Digital- oder Kleinbildkamera?

Von 28. Januar 2005 Aktualisiert: 28. Januar 2005 14:10

Gutes Preis/Leistungsverhältnis bei gebrauchten Analogkameras

Das relativ gute Preis/Leistungsverhältnis der Kleinbildkamera hatte der Fotographie zur großen Verbreitung verholfen. Eine noch radikalere Wandlung zeichnet sich seit den letzten Jahren durch die digitale Fotographie ab. Ob man sich derzeit für eine Digitalkamera entscheiden sollte, hängt jedoch von mehreren Kriterien ab.

Bild per Email

Welche Art von Fotoapparat für jemanden am besten taugt, lässt sich nur sehr individuell beantworten. Mögliche Kriterien sind etwa Bildqualität, Portabilität, Preis/Leistungsverhältnis, rasche Verfügbarkeit der Bilder. Mit Aufkommen der Digitalfotographie haben sich die Möglichkeiten bei manchen dieser Kriterien doch stark verändert. So hat sich etwa damit die Dauer von der Aufnahme bis man das Bild per Email seinen Freunden geschickt hat, drastisch verkürzt. Dies ist natürlich auch ein Grund, warum im kommerziellen Bereich bei Journalisten für nahezu alle großen Zeitungen die Digitalkamera die Filmkamera ersetzt hat. Trotzdem gibt es immer noch auch Gründe, die für die Verwendung einer Filmkamera sprechen.

Farbverfälschungen durch Software

Die Hersteller von Digitalkameras lassen oft den Konsumenten glauben, dass etwa die Bildqualität alleinig von der optischen Auflösung der Aufnahme abhänge. Tatsächlich spielen auch Faktoren wie Helligkeitsdynamik und Farbtreue eine wesentliche Rolle, speziell bei Farbaufnahmen. So liegt etwa die Helligkeitsauflösung von Digitalsensoren typischerweise bei 8bit, wobei höhere Auflösungen basierend auf Interpolation die Bildinformation nicht verbessern können. Zugleich sollte man auch bedenken, welche zusätzlichen Schritte zur Bildumwandlung man einsetzen möchte, welche die Bildqualität mitbestimmen. So sind digitale Bilder auf dem Monitor schöner als im privaten Ausdruck. Andererseits kann es mit der Verwendung von billigen Scannern oder schlecht abgestimmter Software beim Einscannen von Bildern zu deutlich sichtbaren Farbverfälschungen kommen. Was jedoch die Bildauflösung betrifft, so wird immer noch diskutiert, wie weit die Digitalfotographie schon aufgeholt hat. Man sagt, die Auflösung einer hochwertigen Kleinbildaufnahme entspricht mindestens 20 Megapixel; mehr als derzeitige Digitalkameras bieten.

Typische gut gelungene Bilder stuft man mit etwa 12 Megapixel ein, mittelmäßige Aufnahmen mit billigen Kompaktkameras unter Umständen gar nur auf 4 Megapixel. Aktuelle Bildsensoren mit 16 oder mehr Megapixel bieten so zumindest eine vergleichbare Auflösung wie Kleinbildkameras.

Gebraucht gekauft und doch gewonnen

Ein auch sehr wichtiges Kriterium für eine Kamera ist die Bedienbarkeit. Aktuelle Digitalkameras kranken oft noch daran, dass ihre Bedienung durch eine komplexe Software-Menüstruktur kompliziert und zeitaufwendige ist. Eine Analogkamera ist einfacher zu bedienen und typischerweise über einen längeren Zeitraum verwendbar. Und während Digitalkameras immer noch sehr kurze Innovationszyklen haben, sind Analogkameras über einen wesentlich längeren Zeitraum verwendbar. Mit dem Kauf von gebrauchten Analogkameras kann man sogar ein besseres Preis/Leistungsverhältnis erzielen.

Verwirrende Bezeichnungen

Was Laien beim Vergleich von Digital- und Kleinbildkamera oft verwundert, ist die Tatsache, dass die Brennweitenbezeichnungen zwischen Objektiven für Digitalkameras und Kleinbildkameras sich deutlich unterscheiden. So gibt etwa Pentax für die Digitalkamera Optio330 eine variable Brennweite von 7,6 – 22,8 mm an, mit der Zusatzbemerkung, dass dies etwa einer Brennweite von 37 – 111 mm im Kleinbildformat entspräche. Das kommt daher, dass der Vergrößerungsfaktor eines Objektivs von der Brennweite und der Bilddiagonale abhängt, wobei die Bilddiagonale bei Kleinbildkameras durch das 24 x 36 mm Negativformat konstant festgelegt ist. Die Diagonale des Bildempfängers von Digitalkameras ist modellabhängig und zudem deutlich kleiner als bei Digitalkameras. Im Falle der Optio330 ergibt sich aus obigen Angaben rechnerisch eine Bildsensordiagonale von nur ca. 8,9 mm, womit sich die kompakteren Abmessungen der Objektive von Digitalkameras bei gleichem Vergrößerungsfaktor erklären.

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