Merkel verteidigt Werben für Wirecard bei China-Reise

Epoch Times28. August 2020 Aktualisiert: 28. August 2020 20:07
Der Fall Wirecard könnte sich zum größten Betrugsskandal der Nachkriegsgeschichte entwickeln - mehr als drei Milliarden Euro sind wohl für immer verloren. Und Kanzlerin Merkel hatte für den Konzern bei einer China-Reise geworben.

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat ihren Einsatz für das inzwischen insolvente Unternehmen Wirecard bei einer China-Reise vor einem Jahr verteidigt.

„Es ist Usus, nicht nur in Deutschland, dass man bei Auslandsreisen natürlich die Anliegen von Unternehmen auch anspricht. Das macht man nicht nur in China, das gibt’s auch bei anderen Auslandsreisen natürlich“, sagte Merkel am Freitag bei ihrer Sommer-Pressekonferenz in Berlin.

Merkel hatte im September 2019 in China bei der Pekinger Führung für den geplanten Markteintritt des Konzerns im kommunistischen China geworben. Damals seien die Unregelmäßigkeiten bei Wirecard noch nicht bekannt gewesen, sagte Merkel, die aber auch betonte: „Das, was da passiert ist, muss natürlich aufgeklärt werden, das ist klar.“

Allerdings kooperierten die Bankenaufsicht des Bundes „Bafin“ und die Polizei in Singapur seit Anfang 2019 miteinander, wie eine Bafin-Sprecherin ende Juli einräumte. Sie hätten der Bafin Informationen zur Verfügung gestellt.

Anfang 2019 gab es Medienberichte über mutmaßliche Bilanzierungstricks bei Wirecard in Singapur. Von der asiatischen Finanzmetropole wurde das Asiengeschäft des Dax-Unternehmens gesteuert.

Jedoch bereits 2015 deckte die britische “Financial Times” in einer kritischen Artikelserie mit dem Namen “House of Wirecard” Unstimmigkeiten auf.

2016 Ein Jahr wirft ein britischer Investor Wirecard betrügerische Machenschaften wie Korruption, Betrug und Geldwäsche vor, woraufhin der Kurs der Wirecard-Aktie das erste Mal massiv einbricht.

Die Bafin steht unter Aufsicht des Finanzminister Olaf Scholz (SPD).

Wirecard hatte im Juni dieses Jahres Luftbuchungen von 1,9 Milliarden Euro eingeräumt und Insolvenz angemeldet. Ex-Vorstandschef Markus Braun sitzt in Untersuchungshaft. Die Münchner Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Zahlungsdienstleister seit 2015 Scheingewinne auswies. Der Schaden für die kreditgebenden Banken und Investoren könnte sich auf 3,2 Milliarden Euro summieren. (dpa/er)

 

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