YouTube sperrt Werbung bei Coronavirus-Videos – Petition erreicht in einer Woche 60.000 Unterschriften

Von 28. Februar 2020 Aktualisiert: 11. März 2020 14:31
Seit einiger Zeit markiert YouTube Videos im Zusammenhang mit dem Coronavirus, die nicht von offiziellen Stellen kommen, mit einem gelben Dollarzeichen. Das heißt, das aus ihnen keine Werbeeinnahmen erzielt werden können und dass die Videos nicht empfohlen werden. Eine Petition an das Weiße Haus, YouTube zu einer Erklärung zu zwingen, erhielt binnen einer Woche über 60.000 Unterschriften.

Mehr als 60.000 Unterzeichner fordern vom Weißen Hauses in einer Petition eine „Überprüfung des gelben Etiketts“ von YouTube. Diese Kennzeichnung tritt zuletzt vermehrt bei Videos über das Coronavirus auf, die nicht von offiziellen Stellen kommen und verwehrt YouTubern Werbeeinnahmen aus ihren Videos.

Aufgefallen war die sogenannte Entmonetarisierung zwei YouTubern aus Hongkong, deren Videos weder Gewinne erbrachten, noch eine Empfehlung erhielten. Diese Einschränkung führte zu der Frage, ob YouTube diese Videos gezielt unterdrückt (zensiert). Vor einer Woche haben Internetnutzer daraufhin auf der Website des Weißen Hauses eine Petition gestartet und YouTube aufgefordert, zu erklären, warum die Plattform die Redefreiheit derart einschränkt.

YouTube: Videos über Coronavirus „nicht geeignet“

In der Petition heißt es, YouTube müsse erklären, warum Videos „zum Thema Coronavirus, insbesondere aus Hongkong, Taiwan und Korea“ zensiert oder markiert werden. Eine Erste Antwort der Betreiber der Videoplattform lautete, Videos, die sich auf das Coronavirus konzentrieren, fallen unter die Richtlinie „Sensible Inhalte“, weshalb die Plattform Werbemaßnahmen einschränkt.

„Offensichtlich zensiert und beschränkt YouTube die Redefreiheit zugunsten der KPCh“, schreiben die Initiatoren der Petition weiter. Sie fragen, ob China sich an den Aktionen von YouTube zur Einschränkung der Redefreiheit beteiligt oder ob die chinesische Regierung YouTube zwingt, die Richtlinien der KPCh einzuhalten?

Binnen einer Woche erzielte die Petition bereits über 60.000 Unterschriften. Kommen bis zum 22. März noch 40.000 hinzu, muss der Petitionsausschuss des Weißen Hauses das Thema auf seine Tagesordnung setzten und diskutieren.

Was hat es mit der gelben Markierung auf sich?

Kürzlich beschwerten sich YouTuber, darunter News-Blogger in Hongkong und Taiwan, dass viele der von ihnen produzierten Videos „gelb markiert“ seien. Diese Videos beschäftigten sich hauptsächlich mit den aktuellen Ereignissen rund um das Coronavirus und seinen Folgen. Die Markierung mit dem gelben Dollarzeichen schließt die Möglichkeit aus, dass diese Videos Gewinne erzielen können.

Konkret bedeutet die Markierung, dass YouTube das Video als „für die meisten Werbetreibenden nicht geeignet“ einstuft. Dies wiederum wirkt sich auf die Anzahl der Werbeanzeigen aus. Damit reduzieren sich die Werbeeinnahmen erheblich und die Videos erschienen nicht mehr in den Empfehlungen von YouTube, was die Reichweite begrenzt.

Wie die chinesische Epoch Times berichtet, soll der Google-Algorithmus außerdem aktiv die Reichweite kritischer Beiträge auf verschiedenen Sozial Media Plattformen beschränken. Zu den verbotenen Themen gehören unter anderem die Bereitstellung alternativer Erklärungen, höhere Zahlen von Todesopfern oder Meldung möglicher Mutationen oder Ursachen des Coronavirus.

Auch kritische Kommentare unter Videos und Beiträgen müssten von der Google-AI freigegeben werden, sobald der Inhalt als sensibel eingestuft wurde. Ein ähnliches Verhalten vonseiten YouTubes konnte zu Beginn der Hongkong-Proteste beobachtet werden.

Einschränkung für Nutzer nicht sichtbar

Die gelbe Markierung ist dabei nur für denjenigen sichtbar, der das Video hochgeladen hat. Normale Nutzer bekommen die Einschränkung höchstens durch das Ausbleiben von Werbung mit. Ein Blick in den YouTube-Kanal der Epoch Times Deutsch zeigt, dass auch anderen Themen eingeschränkt werden.

Das Video über die Pressekonferenz von Gesundheitsminister Jens Spahn anlässlich des Coronavirus stammt ursprünglich von der Nachrichtenagentur Reuters. Epoch Times ergänzte lediglich den Titel und das Vorschaubild – und wurde mit dem gelben Dollarzeichen versehen.

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