Konjunktur: Flaute in der chemischen Industrie hält an – Nachfrage der Industriekunden fehlt

Epoch Times4. September 2019 Aktualisiert: 4. September 2019 14:27
Die Geschäfte der deutschen Chemie- und Pharmahersteller laufen immer schlechter. Der Branchenverband VCI hat zum dritten Mal seine Prognose für das Gesamtjahr 2019 nach unten korrigiert.

Schwache Zahlen für das zweite Quartal 2019 haben den Verband der Chemischen Industrie (VCI) veranlasst, bereits zum dritten Mal seine Prognose für das Gesamtjahr 2019 abzusenken. Die Produktion in der drittgrößte Industriebranche Deutschlands ging von April bis Juni im Vergleich zum Vorquartal um 0,7 Prozent zurück. Zum Vorjahresquartal betrug der Rückgang sogar 8,8 Prozent.

Besserung sei nicht in Sicht, berichtete der Verband in Frankfurt. Weil die Chemie viele Vorprodukte liefert, gilt sie als wichtiger Frühindikator für die konjunkturelle Entwicklung der Gesamtwirtschaft.

Als Grund nannte der VCI die fehlende Nachfrage der deutschen Industriekunden, wobei nicht nur der Autosektor schwächelte. Auch aus dem wichtigsten Auslandsmarkt Europa gingen weniger Bestellungen ein. Der Quartalsumsatz stagnierte im Vergleich zum ersten Quartal bei 48 Milliarden Euro und lag damit 4,3 Prozent unter dem Wert aus dem Rekordjahr 2018.

Für das Gesamtjahr 2019 senkte der VCI bereits zum dritten Mal seine Prognose. Er rechnet nun mit einem Umsatzrückgang um 5 Prozent auf 193 Milliarden Euro. Die Produktion werde bei leicht steigenden Chemikalienpreisen um 6 Prozent zurückgehen. Noch im Dezember hatte der Verband ein Produktionswachstum von 1,5 Prozent vorhergesagt. Neben den konjunkturellen Schwankungen spielte auch das Produktionsende eines Blockbuster-Medikaments in Deutschland einen Rolle.

„Die Unternehmen rechnen aktuell nicht mehr mit einer Belebung des deutschen und europäischen Chemiegeschäfts“, fasste VCI-Präsident Hans van Bylen die Lage zusammen. „Vom Handel mit den USA und Asien sind wegen der geopolitischen Risiken nur geringe Wachstumsimpulse zu erwarten.“ In Europa belastet zusätzlich die Gefahr eines harten Brexits die Lage.

Noch ist die Branche mit fast 465.000 Beschäftigten hierzulande aber gut ausgelastet und arbeitet bei einer Auslastung von 83,4 Prozent auf einem hohem Niveau. 2018 erzielten die Unternehmen einen Rekordumsatz von 203 Milliarden Euro. (dpa)

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