New York Times bei der Verbreitung von Fake News erwischt – Wie wird man eine Ente wieder los?

Von 3. Juni 2018 Aktualisiert: 3. Juni 2018 13:39
In den USA ist es bei vielen Medien üblich, Nachrichten und Berichte so zu gestalten, dass US-Präsident Donald Trump in schlechtem Licht erscheint. Manche Blätter nehmen es deswegen mit der Wahrheit nicht so genau und winden sich dann fürchterlich, wenn sie bei der Verbreitung von Fake News erwischt werden.

Das Magazin „the FEDERALIST“ hat an einem aktuellen Beispiel gezeigt, dass selbst einst so renommierte Blätter wie die New York Times (NYT), es inzwischen nicht einmal mehr fertig bringen, sich für Fehler zu entschuldigen, sondern lieber versuchen mit abwegigen Spitzfindigkeiten, die nicht einmal den Gesetzen der Logik gehorchen, ihre Darstellung von Trump als chaotisch und uneinsichtig zu retten.

Wir fassen hier den Artikel „Media Double Down After New York Times Gets Busted Peddling Fake News“ für Sie zusammen, damit Sie einmal vergleichen können, wie die Medien in den USA im Vergleich zu Deutschland mit eigenen Fehlern umgehen.

Worum ging es?

Es ging um ein Hintergrundbriefing für die Presse, das von Offiziellen (Beratern) des Weißen Hauses durchgeführt wurde. Thema: Absage des Gipfeltreffens Trump – Kim und die Chancen, es evtl. doch noch am 12. Juni durchführen zu können.

Hier die Zusammenfassung:

Vor kurzem gab es ein echtes Journalisten-Briefing im Weißen Haus mit echten Beratern/Offiziellen des Weißen Hauses. Aber man kann nicht darauf vertrauen, dass die New York Times es richtig wiedergibt. Noch nicht einmal bei wichtigen Nachrichten.

In den USA sind besonders die Washington Post und die New York Times ständig darum bemüht, US-Präsident Donald Trump in ein schlechtes Licht zu rücken. Doch manchmal kann es geschehen, dass so etwas sich rächt, insbesondere, wenn man nicht sorgfältig darauf achtet, Gesagtes richtig wiederzugeben.

Viele Journalisten behaupteten, dass Trump, im Hinblick auf das geplante Gipfeltreffen mit Nordkorea am 12. Juni, viel zu sehr darauf fixiert sei, zu gewinnen, als dass er den Verhandlungstisch verlassen würde.

David Nakamura von der Washington Post schrieb, dass Trump darauf versessen sei, als Sieger, der Geschichte schreibt, dazustehen, wo alle anderen Präsidenten vor ihm versagt hätten und dass er dafür auch die Substanz der Verhandlungen opfern würde. Sein Kollege Paul Waldman schrieb am selben Tag, dass Trump sich zum Narren machen lassen würde.

Nordkorea hatte nach der Absage des Treffens durch Trump eingelenkt und die Verhandlungen über ein Gipfeltreffen wurden wieder gestartet.

Mark Landler und David Sanger von der New York Times behaupteten in einem Artikel, dass es schwere Differenzen zwischen Trump und seinen Beratern gäbe. Als Beleg dafür schrieben sie, dass Trump gesagt hätte, dass er ein Treffen auch am 12. Juni noch für möglich halte, während seine Berater dies als unmöglich bezeichnet hätten.

Die New York Times schrieb

As with so many issues involving this president, the views of his aides often have little effect on what he actually says. On Thursday, for example, a senior White House official told reporters that even if the meeting were reinstated, holding it on June 12 would be impossible, given the lack of time and the amount of planning needed.

On Friday, Mr. Trump said, ‘It could even be the 12th.’

Wie bei so vielen Dingen, mit denen der Präsident zu tun hat, haben die Ansichten seiner Berater oft keine Auswirkung auf das, was er sagt. Am Donnerstag sagte zum Beispiel ein leitender Offizieller des Weißen Hauses zu Reportern, dass, auch wenn das Treffen doch noch stattfinden würde, es unmöglich sei, dieses am 12. Juni durchzuführen, da die Zeit zu knapp sei und zu viel geplant werden müsse.

Am Freitag sagte Trump: „Es könnte sogar der 12. sein“

Trumps Antwort auf Twitter

Die [email protected] zitiert „ein leitender Offizieller des Weißen Hauses“, den es nicht gibt, hätte gesagt “auch wenn das Treffen doch noch stattfinden würde, es unmöglich sei, dieses am 12. Juni durchzuführen, da die Zeit zu knapp sei und zu viel geplant werden müsse“. WIEDER FALSCH. Benutzt echte Leute, nicht zweifelhafte Quellen.

Trump lag falsch, als er meinte die NYT hätte „zitiert“, sie fassten zusammen, behaupteten aber definitiv, dass der Offizielle das Treffen am 12. Juni „unmöglich“ genannt hätte.

Andere Medien versuchten der NYT zu Hilfe zu eilen und behaupteten, dass sie bei einem Hintergrundgespräch das Wort „unmöglich“ gehört hätten. Yashar Ali, der für die Huffington Post und das New York Magazin schreibt veröffentlichte in einem Tweet sogar einen Audio-Mitschnitt, in dem er, allerdings fehlerhafterweise, einen Beleg für die Richtigkeit der NYT Behauptung sah.

Das wurde gesagt:

REPORTER: Can you clarify that…the President obviously announced in the letter and at the top of the bill signing that the summit is called off. But then, later, he said it’s possible the existing summit could take place, or a summit at a later date. Is he saying that it’s possible that June 12th could still happen?

WHITE HOUSE OFFICIAL: That’s…

REPORTER: Or has that ship sailed, right?

WHITE HOUSE OFFICIAL: I think that the main point, I suppose, is that the ball is in North Korea’s court right now. And there’s really not a lot of time. We’ve lost quite a bit of time that we would need in order to, I mean, there’s been an enormous amount of preparation that’s gone on over the past few months at the White House, at State, and with other agencies and so forth. But there’s a certain amount of actual dialogue that needs to take place at the working level with your counterparts to ensure that the agenda is clear in the minds of those two leaders when they sit down to actually meet and talk and negotiate, and hopefully make a deal. And June 12 is in 10 minutes, and it’s going to be, you know. But the President has said that he has — someday, that he looks forward to meeting with Kim.“

Reporter:

Können Sie das aufklären…. Der Präsident hat ganz offensichtlich in seinem Brief und obendrauf bei der Abzeichnung des Dokuments angekündigt, das der Gipfel abgesagt ist. Aber später hat er dann gesagt, dass es möglich ist, dass der existierende Gipfel [im Sinne von vorbereitet] stattfinden könnte, oder ein Gipfel zu einem späteren Termin. Sagt er, dass es möglich ist, dass es am 12. Juni stattfinden könnte.

Offizieller:

Das…

Reporter:

Oder ist dass das Schiff gesegelt (der Zug abgefahren), richtig?

Offizieller:

Ich denke dass der Hauptpunkt, vermute ich, ist dass der Ball jetzt in Nordkoreas Hälfte liegt. Und es ist wirklich nicht viel Zeit. Wir haben ein bißchen Zeit verloren, die wir brauchen würden um,.. Ich meine, es gab da eine Menge Vorbereitungsarbeiten in den letzten Monaten im Weißen Haus, im Außenministerium und mit anderen Diensten und so weiter. Aber es gibt einen gewissen aktuellen Gesprächsbedarf mit der Gegenseite auf den Fachebenen ,damit sichergestellt ist, dass die Agenda den beiden Führern klar ist, wenn sie sich zu den Verhandlungen niederlassen und sprechen und verhandeln und hoffentlich eine Vereinbarung erzielen. Der 12. Juni ist sozusagen in 10 Minuten, und es wird, sie wissen. Aber der Präsident hat gesagt, dass er… – eines Tages, es begrüßen würde sich mit Kim zu treffen.

Der Berater sagte zu keiner Zeit, dass ein Treffen am 12. Juni „unmöglich“ sei, nur dass es sehr kurzfristig wäre und es wegen der kurzen Zeit schwierig wäre, alles richtig vorzubereiten. Er sprach nicht davon, dass der Zug abgefahren wäre, betonte nur dass der Ball jetzt in Nordkoreas Hälfte liege und sie jetzt schnell reagieren müßten.

Sehr schwierig heißt nicht unmöglich

Kurz gesagt: Es gab ein Briefing im Weißen Haus, in dem ein echter Berater (Offizieller) mit den Reportern gesprochen hat.

Der Fokus der Berichterstattung der NYT lag darauf zu zeigen, dass Trump andere Dinge tut und sagt als seine Berater empfehlen und er mit ihnen deswegen über Kreuz läge. Die Zielrichtung war, Trump als eigensinnig und unbelehrbar hinzustellen. Der Umstand, dass es keine Uneinigkeit zwischen Trump und seinen Beratern gab, zerstörte die Geschichte der NYT.

Keine Richtigstellung sondern…

Was jetzt von Seiten der Anti-Trump Medien kam, kann wohl mit Recht als absurd bezeichnet werden. Anstatt zuzugeben, dass die NYT Reporter entweder nicht richtig zugehört haben oder, das Gehörte falsch zusammengefaßt haben, wurde jetzt Trump der Lüge bezichtigt. Warum? Die Argumentationskette wurde so aufgebaut: Es gibt ein Weißes Haus, in dem ein Berater, der zweifelsfrei existiert, zu dem genannten Termin Reportern ein Briefing gegeben hat. Trump sagte in seinem Tweet, das keine Quelle existierte, die gesagt hat, dass ein Treffen am 12. Juni unmöglich wäre – aber eine Quelle existierte, die das nicht gesagt hat. Also lügt Trump.

Wer sich bei dieser Argumentation an kleine Kinder mit schokoverschmierter Schnute erinnert fühlt, die gar nicht wissen, wer den Schokopudding heimlich aufgegessen hat und jeden als Lügner bezeichnen, der auf sie zeigt, könnte ganz gut liegen.

Wie besagte ertappte kleine Kinder versuchten die Medien jetzt damit zu argumentieren, dass es sehr wohl Berater gäbe, die etwas beim Briefing gesagt hätten, allerdings wurde das auch nie in Frage gestellt.

Maggie Haberman von der NYT twitterte:

Stellen Sie sich vor, sie wären der Berater, der das Hintergrundbriefing durchgeführt hat, und dann schreibt ihr Boss, dass Sie nicht existieren.

Weiter wird davon abgelenkt, dass es keine Quelle gab, die das gesagt hat, was die NYT behauptet hat. Wenn der Berater verärgert ist, dann wohl am ehesten darüber, dass die NYT sich als unfähig erwiesen hat, die Informationen, die er ihnen vortrug, richtig wiederzugeben.

Aber selbst Twitter [email protected] schrieb am 26. Mai in einem Editorial: „Trump beschuldigte die @nytimes, einen Berater des Weißen Hauses zu zitieren, „der nicht existiert“. Reporter @yashar Ali hat eine Audio-Aufzeichnung gefunden, die der Behauptung widerspricht.“

Aber Vorsicht, wer glaubt Trump hätte gesagt, dass es kein Briefing mit Beratern gegeben hätte, sieht sich dadurch natürlich bestätigt. Wer erwartet, dass die NYT keine Aussagen erfinden soll, um sie jemandem in den Mund zu legen, kann dem im Editorial von Twitter Geschriebenen natürlich keinen Sinn abgewinnen.

Der „Federalist“ beschließt seinen Artikel mit der Feststellung, dass die Tweets und auch die Dinge, die Trump spontan sagt, manchmal ein regelrechter Wortsalat sein können. Man muss schon sehr genau lesen und zuhören. Trump schrieb von einer „nicht existierenden Quelle“ die „unmöglich“ gesagt hätte, was zwar stimmt aber missverständlich ist. Hätte er von einer „existierenden Quelle“ geschrieben die nicht „unmöglich“ gesagt hat, wäre es eindeutiger gewesen.

Allerdings hat Trump dem aufmerksamen Beobachter dadurch ermöglicht, an einem weiteren Beispiel zu sehen, wie nachlässig manche Journalisten mit Gesprochenem und Geschriebenem umgehen.