Ein Baum und ein verlassenes Haus in der evakuierten Zone nahe des japanischen Unglücksreaktors in Fukushima.Foto: Christopher Furlong/Getty Images

Fukushima: Radioaktives Wasser von Alaska bis Kalifornien – US-Medien geben es erstmals zu

Von 11. Dezember 2016 Aktualisiert: 12. Dezember 2016 0:15
"Zum ersten Mal wurde an der Westküste der USA Radioaktivität aus Fukushima entdeckt". Diese Meldung verbreiten große US-Medien und geben damit erstmals zu, wovor Wissenschaftler schon längst gewarnt haben.

Strahlende Partikel im Meerwasser, die aus der japanischen Atomruine-Fukushima stammen, wurden erstmals an der Küste des US-Bundesstaats Oregon gefunden. Das berichtet CBS unter Berufung auf beteiligte Forscher des „Woods Hole Oceanographic Institutes“. Seewasserproben aus Tillamook Bay und Gold Beach enthielten Radioaktivität in Form von Cesium-134, allerdings auf extrem niedrigem Level, der nicht schädlich für Mensch oder Umwelt sei, so die CBS-Meldung. „USA Today“ berichtete unter dem Titel: „Müssen wir uns über die Strahlung Sorgen machen?

Der US-Finanzblog „Zerohedge“ konstatierte, dass dies das erste Zugeständnis von US-Offiziellen und Mainstream-Medien sei, dass Radioaktivität aus Japan die US-Westküste belaste.

Verschiedene US-Medien zitieren meist Ken Buesseler vom obengenannten Meeresforschungsinstitut. Er beobachtet seit Jahren die Verbreitung des radioaktiven Meerwassers aus der Fukushima-Reaktorruine. Allerdings geben Medien seine Erkenntnisse meist nur ausschnitthaft wieder – und mit dem Hinweis, die gemessenen Werte seien ungefährlich, berichtet Zerohedge.

Die jüngsten Proben, die Buesseler vor der US-Westküste entnahm, zeigen neben Cesium-134 ebenfalls höhere Werte von Cesium-137, einem weiteren Fukushima-Isotop, das sich vom Strahlungshintergrund des Weltmeeres abhebt, der bereits seit den 1950er und 1960er Jahren aufgrund von Atomtests nicht mehr natürlich ist.

Diese neuen Cäsium-137-Werte werden bei der Analyse der Strahlungsstreuung wichtiger sein als das Cäsium-134, sagt Buesseler laut einem Bericht der Zeitung „Statesman Journal“ . Die kurze Halbwertszeit von Cäsium-134 macht es schwieriger, die Strahlung im Lauf der Zeit zu erkennen. Das Element zerfällt innerhalb von nur zwei Jahren. Cesium-137 hat dagegen eine 30-jährige Halbwertzeit.

Eine aktuelle Analyse von Buesselers Daten ergab, dass die Konzentration von Cäsium-137 im zentralen Nordost-Pazifik beträchtlich zugenommen hat – obwohl sie sich angeblich immer noch auf einem Niveau befindet, das unbedenklich ist.

Strahlung von Alaska bis Kalifornien

„Es scheint, dass sich die Strahlungsfahne in diesem weiten Gebiet von Alaska nach Kalifornien verbreitert hat“, schreiben die Forscher. Es wird erwartet, dass im kommenden Jahr mehr radioaktive Partikel an der US-Westküste anlangen und sich die Strahlungswerte erhöhen.

Japanischer Politiker: Lage ist nicht unter Kontrolle

In einem Interview mit DPA hatte vor kurzem Japans damaliger Ministerpräsident Naoto Kan erklärt, die Katastrophe in Fukushima dauere an – noch immer gelange radioaktives Wasser ins Meer.

Kan wörtlich: „Die Situation ist weit davon entfernt, unter Kontrolle zu sein. Die Reaktoren 1, 2 und 3 werden noch immer mit Wasser gekühlt, und dieses Wasser wird verseucht und tritt wieder aus den Reaktoren aus. Zwar behauptet (der Atombetreiber) Tepco, das Wasser werde in Tanks gelagert. Aber ein Teil fließt mit dem Grundwasser zusammen und gelangt ins Meer. Daran besteht kaum Zweifel.“

Siehe auch:

Japans Ex-Regierungschef: Katastrophe in Fukushima dauert an

Was Sie über Fukushima wissen sollten – Stand 2015



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