Ausgangsbeschränkungen haben die Nachfrage bei Amazon explodieren lassen.Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa/dpa

Corona-Krise kurbelt Amazon-Geschäft an

Epoch Times1. Mai 2020 Aktualisiert: 1. Mai 2020 6:52
Der weltgrößte Onlinehändler Amazon ist in der Corona-Pandemie noch gefragter als sonst. Doch der Konzern machte bei dem großen Andrang keine besonders gute Figur und geriet wegen seiner Arbeitsbedingungen in die Kritik. Nun will Amazon-Chef Jeff Bezos massiv investieren.

Der boomende Handel im Internet und florierende Cloud-Dienste bescheren Amazon in der Corona-Krise starke Geschäftszuwächse.

Im ersten Quartal stieg der Umsatz verglichen mit dem Vorjahreswert um 26 Prozent auf 75,5 Milliarden Dollar (68,9 Mrd Euro), wie der weltgrößte Online-Händler nach US-Börsenschluss mitteilte. Allerdings hat Amazon wegen der Pandemie auch hohe Ausgaben – etwa aufgrund einer Einstellungsoffensive angesichts des großen Kundenansturms auf seine Lieferdienste.

Der Quartalsgewinn fiel um rund 30 Prozent auf 2,5 Milliarden Dollar. Die größten Belastungen stehen jedoch noch bevor. Für das laufende Vierteljahr warnte Amazon vor Sonderkosten von rund 4,0 Milliarden Dollar wegen der Corona-Pandemie. Der Konzern will etwa in seine Lieferlogistik und in Maßnahmen zum Schutz der Mitarbeiter investieren. Für das Betriebsergebnis gab Amazon eine Prognose in einer Spanne von minus bis plus 1,5 Milliarden Dollar ab und stellte einen Anstieg der Erlöse zwischen 18 und 28 Prozent in Aussicht. Amazon betonte, dass verlässliche Vorhersagen derzeit schwer seien.

Die Aktie reagierte nachbörslich zunächst mit deutlichen Kursverlusten auf den Quartalsbericht. Dennoch zählt Amazon in der Krise bislang unbestritten zu den großen Gewinnern. In den letzten drei Monaten ist der Aktienkurs um über 30 Prozent gestiegen und hat neue Rekordhochs erreicht. Davon profitiert als Großaktionär auch Chef und Gründer Jeff Bezos stark. Sein Vermögen ist dem Bloomberg Billionaires Index zufolge seit Jahresbeginn um rund 29 Milliarden auf 143 Milliarden Dollar gestiegen, so dass er seinen Status als reichster Mensch der Welt in der Krise noch deutlich ausbaute.

Ausgangsbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie haben die Nachfrage nach Amazons Lieferdiensten in vielen US-Regionen in den letzten Monaten regelrecht explodieren lassen. Das Unternehmen tat sich mit dem großen Andrang jedoch schwer und war zeitweise überfordert. Nach wie vor müssen viele Kunden länger als gewöhnlich warten oder können bei den begehrten Lebensmittelbringdiensten gar keine Bestellungen aufgeben. Diese Probleme will Bezos mit hohen Investitionen beheben. Während US-Unternehmen im Rekordtempo Jobs abbauen, stellt Amazon dafür etwa in großem Stil Mitarbeiter ein.

Im März wurde angekündigt, 100.000 Beschäftigte anzuheuern, um die gestiegene Nachfrage zu bewältigen. Im April folgte die Einstellung weiterer 75.000. Doch Amazon steht wegen seiner Arbeitsbedingungen auch stark in der Kritik – gerade in der Corona-Krise. Der Konzern wird beschuldigt, nicht genug für den Schutz seiner Beschäftigten zu tun und ist immer wieder mit Protesten konfrontiert. Amazon weist die Vorwürfe zurück, könnte aber noch Ärger bekommen. So schalteten sich beispielsweise wegen der umstrittenen Kündigung eines Streik-Organisators in New York der dortige Bürgermeister Bill de Blasio und die mächtige Generalstaatsanwältin Letitia James ein.

Verlassen kann sich der Konzern in der Ära des Zuhausebleibens und der Heimarbeit indes weiter auf sein lukratives Cloud-Geschäft, das IT-Dienste und Speicherplatz im Internet umfasst. Amazons Aushängeschild, die Web-Plattform AWS – der Marktführer bei Cloud-Services für Unternehmen – steigerte die Einnahmen im jüngsten Quartal um fast ein Drittel auf 10,2 Milliarden Dollar. Der Betriebsgewinn der Sparte wuchs sogar um rund 40 Prozent auf 3,1 Milliarden Dollar. Amazons größter Cloud-Rivale Microsoft hatte am Vortag ebenfalls starkes Wachstum in diesem Bereich gemeldet. (dpa)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion