Migranten auf einem Rettungsschiff.Foto: Rene Rossignaud/AP/dpa

Migrantenströme nach Griechenland und Zypern explodieren – um fast 600 Prozent

Epoch Times29. Dezember 2019 Aktualisiert: 29. Dezember 2019 14:02
Italien konnte 2019 einen drastischen Rückgang der neu ankommenden Flüchtlinge und Migranten verzeichnen. Doch in Griechenland, Zypern und Malta explodierte die Zahl der Asylsuchenden.

In Griechenland ist die Anzahl der ankommenden Flüchtlinge und Migranten um 94,6 Prozent gestiegen – in Zypern sogar um knapp 600 Prozent. Und das obwohl die Zahl der Asylsuchenden, die in Italien über dem Seeweg von Libyen kommen, im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang um 50 Prozent erreicht hatte. Griechenland ist mittlerweile zum Hotspot für Migranten, die über das Mittelmeer kommen, geworden.

Der griechischen Zeitung „Dimokratia News“ zufolge verzeichnete Italien im Vergleich zu 2017 einen Flüchtlings-Rückgang um ungefähr 90 Prozent. Von Januar bis Dezember des Jahres 2019 trafen 11.439 Migranten an den italienischen Küsten ein. 2018 betrug die Zahl der Neuankömmlinge in derselben Periode 23.210. Ein Jahr zuvor waren es 118.914. Hauptherkunftsland der Migranten in 2019 war Tunesien mit 2.654, gefolgt von Pakistan und der afrikanischen Elfenbeinküste.

Italien konnte, vor allem durch einen umstrittenen Deal der 2017 mit Libyen geschlossen wurde, diesen drastischen Rückgang der Zuwanderung erreichen. Italien gibt Gelder an die libysche Einheitsregierung und finanziert unter anderem Ausrüstung für die Küstenwache des Landes – die dann Flüchtlinge und Migranten, die nach Europa aufbrechen wollen, aufhält. Es gibt Kritik an dieser Vorgehensweise, da die Migranten in Libyen in Lagern festgehalten werden und Misshandlungen und Folterungen ausgesetzt sind.

Unterdessen hat sich die Ankunft der Asylsuchenden auf den griechischen Inseln in 2019 – mit 60.363 Menschen – fast verdoppelt. Auch kommen immer mehr Flüchtlinge und Migranten in Zypern und Malta an. „Dimokratia News“ zufolge liege der Anstieg bei 572,5 Prozent in Zypern und 185,2 Prozent in Malta.

Athen erwartet 100 000 Migranten aus der Türkei

Die Regierung in Athen erwartet im kommenden Jahr rund 100 000 Migranten auf den griechischen Inseln – die nur über die Türkei kommen. Das sagte der Regierungsbeauftragte für die Erstaufnahme von Flüchtlingen, Manos Logothetis, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Die Krise sei aktuell und gravierend.

Logothetis kündigte an, dass die griechische Regierung 2020 von den Inseln 10 000 Asylsuchende in Richtung Türkei abschieben wolle. Dafür wolle man zusätzliche 270 Asyl-Entscheider einstellen. Seit Monaten kommen unzählige Flüchtlinge über die Türkei auf die Inseln in der Ägäis.

EU fordert Aufnahme von jungen Migranten

Unteressen hat die EU-Kommission Deutschland und andere EU-Staaten aufgefordert, unbegleitete minderjährige Migranten aus den überfüllten griechischen Aufnahmelagern aufzunehmen – auch wenn die allermeisten von ihnen keine Kinder, sondern Jugendliche sind.

„Die Kommission ist besorgt über die schwierige Lage vor Ort (…)“, sagte eine Sprecherin der von Ursula von der Leyen geführten Behörde der Deutschen Presse-Agentur in Brüssel. Man habe die anderen Mitgliedstaaten bereits mehrfach aufgefordert, weiter auf freiwilliger Basis unbegleitete Minderjährige umzusiedeln. Bislang sei die Resonanz allerdings verhalten gewesen.

Für die 5276 unbegleiteten Minderjährigen in Griechenland habe es nach Zahlen des zuständigen National Centre for Social Solidarity von Ende November zuletzt nur 2216 geeignete Unterbringungsplätze gegeben, sagte die Sprecherin weiter. Rund 3000 Plätze fehlten derzeit also.

Nach jüngsten Angaben der EU-Kommission waren auf den „Hotspot-Inseln“ Lesbos, Chios, Samos, Leros und Kos zuletzt allerdings nur 1922 unbegleitete Minderjährige registriert (Stand 20. Dezember). In ganz Griechenland waren es Ende November 5276 – davon sind nur neun Prozent jünger als 14 Jahre und damit im Sinne des Jugendschutzgesetzes Kinder. Von der Gesamtzahl dieser Minderjährigen sind 92 Prozent männlich.

Dass es schnell die von der Bundesregierung gewünschte „echte europäische Lösung“ zur Umsiedlung von minderjährigen Migranten gibt, gilt unterdessen als unwahrscheinlich. Die EU-Staaten ringen nämlich bereits seit Jahren vergeblich um einen gemeinsamen Kurs in der Flüchtlingspolitik. So gibt es wegen des Widerstands von Ländern wie Polen und Ungarn bis heute kein System zur gerechten Verteilung von Flüchtlingen innerhalb der EU. (so/dpa)


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