„Trump verachtete Epstein“: Trump war „der Einzige“, der die Staatsanwaltschaft 2009 im Epstein-Fall unterstützte

Epoch Times9. Juli 2019 Aktualisiert: 9. Juli 2019 18:50
Wer hatte mit dem verurteilten Kinderschänder Jeffrey Epstein welche Beziehungen? Über diese Frage wird im Internet heftig spekuliert. Auch die Frage wie eng US-Präsident Donald Trump mit Epstein befreundet war beschäftigt die User.

Der US-Milliardär Jeffrey Epstein soll Dutzende Minderjährige sexuell missbraucht und zur Prostitution angestiftet haben. Laut der am Montag veröffentlichten Anklageschrift wirft ihm die New Yorker Staatsanwaltschaft Sexhandel und Verschwörung zum Sexhandel vor. Der Investmentbanker wies bei einer Anhörung vor dem New Yorker Bezirksgericht alle Anschuldigungen zurück. Bei einer Verurteilung drohen dem 66-Jährigen, der früher unter anderem den heutigen US-Präsidenten Donald Trump, Ex-Präsident Bill Clinton und Prinz Andrew zu seinen Freunden zählte, bis zu 45 Jahre Haft.

Eine weitere Gerichtsanhörung, bei der Epstein auf Kaution vorerst freikommen könnte, wurde für Donnerstag angesetzt. Staatsanwalt Geoffrey Berman will nach eigenen Angaben beantragen, dass der Milliardäre bis zu einem möglichen Prozess in Gewahrsam bleibt. Das Fluchtrisiko sei hoch, sagte Berman. Epstein verfüge über enormen Reichtum, und die Anschuldigungen wögen sehr schwer.

Laut dem Staatsanwalt soll Epstein zwischen 2002 und 2005 Dutzende junger Mädchen bei sich zu Hause in New York und Florida sexuell missbraucht haben. Er habe ihnen große Summen in bar bezahlt und einige zudem dazu gebracht, weitere Mädchen anzuwerben.

Einige seiner Opfer waren erst 14 Jahre alt und „höchst anfällig für Ausbeutung“, sagte Berman. Epstein sei bewusst gewesen, „dass viele der Opfer Minderjährige waren“. Der Staatsanwalt wies darauf hin, dass die Anstiftung von Minderjährigen zur Prostitution nach dem Gesetz eine Straftat sei – auch, wenn seine Opfer eingewilligt hätten.

Virginia Roberts die Schlüsselfigur im Fall Epstein

Eines von Epsteins Opfern Virginia Roberts Giuffre, hatte als Aushilfe in der Umkleide des Spa von Donald Trumps Mar-A-Lago-Club gearbeitet. Dort lernte sie mit 15 Jahren die viel ältere Ghislaine Maxwell kennen. Laut Virginia Roberts Giuffre hatte die Tochter des 1991 unter mysteriösen Umständen verstorbenen Medienmoguls Robert Maxwell ihrem Ex-Geliebten, dem Angeklagten Jeffrey Epstein, geholfen, sich selbst und andere minderjährige Mädchen auf Sex-Partys zu vermitteln. Diese Partys fanden demnach in den vielen Villen des Milliardärs in New York, New Mexico, Palm Beach und auf den Virgin Islands statt. Zu den Gästen soll auch Prinz Andrew gehört haben. Es gibt auch ein Foto von Prinz Andrew und Virginia Roberts Giuffre. Sie selbst habe auch andere minderjährige Mädchen für Orgien angeworben, so das Epstein-Opfer. Ghislaine Maxwell hatte Virginia Roberts Giuffre als Lügnerin bezeichnet, zahlte ihr aber Millionen damit das Verfahren beigelegt wurde.

Das war im Jahr 2017. Die Aufzeichnungen zu dem Fall wurden versiegelt. Dies führte zu einer Berufung durch den Filmemacher und Blogger Mike Cernovich, der sich später dem Miami Herald und mehreren anderen Klägern anschloss, darunter Ex-Harvard Professor und Rechtsanwalt Alan Dershowitz, der durch die Freigabe der Dokumente versucht, seine Unschuld zu beweisen. Virginia Roberts Giuffre behauptete, als Minderjährige bei einer Epstein-Party Sex mit Dershowitz gehabt zu haben, was dieser bestreitet.

Festnahme Epsteins

Epstein war am Samstag nach der Landung seines Privatjets an einem Flughafen in New Jersey festgenommen worden. Zuvor hatte er sich in Paris aufgehalten. Bei einer Durchsuchung seines Anwesens in Manhattan wurden laut dem Staatsanwalt am Wochenende Nacktfotos von augenscheinlich minderjährigen Mädchen beschlagnahmt.

Es ist nicht das erste Verfahren gegen den Investmentbanker mit besten Verbindungen in die Politik und zu Prominenten. Bereits vor mehr als zehn Jahren war er wegen ähnlicher Anschuldigungen von einem Bezirksgericht im Bundesstaat Florida verurteilt worden.

Aufgrund einer außergerichtlichen Vereinbarung, die der heutige US-Arbeitsminister Alexander Acosta als damaliger Staatsanwalt mit ausgehandelt hatte, erhielt Epstein eine 18-monatige Haftstrafe und kam nach 13 Monaten frei. Ein Verfahren vor einem Bundesgericht blieb ihm im Gegenzug erspart. Recherchen des „Miami Herald“ ergaben zudem, dass der Milliardär großzügige Hafterleichterungen wie täglichen Freigang genoss.

Die Vereinbarung blieb lange Zeit unter Verschluss. Durch die Enthüllungen rückte nun auch die Rolle Acostas in der Angelegenheit in den Fokus.

Epsteins Anwalt Reid Weingarten warf den Behörden vor, die alten Beschuldigungen aus dem Verfahren in Florida wieder neu aufzulegen. Die Vorwürfe seien den US-Behörden schon 2008 bekannt gewesen, als sie den Vergleich mit Epstein geschlossen hätten. Dieser schütze ihn vor jeglicher Strafverfolgung auf Bundesebene.

Staatsanwalt Berman sagte hingegen, die Vereinbarung gelte nur für den Bezirk Florida. Die New Yorker Staatsanwaltschaft fühle sich nicht an sie gebunden. Für Epsteins zahlreiche Opfer sei es wichtig, dass er zur Rechenschaft gezogen werde. Der Staatsanwalt und ein FBI-Vertreter riefen mögliche weitere Opfer auf, sich zu melden.

Flugprotokolle beweisen: Bill Clinton war im „Lolita Express“

Unterdessen wird im Internet spekuliert, wer genau von den neuen Beweisen betroffen sein könnte. Die Demokraten meinen, dass Präsident Trump belastet würde – dieser hatte Epstein einst einen „tollen Kerl“ genannt, der „schöne Frauen genauso mag wie ich und viele von ihnen sind auf der jüngeren Seite“. Nichtsdestotrotz hatte Trump, laut Medienberichten, Epstein den Zugang zu seinem Mar-a-Lago-Club verwehrt, nachdem dieser ihn mit einem jungen Mädchen erwischt hatte.

Andere Beobachter konzentrieren sich auf die Clintons. Ein Bericht der „New York Post“ von 2016 beschrieb, wie nahe sich Epstein und die Clintons standen:

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Epstein hat den größten Teil seines Erwachsenenlebens damit verbracht, Beziehungen zu den mächtigsten Männern der Welt aufzubauen. Flugprotokolle beweisen, dass Bill Clinton von 2001 bis 2003 insgesamt 26 Mal in Epsteins Privatflugzeug geflogen ist, das von der Presse als der „Lolita Express“ bezeichnet wurde. Nach der Verhaftung Epsteins im Juli 2006 zeigten Unterlagen der US-Steuerbehörden, dass Epstein in diesem Jahr der Clinton Foundation 25.000 US-Dollar gespendet hatte.

Christine Pelosi, die Tochter der Demokratin und schärfsten Trump-Kritikerin, Nancy Pelosi, schrieb auf Twitter:

Der Fall Epstein ist entsetzlich und die jungen Frauen verdienen Gerechtigkeit. Es ist sehr wahrscheinlich, dass einige unserer Favoriten involviert sind, aber wir müssen den Tatsachen ins Auge sehen. Wo gehobelt wird, fallen Späne, und einige der Späne werden bei Republikanern oder Demokraten fallen.

Anwalt: Trump war die „einzige Person“ die Hilfe leistete

Nach einer finanziellen Einigung im Jahr 2018 zwischen dem Florida-Anwalt Bradley Edwards – der Epsteins Anklägerinnen vertrat und später von Epstein angeklagt wurde – behauptete Edwards in einem nun aufgetauchten Video, Donald Trump sei die „einzige Person“, die Hilfe geleistet hätte, als Edwards Vorladungen und Bekanntmachungen an hochkarätige Personen ausstellte – Personen, die mit Epstein verbunden sind. Zerohedge berichtete.

Im Video sagte Edwards:

Das Einzige, was ich über Präsident Trump sagen kann, ist dies: Als ich 2009 vielen Leuten Vorladungen zustellte oder zumindest einige sehr gut vernetzte Persönlichkeiten wissen ließ, dass ich mit ihnen reden wollte, da war Trump der Einzige, der mich anrief und sagte: ‚Lass uns reden. Ich gebe dir so viel Zeit, wie du willst. Ich werde dir sagen, was du wissen musst.‘ Er war wirklich sehr hilfsbereit. Bei allem, was er mir sagte, gab es keinerlei Hinweis darauf, dass er irgendwie in den Fall verwickelt war. Er verfügte aber über solide Informationen. Das hat uns sehr geholfen und wir mussten ihn 2009 deshalb nicht unter Eid befragen.“

Glenn Simpson von Fusion GPS, die Recherchefirma der Opposition, die auch hinter dem Russland-Dossier steckt, versuchte bereits früher Beweise für eine enge Beziehung zwischen dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und dem Milliardär Jeffrey Epstein zu finden. Scheiterte jedoch.

Laut „Washington Times“ hatten Trump und Epstein aber nur eine engere Bekanntschaft. Die Zeitung schrieb, dass Journalisten der „Washington Times“ erzählt hätten, dass Simpson darauf aus gewesen sei, eine enge Beziehung zwischen Trump und Epstein auszumachen. Weiter schrieb die Zeitung:

Ken Silverstein, der Reporter, der letztendlich einen Epstein-Trump-Bericht schrieb, bestätigte gegenüber der Times, dass Fusion GPS die Geschichte lanciert hatte.“

Der Reporter Silverstein, der für das linke Netzwerk „Vice“ die Story schrieb, wurde von der „Washington Times“ gefragt, ob Fusion GPS der Motor hinter der Epstein-Trump-Story sei:

Da Sie gefragt haben, ja, sie haben mir dabei geholfen, sagte Mr. Silverstein. Aber wie Sie sehen können, konnte ich keine Beweise vorlegen, dass sich Trump und Epstein sehr nahe standen, und die Leute von Fusion GPS wären von dieser Geschichte kaum beeindruckt gewesen. Meiner Meinung nach war dies die beste Geschichte über Trumps Verbindungen zu Epstein, aber ich habe es nicht geschafft, ihn festzunageln. Trumps Verbindungen zu ihm waren im Vergleich zu den Verbindungen mit Bill Clinton gering“, so Silverstein zur „Washington Times“.

Im Januar 2016 brachte „Vice“ Silversteins Geschichte über Trumps Verbindungen zu Epstein, die als eher „geselliger Natur“ eingestuft wurden. Im April 2018 berichtete das Protal „Radar“:

Nach unserer Recherche gehörte Trump zu den Dutzenden renommierter New Yorker, die Epstein kannten, ihn aber verachteten, nachdem die Polizei in Palm Beach das schmuddelige Doppelleben der Finanziers aufgedeckt hatte.“

Das Magazin schrieb auch: der damalige Präsidentschaftskandidat Trump hatte Epstein den Zutritt zu seinem berühmten Mar-a-Lago-Club verwehrt, weil er Epstein mit einem jungen Mädchen erwischt hatte. (so/afp)