Kippas (Skullcaps).Foto: THOMAS COEX/AFP/Getty Images

Zentralrat der Juden beklagt: Unter muslimischen Schülern ist Antisemitismus weit verbreitet

Epoch Times23. Juli 2017 Aktualisiert: 23. Juli 2017 8:58
"Das Problem des muslimischen Antisemitismus sollte die ganze Gesellschaft sehr ernst nehmen, ohne zugleich alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen", so der Vorsitzende des Zentralrats Josef Schuster.

Der Zentralrat der Juden warnt vor steigendem Antisemitismus in Deutschland. Der Vorsitzende des Zentralrats, Josef Schuster, sagte „Bild am Sonntag“: „Sowohl in Schulen als auch auf Sportplätzen wird `Jude` als Schimpfwort verwendet.“

Der Zentralrat beobachte dieses Phänomen „leider schon seit einigen Jahren und durchaus verbreitet, sodass wir nicht von Einzelfällen sprechen können“.

Vor allem unter muslimischen Schülern seien antisemitische Vorurteile weit verbreitet, sagte Schuster. „Es ist uns daher wichtig, dass im Schulunterricht mehr Wissen über das Judentum vermittelt wird, um diesen Vorurteilen entgegenzuwirken.“

Der Zentralrat erarbeite gerade gemeinsam mit der Kultusministerkonferenz Materialien für Lehrer, damit sie das Judentum in seiner ganzen religiösen und kulturellen Breite den Schülern nahe bringen können. „Das Problem des muslimischen Antisemitismus sollte die ganze Gesellschaft sehr ernst nehmen, ohne zugleich alle Muslime unter Generalverdacht zu stellen“, sagte Schuster.

Er kritisierte das mangelnde Engagement der islamischen Verbände in Deutschland: „Alle islamischen Verbände könnten und sollten deutlich mehr tun. Sie haben bei dem Thema Antisemitismus eine große Verantwortung.“

In Deutschland gibt es für Juden nach Aussage von Schuster gefährliche Gebiete: „In einigen Bezirken der Großstädte würde ich empfehlen, sich nicht als Jude zu erkennen zu geben. Die Erfahrung hat gezeigt, dass das offene Tragen einer Kippa oder einer Halskette mit Davidstern verbale oder körperliche Bedrohungen zur Folge haben kann.“ (dts)



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