Portugals Parlament beschließt erleichterte Geschlechtsänderung für junge Transgender – trotz hoher Rate an Selbstmordversuchen

Epoch Times13. Juli 2018 Aktualisiert: 13. Juli 2018 10:45
Portugals Parlament beschließt eine erleichterte Geschlechtsänderung für Transgender - schon vor dem 16. Lebensjahr. Die Risiken sind bekannt.

In Portugal sollen Menschen künftig von ihrem 16. Lebensjahr an ihren Namen und ihr Geschlecht ändern können, ohne eine Identitätsstörung belegen zu müssen.

Portugal werde so das sechste Land in Europa, das das Selbstbestimmungsrecht von Transgender garantiere, sagte die Linksblock-Abgeordnete Sandra Cunha am Donnerstagabend nach der Abstimmung im Parlament in Lissabon. Ähnliche Gesetze gibt es bereits in Dänemark, Malta, Schweden, Irland und Norwegen.

Gemäß eines Gesetzes, das seit 2011 in Kraft ist, müssen Transgender in Portugal bislang ein medizinisches Gutachten vorlegen, das ihnen eine Geschlechtsidentitätsstörung bescheinigt, bevor sie ihr eingetragenes Geschlecht ändern können. „Kein Mensch braucht einen Dritten, um zu wissen, ob er ein Mann oder eine Frau, ein Junge oder ein Mädchen ist“, argumentierte Cunha bei der Debatte, die der Abstimmung vorausging.

Der Präsident Marcelo Rebelo de Sousa muss das Gesetz noch unterzeichnen. Eine erste Version des Textes hatte er im April abgelehnt. Der Staatschef forderte, dass bei 16- bis 18-Jährigen weiterhin ein medizinisches Gutachten notwendig sein soll. Das neue Gesetzes sieht nun vor, dass Minderjährige ein Gutachten über ihre Entscheidungsfähigkeit, jedoch keine medizinische Einschätzung ihrer Geschlechteridentität benötigen.

Auch de Sousa sprach sich dafür aus, Transsexualität nicht länger als „abnormalen krankhaften Zustand“ einzustufen. Das Recht darauf, Namen und sein in offiziellen Dokumenten eingetragen Geschlecht zu ändern, ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einem Anspruch auf eine körperliche Geschlechtsumwandlung.

Das am Donnerstag verabschiedete Gesetz verbietet außerdem Operationen an intersexuellen Neugeborenen – Babies, die mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen geboren werden. Sie sollen zu einem späteren Zeitpunkt in ihrem Leben selbst über ihr Geschlecht entscheiden können.

Wachsende Zahl von Transgendern bereut Geschlechtsumwandlung

Unterdessen zeigt die Realität, dass immer mehr Transgender ihre Geschlechtsumwandlung bereuen. Nach den Operationen leiden sie unter Depressionen und haben Selbstmordgedanken. Dies sagte der Genital-Rekonstruktionschirurg Miroslav Djordjevic der britischen Zeitung „The Telegraph“ im Oktober letzten Jahres.

Djordjevic ist der weltweit führende Chirurg für Geschlechtsumwandlungen an der Urologischen und Chirurgischen Klinik in Belgrad und New Yorks Mount Sinai Hospital.

Er ist seit rund 20 Jahren in diesem Feld tätig und führt etwa 100 Operationen im Jahr durch. In den letzten fünf Jahren kamen 15 Patienten zu ihm, die ihre Geschlechtsumwandlung wieder rückgängig machen wollten.

„Es kann ein wahres Desaster sein, eine solche Geschichte zu hören“, meint Djordjevic. Es gebe zwei Gründe, warum diese Menschen die Operation bereuten: eine unzureichende Recherche über das Thema und eine fehlende psychiatrische Evaluation und Beratung vor der Operation, so der Arzt.

Zum anderen gäbe es nicht genug Untersuchungen zu diesem Thema, sodass Menschen, die ihre OPs bereuen, nicht gehört werden. Ende September wurde eine solche Untersuchung an der Bath Spa University abgewiesen, weil das Thema „möglicherweise politisch inkorrekt“ sei.

Studie belegt hohe Rate an Selbstmordgedanken und Versuchen unter Transgendern

Zudem zeigt eine Studie, veröffentlicht in der Peer-Review-Zeitschrift „Transgender Health“, dass Transgender-Menschen bis zu 22 mal häufiger Selbstmordgedanken oder Selbstmordversuche haben, als Personen, die ihre biologischen Geschlechter akzeptieren.

Das Papier enthält Metasynthese-Daten die aus einer großen Anzahl von Forschungsarbeiten zum Thema Transgender und Suizidalität gesammelt wurde, darunter 22 Studien, die über einen Zeitraum von 19 Jahren veröffentlicht wurden.

Nach der Auswertung der Daten, welche die Abweichungen in der Rate der versuchten Selbstmorde und Selbstmordgedanken unter männlichen zu weiblichen und weiblichen zu männlichen Transgender-Befragten erforschen sollte, kam ein Team von Forschern aus Kanada zu dem Schluss, dass etwas gänzlich abweichend in der Art ist, wie Transgender im Vergleich zu anderen Menschen denken.

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Basierend auf den Daten sind Transgender-Menschen in der Regel sehr unglücklich mit ihrem Leben und leiden unter schwerer geistiger Angst. Und während manche versuchen würden, das Elend zu beschuldigen, dass viele Transgender unter sozialen Stigmen leiden, die den Transgenderismus umgeben, so gibt es keinen Beweis dafür, dass dies tatsächlich der Fall ist.

Viele Transgender, so stellt sich heraus, sind Opfer von psychischen Erkrankungen, die dringend einer professionellen menschlichen Betreuung bedürfen – sie sollten in ihrer Störung nicht noch zusätzlich bestätigt werden. (afp/so)