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Coronavirus erreicht Spitzenfußball: DFB-Länderspiel gegen Italien fällt aus – Bundesliga gefährdet

Von 6. März 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 13:05
Nach der Tourismusmesse ITB und der Leipziger Buchmesse hat das Coronavirus auch den Spitzenfußball erreicht. Das für 31. März geplante DFB-Länderspiel in Nürnberg gegen Italien wird voraussichtlich ausfallen. Über die Bundesliga soll wöchentlich entschieden werden.

Bislang waren es vor allem Veranstaltungen mit Publikum aus einer Vielzahl an Herkunftsländern, die in Deutschland dem Coronavirus zum Opfer gefallen sind – beispielsweise die Berliner Tourismusmesse ITB oder die Leipziger Buchmesse. Nun hat die Sorge vor einer weiteren Ausbreitung auch den Spitzenfußball eingeholt. Wie das Portal „In Franken“ berichtet, steht das geplante DFB-Testspiel gegen Italien, das am 31. März in Nürnberg stattfinden soll, vor dem Aus.

Am Donnerstagnachmittag (5.3.) gaben Vertreter der Stadt sowie des örtlichen Gesundheitsamtes bekannt, dass die Stadt sich in Verhandlungen mit dem DFB für eine Absage einsetzen wird. Die Lage, so äußerte Dr. Peter Pluschke, Nürnbergs Referent für Umwelt und Gesundheit, sei zu riskant, da sich die Dynamik in Italien während der vergangenen Wochen verschärft habe.

Mönchengladbach in unmittelbarer Nähe zu Coronavirus-Hochburg Heinsberg

Theoretisch sei es zwar noch möglich, das Match als Geisterspiel auszutragen. Wahrscheinlicher sei jedoch, so berichtet „In Franken“ weiter, dass das Länderspiel nicht die einzige Begegnung im Spitzenfußball sein werde, die ausfallen könnte.

Mittlerweile seien auch Spiele der Deutschen Bundesliga gefährdet. Alle Städte von Bundesligamannschaften der ersten und zweiten Liga, so Pluschke, würden fortan an einer wöchentlichen Konferenz teilnehmen, wo man sich gemeinsam mit dem Bundesgesundheitsministerium bezüglich der Optionen zur Umsetzung des Spielplans verständigen werde.

Insbesondere die Spiele von Borussia Mönchengladbach seien latent gefährdet – nicht zuletzt wegen der unmittelbaren räumlichen Nähe zu Heinsberg, wo sich deutschlandweit die meisten Personen in Quarantäne befinden, nachdem dort der erste Fall einer Infektion mit dem Coronavirus nachgewiesen werden konnte.

Fußball am kommenden Wochenende nicht gefährdet

NRW-Gesundheitsminister Karl Josef Laumann hatte am Donnerstagmorgen darauf hingewiesen, dass Fußballspiele aufgrund des sich ausbreitenden Coronavirus nicht auf Landesebene abgesagt werden sollten. Demnach müsse man bundesweit entscheiden, ob eine Saison insgesamt verschoben werde oder nicht, sagte Laumann.

Die Spiele am kommenden Wochenende seien jedoch nicht gefährdet. Das zuständige Gesundheitsamt der Stadt Mönchengladbach hatte keinen Grund dafür gesehen, das Bundesligaspiel am Samstagabend um 18.30 Uhr zwischen Borussia Mönchengladbach und Borussia Dortmund abzusagen.

Mit dem Blick auf den Kreis Heinsberg sagte Mönchengladbachs Pressesprecher Markus Aretz zudem, dass Fans, die aus dem stark betroffenen Kreis Heinsberg zum Spiel kommen wollen, nicht zu Hause bleiben müssen. „Wir möchten nicht den Eindruck erwecken, dass wir irgendjemanden bitten, nicht zum Spiel zu kommen. Nur wir wissen, dass im Kreis Heinsberg gerade eine besondere Situation ist und die Bevölkerung da vielleicht auch besonders sensibilisiert ist“, sagte Aretz. Als Entschädigung für das freiwillige Nichterscheinen bietet der Verein seinen Fans aus Heinsberg an, das nächste Europapokal-Heimspiel umsonst besuchen zu dürfen.

Bundesliga wöchentlich auf dem Prüfstand

Der BVB gab am Donnerstag bekannt, dass das Team zum Champions-League-Spiel bei Paris Saint-Germain im kleinen Kreis reisen wolle. Sponsoren und Medienvertreter würden nicht mitfliegen. „Spieler und Trainer verzichten vorübergehend auf ‚Selfies‘ mit ihren Fans und geben auch keine Autogramme“, gab der BVB zudem bereits am Montag auf seiner Internetseite bekannt. Eine „mögliche Tür für ‚Covid-19‘ in die Mannschaftskabine“ soll laut des Vereins damit geschlossen werden und bat um Verständnis.

In Zukunft wird jedoch, wie auch Nürnbergs Gesundheitsreferent Pluschke gegenüber „In Franken“ betonte, wöchentlich darüber entschieden, ob Bundesligaspiele stattfinden können oder nicht.

Was Maßnahmen aufgrund des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) anbelangt, sind die lokalen Gesundheitsbehörden dafür verantwortlich, diese bei Bedarf zu treffen. So entscheiden die Ämter vor Ort, ob Kindergärten gesperrt, Fußballspiele oder Messen abgesagt werden, Schwimmbäder geöffnet bleiben, Demonstrationen stattfinden oder eine Quarantäne über bestimmte Personen oder Einrichtungen verhängt wird. Im Extremfall liegt es an den örtlichen Behörden, eine Ausgangssperre zu verhängen.

(Mit Material von Reuters)

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