Kanadische Anwälte in der Schweiz mit Menschenrechtspreis ausgezeichnet

Von 19. Januar 2010 Aktualisiert: 19. Januar 2010 1:35

Bern – Die Schweizer Sektion der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hat mit ihrer diesjährigen Preisvergabe zwei Kanadier für ihren unermüdlichen und erfolgreichen Kampf gegen den Organraub an Falun Gong-Praktizierenden in China geehrt.

David Kilgour, ehemaliger kanadischer Staatssekretär für Asien und den Pazifikraum und ehemaliger Parlamentsabgeordneter, und der international bekannte Menschenrechtsanwalt David Matas waren die Empfänger des Menschenrechtspreises, der am 16. Januar im Inselspital in der Bern, vergeben wurde.

David Kilgour in Bern.David Kilgour in Bern.Foto: IGFM/Monique Schlegel

Seit 2006 sind Kilgour und Matas mit den erschreckenden Ergebnissen ihrer Untersuchungen rund um die Welt unterwegs, um Politiker und Menschenrechtsorganisationen auf den Organraub an lebenden, gesunden Menschen aufmerksam zu machen. Während ihrer jahrelangen Recherchen haben sie 52 Indizien zusammengetragen, die in ihrer Gesamtheit für sie an den Anschuldigungen keine Zweifel mehr zulassen. In Arbeitslagern und Gefängnissen würden nur Falun Gong-Praktizierende regelmässigen Bluttests unterzogen und nur an ihnen würden physische Untersuchungen vorgenommen. Aber diese Tests würden nicht aus Sorge über ihre Gesundheit stattfinden, denn sie müssten dort hart arbeiten würden auch systematisch gefoltert. Die Tests sind nötig, um die Blutverträglichkeit zwischen der Quelle und den Organempfängern festzustellen. Weitere Indizien seien die massive Zunahme von Organtransplantationen nach Beginn der Verfolgung von Falun Gong im Jahre 1999, und die über 40.000 Organtransplantationen in den Jahren 1999 bis 2005, für die keine Spender namentlich bekannt seien. Die Ergebnisse ihrer Recherchen wurden im November 2009 in dem Buch „Bloody Harvest: The Killing of Falun Gong for their Organs“ detailliert zusammengetragen.

David Matas bei seiner Rede in Bern.David Matas bei seiner Rede in Bern.Foto: IGFM/Monique Schlegel

Es gäbe eine zu geläufige Meinung, dass gegen so viele und so weit entfernte Menschenrechtsverletzungen nichts unternommen werden könne. Aber nach der festen Überzeugung von David Matas, können nicht nur Menschen in Ländern wie Kanada, also weit weg von grausamen und abscheulichen Menschenrechtsverletzungen, eine wirklich positive Wirkung für die Einhaltung der Menschenrechte tun. „Es ist die Stimme jedes Einzelnen in der Welt, die zur Einhaltung der Menschenrechte führt“, sagt David Matas.

Dr. Franz Immer, Präsident von swisstransplant, verurteilt in seiner Rede den Organraub an Falun Gong-Praktizierenden. „Es ist klar, dass swisstransplant gegen illegalen Organhandel ist. Seine Konsequenzen sind verheerend und sind ethisch unakzeptabel“. Er verurteile solche Ausbeutung, es sei wichtig etwas dagegen zu unternehmen. Offenlegung erhöhe den internationalen Druck auf Regierungen und sei sehr wichtig um Opfern des illegalen Organhandels zu helfen.

David Kilgour sagte zum angestrebten Freihandelsabkommen Schweiz China, dass er bei einer Rede in Neuseeland vor 300 Zuhörern die Frage stellte, wer dem geplanten Freihandelsabkommen zwischen Neuseeland und China zustimme? Lediglich drei Zuhörer hätten ihre Hand gehoben, was gerade mal einem Prozent der Befragten entspricht.

Der gut besuchte Anlass im bernischen Inselspital zog auch Mitarbeiter des auswärtigen Amtes der Schweizerischen Bundesregierung (EDA) an, und ihrer Unterorganisation, der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA).

Die unermüdlichen Bemühungen der Anwälte Kilgour und Matas zeigen Ergebnisse. Beispielsweise sind Webseiten der Spitäler in China verschwunden, auf denen mit Preisen und kurzen Wartezeiten für Organtransplantationen geworben wurde.

NTDTV-Video: Kanadische Anwälte in der Schweiz mit Menschenrechtspreis ausgezeichnet

Dass nicht nur chinesische Chirurgen, Ärzte, Polizisten, Richter, KP-Angehörige und weitere Helfer sich den Vorwürfen stellen müssen, in solche grausamen Praktiken involviert zu sein, daran müssen sich künftig vermehrt auch westliche Unternehmen gewöhnen. Aus Medienberichten dieser Tage geht hervor, dass der schweizerische Pharmakonzern Hoffmann-La Roche nicht sicher ausschliessen könne, dass die Herkunft von 300 Organen, an denen sie Studien betreiben, von Gefangen stamme. Der Pharmariese ist deshalb – neben anderen Unternehmen, die für andere Vergehen nominiert wurden – durch die entwicklungspolitische Organisation „Erklärung von Bern“ und Greenpeace Schweiz, wegen unethischer Transplantationsstudien in China für den Kritikpreis „Public Eye Publikums Award“ vorgeschlagen worden. Im Internet kann abgestimmt werden, welche der nominierten Schweizer Konzerne im letzten Jahr besonders durch ethisch fragwürdige Praktiken aufgefallen sind und diesen Negativpreis verdient haben. Zum Zeitpunkt des Weltwirtschaftsgipfels am 27. Januar in Davos wird dieser „Schmähpreis“ vergeben.

 

 

 

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