Quartalsverlust bei NordLB – Entlassungen und Neubewertungen verursachen hohe Kosten

Epoch Times27. Mai 2020 Aktualisiert: 27. Mai 2020 12:33
Nach der staatlichen Rettung verschlankt sich die NordLB radikal. Doch Garantien haben ihren Preis. Die neue Herausforderung heißt auch hier: Wirtschaftskrise.

Die Norddeutsche Landesbank (NordLB) hat das erste Quartal in den roten Zahlen abgeschlossen. Gründe sind unter anderem die gezahlten Vergütungen für Garantien nach der staatlichen Rettung des Instituts sowie veränderte Bewertungen wegen der Rezession.

Unterm Strich schrieb die Bank von Januar bis Ende März 71 Millionen Euro Verlust, nachdem im Vorjahreszeitraum noch ein Gewinn von 54 Millionen Euro in den Büchern gestanden hatte. Dies teilte die NordLB in Hannover mit. Sie richtet sich für die kommenden Monate auf zusätzliche Belastungen durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Maßnahmen ein.

Krise in den Büchern noch nicht durchschlagend angekommen

Man habe bereits einige Neubewertungen vornehmen müssen, berichtete Vorstandschef Thomas Bürkle. Ansonsten habe sich die Krise „noch nicht in unseren Zahlen niedergeschlagen“ – sie werde im weiteren Verlauf aber wohl „erhebliche negative Ergebniswirkungen“ haben.

Das Institut war mit der Finanzierung von Schiffen in Schieflage geraten und Ende 2019 von den Ländern Niedersachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Sparkassen-Gruppe gerettet worden. Insgesamt schossen die Träger 3,6 Milliarden Euro zu. Für entsprechende Garantien fallen jedoch auch Gebühren an – das Ergebnis aus dem Provisionsgeschäft sackte so von 34 Millionen auf minus 19 Millionen Euro ab. Dagegen konnte der Zinsüberschuss trotz andauernder Niedrigzinsphase von 258 Millionen auf 271 Millionen Euro zulegen.

Teure Entlassungen

Ein weiterer Kostenfaktor war im ersten Jahresviertel der laufende Konzernumbau, der die NordLB stark verschlankt und risikoärmer machen soll. Dabei wurden die Verwaltungskosten um rund ein Zehntel auf 239 Millionen Euro gesenkt. Die Bank will die Zahl ihrer Mitarbeiter bis Ende 2023 auf 2800 fast halbieren. Ziel ist es laut Bürkle, den Abbau „vollständig mit freiwilligen Maßnahmen“ umzusetzen. Insgesamt dürften sich die Umbaukosten in diesem Jahr noch deutlich erhöhen. (dpa/al)

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