Symbolbild.Foto: Lennart Preiss/Getty Images

Virologe: Es wird Coronavirus-Tote in Deutschland geben – Wir sollten uns nichts vormachen

Epoch Times9. März 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 12:42
Der Präsident der Gesellschaft für Virologie (GfV), Hartmut Hengel sieht Deutschland noch in einem frühen Stadium der Ausbreitung. Man sollte sich auf Todesfälle einstellen. Jetzt sei noch alles unter Kontrolle, aber das könne sich auch bald ändern, sagte der Virologe dem "Handelsblatt" am Montag.

Der Präsident der Gesellschaft für Virologie (GfV), Hartmut Hengel, erwartet auch in Deutschland Todesopfer durch das Coronavirus.

„Dass in Deutschland noch niemand starb, wird sich aller Wahrscheinlichkeit nach bald ändern. Da sollten wir uns nichts vormachen“, sagte Hengel dem „Handelsblatt“ (Dienstagsausgabe).

Es sei „durchaus realistisch, dass wir in eine ähnliche Situation geraten können wie Norditalien“. Die Sterblichkeit sei bei Sars-CoV-2 „auf jeden Fall höher als bei normalen Grippewellen“. Der GfV-Präsident kann sich zur Eindämmung der Seuche auch drastische Maßnahmen wie in Italien vorstellen, wo Corona bislang europaweit die meisten Opfer gefordert hat.

„Wir müssen uns klar machen, dass die Maßnahmen im Kampf gegen das Virus immer davon abhängen, in welcher Phase seiner Ausbreitung wir uns gerade befinden.“

Im Vergleich zu Italien befinde sich Deutschland „noch in einer früheren Phase“. Da komme es auf „situative Reaktionen“ an. „Das ist wie im Krieg, wo es für Taktiken und Strategien ebenso wenig immer gültige Regeln gibt“, so der Virologe. In der Vorbereitung auf den Coronavirus hat es laut Hengel in Deutschland „natürlich Lücken“ gegeben.

„Das ist unbestreitbar, gehört aber gewissermaßen auch zu den schicksalhaften Begleiterscheinungen jeder Pandemie, die immer ein einmaliges, von dem jeweiligen neuen Virus diktiertes Ereignis ist.“

Trotzdem befinde sich Deutschland „bislang noch in einer kontrollierten Situation“. Das könne sich aber jederzeit ändern. „Und dann wird es darauf ankommen, dass man sowohl den Fachleuten im Gesundheitssystem wie auch der Gesellschaft, die sich dann verändernden Spielregeln im Kampf gegen das Virus schnell vermitteln kann.“ (dts)

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