Koran (Symbolbild).Foto: KARIM SAHIB/AFP/Getty Images

Wirbel um Islam im evangelischen Religionsunterricht: Kinder zu islamischen Ritualen gezwungen?

Von 27. Juli 2017 Aktualisiert: 27. Juli 2017 17:52
An einer Grundschule in Baden-Württemberg seien Kinder gezwungen worden, islamische Glaubensrituale auszuüben, schreibt der AfD-Fraktionsvorsitzende Jörg Meuthen. Das sei ein "Skandal", so der Politiker. Das Schulamt sieht die Sache anders: Die Kinder seien nicht gezwungen worden, sondern konnten freiwillig mitmachen.

Grundschüler seien im Religionsunterricht gezwungen worden, islamische Glaubensrituale auszuüben – das schrieb Jörg Meuthen in seinem Facebook-Beitrag am Mittwoch. Meuthen ist AfD-Fraktionsvorsitzender und Landtagsabgeordneter in Baden-Württemberg.

Andere Religionen stehen auf dem Lehrplan des evangelischen Religionsunterrichts in Baden-Württemberg – so auch im Curriculum der Oststadtschule II in Ludwigsburg.

Vor drei Wochen wurden dort die Riten und Bräuche des Islam durchgenommen. Neben Gebetstexten, sollten die Kinder das islamische Glaubensbekenntnis lesen und dabei barfuß auf einem Gebetsteppich knien und sich verbeugen, schreibt der Politiker. Den Kindern sei außerdem das Tragen von Kopftüchern angeboten worden.

Einige Kinder erzählten zuhause, was sie im Unterricht tun mussten. Die Eltern beschwerten sich daraufhin bei der Schulleitung. Eine Mutter schrieb sogar Protestbriefe an das Kultusministerium und Regierungspräsidium. Schließlich wandte sie sich auch an Meuthen.

Schulamt: Kein Zwang – alles freiwillig

Das Staatliche Schulamt Ludwigsburg widerspricht Meuthens Darstellung. Von Zwang könne keine Rede sein, alles sei freiwillig gewesen, sagte der Amtsleiter Hubert Haaga der „Stuttgarter Zeitung“.

Eine Referendarin – die keine Muslimin ist – hätte den Kindern in einer Einzelstunde zeigen wollen, wie Muslime beten. Die Schüler konnten dabei mitmachen. Die Referendarin erklärte später, dass sie nie die Absicht gehabt habe, die Kinder zu beeinflussen, erklärte Haaga.

Die Eltern hätten das Gefühl gehabt, dass ihre Kinder zum Beten gezwungen wurden. Deswegen hätten sie sich beschwert, so der Amtleiter. Daraufhin habe das Schulamt mit der Schulleitung und den Eltern gesprochen. Die Sache sei geklärt, so Haaga.

„Herr Schmidt möchte Muslim werden“

In einem Kommentar unter Meuthens Beitrag schreibt eine empörte Mutter, dass auch im katholischen Religionsunterricht Ähnliches passiere. Dazu postete sie einen Abschnitt aus dem Religionsbuch ihres 9-jährigen Sohnes. Dort steht: „Herr Schmidt möchte Muslim werden. Was muss er dafür tun? Schreibe einen Brief an Herrn Schmidt und erkläre ihm, wie er Muslim werden kann“.

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