Das Weltwirtschaftsforum tagt normalerweise jährlich in Davos.Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa

WEF-Zwillingsgipfel geplant: Eliten wollen den „Great Reset“ – inklusive vollständiger Transformation der Weltwirtschaft

Von 9. Juni 2020 Aktualisiert: 7. Dezember 2020 17:40
Eine „bessere Welt“ soll aus der Corona-Krise erwachsen, meinen der Chef des Weltwirtschaftsforums (WEF), Klaus Schwab, und mehrere andere Teilnehmer an einem virtuellen Treffen, dessen Thema der „Great Reset", der „Große Neustart“ war. Auch Chinas Regime war prominent vertreten. Für kommendes Jahr ist ein Zwillingsgipfel geplant.

Die Corona-Krise ist kaum ausgestanden, da fassen sich globale Eliten ein Herz, um jetzt schon die Weichen für die Welt von morgen zu stellen. Anders als ein Großteil der Menschen, die in aller Welt derzeit die Folgen der Pandemie-Maßnahmen zu tragen haben, ist es aber kein „Zurück zur Normalität“, von dem im Rahmen eines jüngst abgehaltenen virtuellen „Weltwirtschaftsforums“ (WEF) die Rede war. Vielmehr strebt man einen „Great Reset“ an, der die gesamte Weltwirtschaft erfassen solle.

WEF-Schwab: „Jedes Land muss bei der Transformation mitmachen“

„Wir können als eine bessere Welt aus der Krise hervorgehen, wenn wir jetzt schnell und konsequent handeln“, appelliert der Gründer und Vorsitzende des WEF, Klaus Schwab, in einem Beitrag auf der Webseite der Vereinigung. Das Einzige, was dazu notwendig wäre: „Jedes Land, von den USA bis China, muss mitmachen, und jede Industrie, von Öl und Gas bis hin zur Technologie, muss transformiert werden.“

„The Great Reset“, der „Große Neustart“, über den unter anderem Vertreter der Vereinten Nationen, des Internationalen Währungsfonds und Vertreter multinationaler Konzerne jüngst virtuell diskutiert hatten, soll im kommenden Jahr auch Thema eines Zwillingsgipfels sein. Diesen wollte das WEF ursprünglich im Januar 2021 im Zusammenhang mit seinem 51. Jahrestreffen einberufen. Der Termin wurde auf den Mai 2021 und der Ort auf Singapur verlegt. Er soll

weltweit führende Persönlichkeiten aus Regierung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft sowie Stakeholder aus der ganzen Welt in einer einzigartigen Konfiguration zusammenbringen, die sowohl persönliche als auch virtuelle Dialoge umfasst“.

Der britische Thronfolger Prinz Charles zeigt sich von dem Vorhaben begeistert. Dass Menschen nach Monaten des Ausnahmezustands wenig Interesse an Utopien und großen Ideen haben könnten, glaubt der Prince of Wales nicht, im Gegenteil:

„Wir haben die goldene Gelegenheit, etwas Gutes aus der Krise mitzunehmen. Ihre noch nie zuvor gekannten Schockwellen könnten Menschen für große Visionen der Veränderung empfänglicher machen.“

Klimawandel „nächste globale Katastrophe mit noch dramatischeren Folgen für die Menschheit“

Obwohl offene Märkte und mehr freier Welthandel allein in den vergangenen 20 Jahren zu einem erheblichen Rückgang von Armut und Hunger außerhalb von Kriegsgebieten geführt hat und sich die Umweltsituation auch und gerade in ehemals sozialistischen Reformstaaten erheblich gebessert hat, sieht der Thronfolger erheblichen Handlungsbedarf:

„Um unsere Zukunft zu sichern und Wohlstand zu schaffen, müssen wir unser Wirtschaftsmodell weiterentwickeln und die Menschen und den Planeten in den Mittelpunkt der globalen Wertschöpfung stellen. Wenn es eine entscheidende Lektion aus dieser Krise zu lernen gibt, dann die, dass wir die Natur in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen müssen. Wir dürfen einfach nicht noch mehr Zeit verschwenden.“

Schwab wird noch konkreter – der Zusammenbruch der Weltwirtschaft im Zuge der Corona-Krise solle genutzt werden, um den in der öffentlichen Aufmerksamkeit etwas ins Hintertreffen geratenen Klimawandel zurück in den Fokus der Aufmerksamkeit zu holen.

Dieser könnte „die nächste globale Katastrophe mit noch dramatischeren Folgen für die Menschheit sein“ und deshalb müsse man „die Wirtschaft in dem kurzen noch verbleibenden Zeitfenster dekarbonisieren und unser Denken und Verhalten wieder in Einklang mit der Natur bringen“.

„Great Reset“ soll „neuen Gesellschaftsvertrag“ beinhalten

Der „Great Reset“ soll sich jedoch nicht auf den angeblich menschengemachten Klimawandel beschränken – auch aktuellere Themen wie „Rassismus und Diskriminierung“ sollen zur Geltung kommen. Immerhin gehe es um nichts Geringeres als einen „neuen Gesellschaftsvertrag“. Schwab erklärt dazu:

„Die globale Gesundheitskrise hat die fehlende Nachhaltigkeit unseres alten Systems in Bezug auf den sozialen Zusammenhalt, den Mangel an Chancengleichheit und Inklusivität offengelegt. Auch können wir den Missständen von Rassismus und Diskriminierung nicht den Rücken kehren. Wir müssen in diesen neuen Gesellschaftsvertrag unsere generationenübergreifende Verantwortung einbauen, um sicherzustellen, dass wir den Erwartungen der jungen Menschen gerecht werden.“

Unter den Teilnehmern des virtuellen Gipfels konnte der WEF-Gründer auf breite Unterstützung bauen. UNO-Generalsekretär Antonio Guterres forderte die Bildung von „gleichen, inklusiven, nachhaltigen Gesellschaften, die Pandemien und dem Klimawandel gegenüber resilienter sind“.

Die Chefdirektorin von Greenpeace International, Jennifer Morgan, kündigte an: „Wir bauen eine neue Weltordnung auf“ – ähnlich, wie dies schon nach dem Zweiten Weltkrieg der Fall gewesen wäre.

Chinas Regime durch „grünen Finanzexperten“ vertreten

Offenbar soll auch dem KP-Regime in China eine entscheidende Mitsprache dabei zukommen. Unter den weiteren Teilnehmern des virtuellen Forums für einen „Great Reset“ war unter anderem auch Ma Jun. Er ist nicht nur der Chef des „Grünen Finanzierungskomitees“ bei der Chinesischen Gesellschaft für Finanzen und Bankwesen, sondern auch Mitglied des Komitees für Geldpolitik bei der „People’s Bank of China“.

An CEOs waren bei dem virtuellen Treffen unter anderem auch Bernard Looney von BP, Ajay Banga von Mastercard, Bradford Smith von Microsoft vertreten. Eine weitere Teilnehmerin war Gina Gopinath, Chefökonomin des Internationalen Währungsfonds.

 



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