ZDF-Reporter in Syrien: Augenzeugen erzählen, Gasangriff in Duma war eine Inszenierung der Islamisten

Von 23. April 2018 Aktualisiert: 24. April 2018 9:27
ZDF-Korrespondent Uli Gack berichtet Interessantes aus Syrien. In Bezug auf den angeblichen Giftgasangriff auf Duma sagt Gack: "Die Leute haben uns in einem Ton der Überzeugung erzählt, dass diese ganze Geschichte inszeniert wurde."

In der ZDF Heute-Sendung am Samstag, sagte der Syrien-Korrespondent Uli Gack: Der Chemieangriff auf das syrische Duma könnte von Islamisten inszeniert worden sein.

Augenzeugen berichteten dem ZDF-Reporter, dass lokale Kämpfer den angeblichen Giftgasangriff in Duma inszeniert und als einen Chemieangriff der syrischen Armee dargestellt haben.

Während einer Live-Zuschaltung aus Damaskus sagte Gack: „Die Leute haben uns in einem Ton der Überzeugung erzählt, dass diese ganze Geschichte inszeniert wurde.“

Augenzeugen: Terroristen stellten Chlorgas-Behälter auf

Der Journalist besuchte ein Flüchtlingslager in der Nähe der syrischen Hauptstadt Damaskus, wo „etwa 20.000 Menschen aus Ost-Ghuta und besonders aus Duma“ leben.

Die Leute dort erzählten ihm, dass islamistische Gruppen in Duma zum Zeitpunkt des Vorfalles einen „Kommandoposten“ besetzt hielten. Dort hätten die Islamisten Kanister mit Chlor aufgestellt und darauf gewartet, „dass dieser hoch interessante Ort von der syrischen Luftwaffe bombardiert wird. Das ist auch geschehen. Dabei seien die Chlorgas-Behälter explodiert,“ so Gack.

Die Einheimischen sagten dem ZDF-Journalisten auch, dass die Extremisten bereits mehrmals solche Aktionen durchgeführt haben.

Falsche Beweise

Zudem berichteten die Menschen davon, dass Terroristen Zivilisten während einer sogenannten Trainingsübung absichtlich chemischen Substanzen aussetzen. Darauf hin wurden Filmaufnahmen der Zivilisten als vermeintliche Beweise für den angeblichen chemischen Angriff der syrischen Regierung am 7. April in Duma präsentiert.

Auf Grund dieser Videoaufnahmen und Fotos bombardierte Washington und seine Verbündeten am 14. April Damaskus. Auf eine Untersuchung der Organisation für das Verbot der chemischen Waffen (OPCW) wurde nicht gewartet.

Der Reporter bemerkte, er könne die Aussagen der Interviewten nicht überprüfen. Er könne auch nicht sagen, ob sie alle wahr seien. Aber, so Gack, die Menschen sprechen „in einem Ton der Überzeugung“ und „irgendwie scheint da schon was dran zu sein“.

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