Gingrich: Chinas Diktatur „gefährlich und höchstgradig unehrlich“ – Corona-Krise ein Beweis dafür

Von 27. März 2020 Aktualisiert: 28. März 2020 8:01
Der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses Newt Gingrich lässt in einem Beitrag für "Fox News" Revue passieren, wie das Regime in China den Ausbruch des Coronavirus wochenlang vor der Öffentlichkeit verbarg. Das Vorgehen zeige, man könne Peking nicht trauen.

In einem Beitrag für „Fox News“ hat der frühere Sprecher des US-Repräsentantenhauses Newt Gingrich das Krisenmanagement des KP-Regimes in Peking in der Corona-Krise als „gute Lektion darin, wie gefährlich und höchstgradig unehrlich diese Diktatur ist“ bezeichnet. Durch Chinas Schuld konnte sich eine lokale Epidemie in eine weltweite Pandemie umwandeln. Dass das Regime versuche, Amerika die Verantwortung zuzuschieben, lasse dessen Verhalten als noch schändlicher erscheinen.

Dass das KP-Regime potenzielle Epidemien und Pandemien verbreite, geschehe nicht zum ersten Mal. Bereits 2005 habe Laurie Garrett in „Foreign Affairs“ gewarnt, Wissenschaftler hielten es für möglich, dass ein Grippe-ähnliches Virus auftreten werde, das bis zu 40 Prozent der Weltbevölkerung befallen und eine immense Anzahl an Todesopfern fordern könnte. Das damals verbreitete Vogelgrippevirus H5N1 hätte bereits wesentliche Voraussetzungen dafür mitgebracht.

Unsitte aus Zeiten von Mao bewirkter Hungersnot

Bereits zwei Jahre später warnten vier Wissenschaftler der Universität Hongkong, dass Coronaviren in der Lage wären, eine genetische Umgruppierung zu vollziehen, was neue Genotypen und neue Ausbrüche von Seuchen wie SARS zur Folge haben könnten. Neben Laborunfällen wäre auch die Unsitte des Verzehrs von Wildtieren, die keiner chinesischen Tradition entspringt, sondern ein Erbe der von Mao Zedong hervorgerufenen Hungersnot ist, diesbezüglich ein Gefahrenherd. Dennoch habe das Regime es verabsäumt, den Verkauf von Wildtieren auf den berüchtigten „Feuchtmärkten“ zu unterbinden oder andere adäquate Maßnahmen gegen die Verbreitung gefährlicher Viren zu unternehmen.

Die jüngste Corona-Krise sei von Vertuschung, Untätigkeit und Unwahrheiten des chinesischen Regimes gekennzeichnet gewesen, betont Gingrich, und die Chronologie bestätige, dass man sich im Wesentlichen auf die eigene Hoffnung verlassen habe, die Krise würde von selbst wieder verschwinden.

Der Lokalregierung von Wuhan zufolge war am 8. Dezember 2019 der erste bestätigte Fall einer Infektion mit einer neuen Art von Coronavirus zu verzeichnen. Am 16.12. wurde der erste Patient, der eine Verbindung zum Feuchtmarkt von Wuhan aufwies, ins Krankenhaus eingeliefert.

Regime hätte am 25.12.2019 Kampf gegen Corona beginnen können

Bis 21.12. waren bereits etwa drei Dutzend Menschen mit ähnlichen Symptomen in Behandlung, am Weihnachtstag musste das medizinische Personal zweier unterschiedlicher Spitäler mit einer nicht identifizierten viralen Lungenentzündung in Quarantäne.

Nachdem am 25.12. erstmals ein Labor ein neues SARS-ähnliches Virus als Ursache der Erkrankungen identifiziert hatte, informierten sie tags darauf lokale Behörden und Klinikleitungen über ihre Beobachtung.

„Hätte sich die Diktatur in diesem Moment dazu durchgerungen, die Experten zusammenzurufen und die neue Bedrohung anzugehen, hätte dies der ganzen Welt ein Jahr des Leids, tausender Toter, massiver Kosten und eines wirtschaftlichen Zusammenbruchs erspart“, resümiert Gingrich.

Stattdessen hat sich das Regime für eine Vorgehensweise entschieden, wie man sie schon von den Sowjets im Zuge der Tschernobyl-Krise 1986 kannte. Am 30.12. wurde der Chefin der Intensivstation des Zentralkrankenhauses von Wuhan, Dr. Ai Fen, ein Maulkorb verpasst, nachdem sie Testresultate und ein Video von einem Lungenscan in sozialen Medien geteilt hatte.

China lehnt Hilfsangebot am 6.1. ab

Wenig später wurde der mittlerweile verstorbene Whistleblower Dr. Li Wenliang zensiert und verhaftet, der in einer WeChat-Unterhaltung mit 100 Mitabsolventen der medizinischen Schule über sieben bestätigte SARS-ähnliche Fälle mit Bezug zum Feuchtmarkt in Wuhan gesprochen hatte.

Am 31.12. sprach die Abteilung Wuhan der Nationalen Gesundheitsbehörde davon, dass man „keine offensichtliche Übertragung von Mensch zu Mensch oder Infektion des medizinischen Personals“ feststellen habe können. Die Seuche, so hieß es, sei „verhinderbar und kontrollierbar“. Bereits zu diesem Zeitpunkt hatte das Regime, so die „Times“, längst den Stopp von Tests, die Vernichtung von Proben und die Unterdrückung von Nachrichten veranlasst.

Am Neujahrstag wurden acht Whistleblower zum Verhör in die Gesundheitsbehörde gebracht. Sie mussten ihre Thesen widerrufen und sich zum Stillschweigen verpflichten. Das tat auch das Virologie-Institut in Wuhan, das bereits am 2.1. das Genom des neuen Coronavirus identifiziert und beschrieben hatte.

In die USA waren die Berichte jedoch schon durchgedrungen. Das Gesundheitsministerium und die Seuchenschutzbehörde (CDC) boten China schon am 6.1. an, ein Spezialistenteam zu schicken, um der Gefahr gemeinsam gegenzusteuern. Das Regime lehnte ab. Spätestens am 7.1. muss auch Staatschef Xi Jinping über das neue Virus und dessen Ausbreitungspotenzial im Bilde gewesen sein.

Noch am 15.1. Corona-Ansteckungsgefahr für „gering“ erklärt

Es dauerte aber bis 9.1., bevor chinesische Regierungsbeamte erstmals öffentlich einräumten, dass es ein Virus gäbe und dass man dessen genetische Sequenzen identifizieren konnte. Die Daten selbst veröffentlichten sie erst am 12. Januar. Dabei behielten sie jedoch wichtige Details für sich – etwa darüber, wer erkrankt war, wann die Infektion auftrat und welcher demografischen Gruppe die Erkrankten zuzuordnen waren. Einen Tag später trat in Thailand der erste Fall außerhalb Chinas zutage.

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Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) habe in weiterer Folge, so Gingrich, ihre „jüngst gepflegte Praxis, Diktaturen zu schützen, fortgesetzt“. Am 14.1. gab sie die Einschätzung chinesischer Behörden wieder, es gäbe „keinen klaren Beweis für eine Übertragung des neuartigen Coronavirus von Mensch zu Mensch“. In einer Pressekonferenz am gleichen Tag hieß es als eigene Einschätzung nur vorsichtig, es könnte „eine beschränkte Übertragung von Mensch zu Mensch geben, möglicherweise innerhalb der Familie“.

Am 15.1. verließ der erste infizierte Amerikaner Wuhan, während der Chef des chinesischen Seuchenschutzzentrums Li Qun im Staats-TV immer noch von einem „niedrigen Risiko“ einer Übertragung von Mensch zu Mensch sprach.

Gingrich: „WHO-Generaldirektor hat Erfahrung im Vertuschen von Seuchen“

Erst am 20. Januar, dem Tag, als der erste Fall in Südkorea diagnostiziert wurde, räumte das Regime in Peking ein, dass die Seuche auch unter Menschen ansteckend ist. Einer Analyse der Universität von Southampton zufolge hätten durch rechtzeitiges Gegensteuern und eine energische Intervention drei Wochen früher 95 Prozent aller Infektionen verhindert werden können.

Die WHO sah trotz der Verletzung von Meldeverpflichtungen durch das Regime in Peking keinen Anlass, Kritik zu üben. Im Gegenteil: Ihr Generaldirektor Dr. Tedros Adhanom würdigte mehrfach, wie effizient und transparent Peking die Bekämpfung der Seuche betreibe – sogar hinsichtlich der Übermittlung von Daten.

Die WHO werde „Seite an Seite mit China und allen anderen Ländern daran arbeiten, die Gesundheit zu schützen und die Menschen sicher zu halten“, erklärte Adhanom – der nach Darstellung von Gingrich seinen Posten nur dank der Rückendeckung aus Peking erlangt und selbst als früherer Gesundheitsminister von Äthiopien drei Choleraepidemien vertuscht hätte. Auch er, so der frühere Repräsentantenhaus-Sprecher, sei „jemand, der die nicht enden wollende Korruption und Unehrlichkeit der chinesischen Diktatur in Erinnerung ruft“.

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