Trump schimpft „unehrliche Medien“ – nennt sie verantwortlich für Spaltung der Gesellschaft

Von 23. August 2017 Aktualisiert: 23. August 2017 21:31
US-Präsident Trump macht die Medien verantwortlich für die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft: Gestern hielt er eine Rede mit mehr als 20 Minuten Medienschelte.

Gestern in Arizona: US-Präsident Donald Trump verwendete 20 von 80 Redeminuten darauf, sein Verhalten nach Charlottesville zu erklären und machte den Medien schwere Vorwürfe.

Vor 15.000 Unterstützern in Phoenix las Trump noch einmal alle seine drei (!) Statements zu den Unruhen vor, die „das Herz Amerikas getroffen haben“. Er stehe hier mit „einer ganzen Arena“ voller Leute, welche „die Schläger“ verurteilen, die in Charlottesville „Hass und Gewalt“ ausübten, so Trump.

Dann sprach er über seine Wortwahl, mit der die US-Medien nicht zufrieden waren.

Ich rief offen auf zu Zusammenhalt, Heilung und Liebe – und das wissen sie [die Medien]. Sie waren ja alle da.“ Trump machte die Medien für die Spaltung der amerikanischen Gesellschaft verantwortlich:

„Wenn ihr die Ursache der Spaltung unseres Landes entdecken wollt, dann schaut euch nur die Fake News und die korrupten Medien an, die lieber Quoten und Klicks bekommen wollen, als die Wahrheit zu sagen.“

Trumps Rede im Video:

Medien haben eine „Doppelmoral“

„Ich sagte, Rassismus ist böse. Aber sie picken nur einen halben Satz hier oder da heraus“, so Trump.

Trump wiederholte noch einmal seine Verurteilung von Neonazis, Weißsuprematisten und Ku Klux Klan – und weiteren „Hassgruppen“. Und er fügte hinzu: „Die einzigen Leute, die diesen Hassgruppen eine Plattform geben, sind die Medien selbst und die Fake News.“

Die Medien hätten eine Doppelmoral. Er jedoch habe betont: „Diejenigen, die im Namen des Fanatismus Gewalt ausüben treffen damit Amerika ins Herz.“

Trump meinte, er könne mit Medienattacken umgehen,  sobald die Medien jedoch die Anständigkeit seiner Unterstützer attackierten, sei für ihn die rote Linie überschritten.

Es sei Zeit, die Medien mit ihrer Verantwortung zu konfrontieren, die sie für die Spaltung Amerikas tragen. Und nebenbei seien sie dabei „unsere Geschichte und unser Erbe“ zu entfernen. Er glaube nicht, dass die Medien sich ändern werden, so Trump. Andernfalls würde er ja nicht in solchem Ton über sie reden.

Mauer soll kommen – egal wie

Trump bekräftigte außerdem, den „Sumpf“ der Lobbyisten in Washington trocken legen zu wollen und dass man die Grenzmauer zu Mexiko „auf die eine oder andere Art“ bauen werde – auch wenn die Finanzierung noch nicht die gefunden sei.

Er schloss seine Rede mit dem Fazit:

„Wir sind die Nation die den Panama-Kanal gegraben, zwei Weltkriege gewonnen, einen Menschen auf den Mond geschickt UND den Kommunismus besiegt hat!“ Es gebe nichts, was Amerika nicht schaffen könne.

Zuvor hatte der US-Präsident ein Team von Grenzschützern in Yuma besucht und sich deren Ausrüstung zeigen lassen. Sein Event in Phoenix war von Protesten begleitet.

 

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