Der Virologe Hendrik Streeck.Foto: Andreas Rentz/Getty Images

Virologen: Lauterbachs „Killervarianten“-Prognose ist unwissenschaftlich

Epoch Times18. April 2022 Aktualisiert: 19. April 2022 7:33
Die Warnungen von Gesundheitsminister Karl Lauterbach vor immer gefährlicheren Varianten des Coronavirus stoßen zunehmend auf Kritik. Auf seine prognostizierte 'Killervariante' melden sich nun zwei Virologen zu Wort - und nehmen Lauterbach den Wind aus den Segeln.

An dieser Stelle wird ein Podcast von Podcaster angezeigt. Bitte akzeptieren Sie mit einem Klick auf den folgenden Button die Marketing-Cookies, um den Podcast anzuhören.

Die Virologen Jonas Schmidt-Chanasit und Hendrik Streeck haben die Prognose von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) kritisiert, der vor dem möglichen Auftreten einer „absoluten Killervariante“ des Coronavirus im Herbst gewarnt hatte.

„Der Begriff ‚Killervariante‘ ist unwissenschaftlich“, sagte Schmidt-Chanasit der „Bild“. Er führe zu nichts als Verunsicherung in der Bevölkerung.

‚Killervariante‘ ist sehr unwahrscheinlich

Wissenschaftler sollten immer sachlich bleiben, das gelte auch für Wissenschaftler in der Politik. Schmidt-Chanasit sagte weiter: „Das Auftreten einer ‚Killervariante‘ im Herbst ist laut Weltgesundheitsorganisation WHO ein sehr unwahrscheinliches Szenario. Gegen das Lauterbach-Szenario spricht zudem die breite Grundimmunisierung in der Bevölkerung durch Impfung und durchgemachte Infektion, weil die Immunität nicht nur auf neutralisierenden Antikörpern basiert, sondern auch auf einer zellulären Immunität.“

Auch der Bonner Virologe Hendrik Streeck ist mit Lauterbachs Prognose nicht einverstanden. Er sagte der Zeitung: „Die Entwicklung von Varianten kann man nicht vorhersagen. Anstatt daher vor Szenarien wie ‚Killervarianten‘ zu warnen, wäre es wichtig, sich auf den Herbst und Winter vorzubereiten.“

Streeck forderte die Vorbereitung des Gesundheitssystems auf den Herbst durch mehr Digitalisierung, eine Verbesserung des Pandemie-Monitorings und die Aufwertung des Pflegeberufes, um eine „Krisenresilienz des Gesundheitswesens zu entwickeln“.

Auch CDU-Gesundheitspolitiker Erwin Rüddel twitterte nach Lauterbachs Aussage: „Er müsste doch eigentlich aus seinen Fehlern und Fehleinschätzungen gelernt haben.“

Lauterbach hatte sich in der „Bild am Sonntag“ besorgt über diverse Omikron-Subvarianten geäußert, die sich gerade entwickelten. „Es ist durchaus möglich, dass wir eine hochansteckende Omikron-Variante bekommen, die so tödlich wie Delta ist. Das wäre eine absolute Killervariante“, sagte der SPD-Politiker. (dts/dpa/mf)



Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion