Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld (zusammen 23.252). Bei den Abflügen starteten die meisten vom Düsseldorfer Flughafen (rund 110.000) in die Türkei, gefolgt von Frankfurt (rund 70.000) und Stuttgart (55.953). Die Zahlen beinhalten auch Passagiere, die nur zum Umsteigen in Deutschland oder der Türkei landeten.

Die Bundesregierung hatte Mitte Juni die im März wegen der Corona-Pandemie verhängte weltweite Reisewarnung für fast alle EU-Länder aufgehoben. Für die Nicht-EU-Staaten, darunter auch die Türkei, hielt sie daran fest. Das sorgte über Wochen für Protest der türkischen Seite, die sich gegenüber anderen Mittelmeer-Anrainern in der EU benachteiligt sah.

Die Türkei liegt bei den beliebtesten Urlaubsländern der Deutschen hinter Spanien und Italien auf Rang drei. Zudem lebt in Deutschland die größte türkischstämmige Gemeinde außerhalb der Türkei. Viele von ihnen reisen im Sommer in die Türkei, um dort ihre Familien zu besuchen. Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes haben hauptsächlich für Pauschalurlauber eine Relevanz, weil diese dann Anspruch auf Stornierung und Erstattung ihrer Kosten haben. Eine Pflicht, auf die Reise zu verzichten, besteht aber nicht.

Roth sieht Rückkehrer als potenzielle Gefahr

Angesichts der steigenden Zahl von Corona-Infektionen hat Außen-Staatsminister Michael Roth (SPD) Urlauber an ihre persönliche Verantwortung erinnert. „Es mag im Einzelfall nachvollziehbare Gründe geben, auch in ein sogenanntes Risikogebiet zu fahren“, sagte Roth am Dienstag im Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. Von den Rückkehrern gehe aber eine potenzielle Gefahr aus: Sie müssten deshalb ihrer „Verantwortung für die Allgemeinheit“ gerecht werden.

Der Staatsminister im Auswärtigen Amt äußerte sich zu den ab dieser Woche geltenden Corona-Pflichttests für Reiserückkehrer aus Risikogebieten, durch die in vielen Bundesländern die Quarantäne-Pflicht entfällt. „Alles, was dazu beitragen kann, die Gesundheit unserer Bürgerinnen und Bürger zu schützen, müssen wir auch tun“, sagte er. Das Robert-Koch-Institut und die Europäische Union hätten betont, wie wichtig es sei, „in höherer Zahl zu testen“, sagte Roth. Daher seien die Testkapazitäten inzwischen auch in Deutschland „massiv hochgefahren“ worden.

Kritik am Vorgehen der Bundesregierung übte FDP-Fraktionsvize Michael Theurer. „Diese Erkenntnis kommt Wochen zu spät“, sagte er AFP zur der Aussage von Roth, Rückkehrer aus Risikogebieten müssten ihrer Verantwortung gerecht werden. „Mittlerweile sind Abertausende von Rückreisenden aus Risikogebieten längst wieder am Arbeiten oder in Schulen und Kitas“, sagte Theurer.

Reiseverband begrüßt Aufhebung

Der Deutsche Reiseverband (DRV) begrüßte die teilweise Aufhebung der Reisewarnung. „Damit ist eines der beliebtesten Urlaubsziele der Deutschen jetzt zumindest zum Teil wieder für deutsche Urlauber offen“, erklärte DRV-Präsident Norbert Fiebig am Dienstag in Berlin. Dies sei auch für die Reisewirtschaft eine „gute Nachricht“.

Die Vorsitzende der Deutsch-Türkischen Parlamentariergruppe, Sevim Dagdelen, kritisierte die teilweise Aufhebung der Reisewarnung dagegen scharf. Der Schritt komme „einer Verbeugung vor Erdogan gleich“, beklagte sie in der „Welt“. „Offenbar müssen hier nur oft genug türkische Minister auf den Tisch hauen und schon springt die Bundesregierung“, fügte sie hinzu. (dts/apf/sua)

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