Ein Paket mit Mundschutzmasken. Foto von Anthony Kwan/Getty Images

Weltweiter Mangel an Schutzausrüstungen: Ausfuhrverbote für Handschuhe, Mundschutz und Schutzanzüge

Epoch Times4. März 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 13:13
Der Krisenstab aus Gesundheits- und Innenministerium in Berlin hat ein Ausfuhrverbot für Schutzausrüstung verhängt. Ausnahmen seien nur unter engen Voraussetzungen im Rahmen konzertierter internationaler Hilfsaktionen möglich

Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gehen die betroffenen Länder verstärkt gegen Engpässe bei Schutzausrüstung vor. Die Bundesregierung untersagte am Mittwoch den Export von Atemmasken und anderer Schutzausrüstung. Auch Russland erließ ein Ausfuhrverbot, in Frankreich sollen Schutzmasken nur noch auf Rezept ausgegeben werden. Neue Ansteckungen etwa in Polen und weitere Todesfälle im Iran und im Irak sorgen für Beunruhigung.

Der Krisenstab aus Gesundheits- und Innenministerium in Berlin teilte mit, das Ausfuhrverbot betreffe außer Schutzmasken auch etwa Handschuhe und Schutzanzüge. Ausnahmen seien nur unter engen Voraussetzungen im Rahmen konzertierter internationaler Hilfsaktionen möglich. Zudem zog das Bundesgesundheitsministerium die Beschaffung medizinischer Schutzausrüstung für Arztpraxen, Krankenhäuser und Bundesbehörden an sich. In Deutschland wurden bisher 240 Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus bestätigt.

Der Krisenstab empfahl Deutschen im europäischen Ausland, die sich auf Anweisung örtlicher Behörden in Quarantäne befinden, diese zu Ende führen. Damit können die Deutschen, die in einem Hotel auf Teneriffa in Quarantäne sind, nicht vor dem 10. März 2020 zurückkehren. Das Auswärtige Amt warnte vor einem erhöhten Quarantäne-Risiko auf Kreuzfahrtschiffen.

Schutzmasken in Frankreich beschlagnahmt

Bereits am Dienstag hatte Frankreichs Präsident Emmanuel Macron angeordnet, alle Vorräte sowie die Produktion von Schutzmasken zu beschlagnahmen. Am Mittwoch verfügte die Regierung in Paris, dass Schutzmasken in Frankreich nur noch auf Rezept erhältlich sind. WHO-Chef Tedros hatte zuvor gewarnt, „wachsende Nachfrage, Hamsterkäufe und Zweckentfremdung“ von Masken und Schutzbrillen gefährdeten weltweit den Kampf gegen das neuartige Coronavirus.

Ein hochrangiger Vertreter der italienischen Zivilschutzbehörde sagte der Nachrichtenagentur AFP, sein Land bekomme 800.000 Schutzmasken aus Südafrika, brauche aber mindestens zehn Millionen weitere. Im größten Epidemieherd Europas infizierten sich bereits mehr als 2500 Menschen, 79 starben.

Die russische Regierung untersagte am Mittwoch den Export von 17 Utensilientypen, darunter Schutzmasken und -anzüge, Handschuhe sowie Atemgeräte. Die indonesische Polizei beschlagnahmte in einem Lagerhaus in Jakarta 600.000 Schutzmasken. Vor einem Supermarkt in Südkoreas Hauptstadt Seoul standen am Mittwoch mindestens 500 Menschen für Atemmasken Schlange. Wegen des Mangels wurden in Südkorea bereits Obergrenzen für Preis und Stückzahl pro Kopf festgesetzt.

Über 260.000 Menschen in Südkorea getestet

Südkorea ist nach China das am stärksten vom Coronavirus betroffene Land. Am Mittwoch meldeten die Behörden mit 435 neuen Fällen den geringsten Zuwachs seit einer Woche. Insgesamt haben sich dort 5621 Menschen infiziert, 32 Infizierte starben.

Mehr als die Hälfte der Infektionsfälle stehen im Zusammenhang mit der christlichen Glaubensgemeinschaft Shincheonji Church of Jesus. Bis Mittwoch wurden laut Behörden mehr als 260.000 Gläubige auf das Virus getestet.

Die meisten Todesopfer außerhalb Chinas verursachte das neuartige Coronavirus im Iran. Laut Teheraner Gesundheitsministerium stieg die Zahl der Toten am Mittwoch um 15 auf 92. Die Zahl der Neuinfektionen stieg demnach um 586 auf insgesamt 2922 Fälle. Irans Nachbarland Irak meldete seinen ersten Todesfall durch das Virus. Es handelte sich um einen 70-jährigen Imam aus Suleimanija in der autonomen Kurdenregion, der mit Iran-Heimkehrern Kontakt gehabt habe.

Polen meldete seine erste Infektion. Wie der behandelnde Arzt und Gesundheitsminister Lukasz Szumowski mitteilten, war der Patient am 2. März aus Nordrhein-Westfalen zurückgekehrt, wo er Karneval gefeiert hatte. Der Infizierte war mit starken Fieber in ein Krankenhaus im westpolnischen Zielona Gora eingeliefert worden. Einen ersten Fall meldeten auch die EU-Institutionen: Ein Mitarbeiter der Europäischen Verteidigungsagentur (EDA) in Brüssel wurde positiv auf das Virus getestet. (afp)

Epoch Times Sonderdruck zum Coronavirus: unzensierte Informationen, exklusives Interview, Undercover-Recherche, Hintergründe und Fakten

Mit dem 36-seitigen Epoch Times Sonderdruck zum Coronavirus können Sie sich gründlich über das Thema Coronavirus informieren: Was passiert wirklich in China? Wie gut ist Europa auf das Coronavirus vorbereitet? Welche Folgen hat das für die Wirtschaft? Wie können Sie sich schützen – gesundheitlich und rechtlich?

Jetzt bestellen!


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion