Ansteckung durch Aerosole: Abstand und Händedesinfektion scheinen nicht auszureichen

Von 19. Mai 2020 Aktualisiert: 19. Mai 2020 12:48
Trotz Einhaltung von Abstand und Hygienemaßnahmen steckten sich Chormitglieder in Washington und Berlin bei Gesangsproben jeweils bei einem infizierten, aber symptomlosen Mitglied an. Eine kürzlich veröffentlichte Studie untersuchte daraufhin, wie sich Aerosole beim Sprechen bilden und was dies für die SARS-CoV-2-Übertragung bedeutet.

Bis zu welchem Grad Abstandsregeln und Händehygiene wirklich vor Virusübertragung schützen, wird nach Ansteckungsserien in Washington und Berlin hinterfragt. In beiden Fällen gab es bei Chorproben, die unter Einhalten der Abstandsregelung und Hygienemaßnahmen abgehalten wurden, viele Ansteckungen.

In Washington steckten sich vermutlich 53 der 61 Anwesenden bei einem einzelnen infizierten Chor-Mitglied an, das selbst keine Symptome bemerkte. Bei 33 Personen gab es ein positives Testergebnis, 20 weitere zeigten Symptome. Zwei Chormitglieder sind infolge der COVID-19-Infektion verstorben. Auch in der Berliner Domkantorei infizierten sich laut „Spiegel“ über 30 von 80 Chorsängern, obwohl die Vorsichtsmaßnahmen eingehalten wurden. Experten vermuten Ansteckungen über Aerosole, fein verteilte Flüssigkeitströpfchen in der Luft.

Tröpfchen mit Viren werden nicht nur bei Husten oder Niesen freigesetzt, sondern laut einer kürzlichen Studie auch beim normalen Sprechen.

Die Studie von Forschern der University of Pennsylvania untersuchte Aerosole beim Sprechen. Fazit der Studie ist, dass die „Möglichkeit bestehe, dass bereits Aerosole, die beim normalen Sprechen ausgestoßen werden, in geschlossenen Räumen zu einer Ansteckung führen können.“

Pro Minute mehr als 1000 virusbeladene Tröpfchen freigesetzt

Für die Studie wiederholten Probanden in einem geschlossenen Raum für 25 Sekunden lang den Satz „Stay healthy“-  also „Bleib gesund“. Dabei zeigte sich, dass beim Sprechen hochgerechnet auf eine Minute mehr als 1000 virusbeladene Tröpchen freigesetzt werden. Diese konnten sich zwischen acht bis vierzehn Minuten in der Luft halten.

Ebenfalls erkannten die Forscher einen Unterschied, ob laut oder normal gesprochen wurde. Obwohl bei einer normalen Lautstärke weniger Tröpfchen in die Luft gelangen, weisen die Ergebnisse auf „einen begründeten Verdacht hin, dass eine Virusübertragung bereits beim normalen Sprechen stattfindet.“

Der Aerobiologe für Infektionskrankheiten, Donald Milton, geht noch einen Schritt weiter: In einer Studie aus dem Jahr 2018 zeigten er und sein Team der University of Maryland School of Public Health, dass sogar einfaches Atmen genüge, um Aerosole in der Luft zu verteilen. Im Rahmen der Untersuchungen mit Influenzaviren, atmeten die Probanden für 30 Minuten in einem geschlossenen Raum ohne zu Sprechen.

Allerdings ist bisher noch nicht klar, wie lange die Viren selbst in den Tröpfchen überleben oder wie infektiös sie in diesem Zustand bleiben.

Virologe Drosten rät: „Fenster aufreißen“

Auch der Virologe Christian Drosten sagte nach den kürzlichen Beobachtungen und einer Studie aus Hongkong von Ende April: „Ich denke, man muss davon ausgehen, dass Aerosolübertragung stattfindet“. Für Innenräume gelte daher laut Drosten: „Fenster aufreißen“.

Masken oder Schals, die den Mund bedecken, können laut aktuellen Erkenntnissen das Freisetzen von Aerosolen beim Sprechen oder Husten reduzieren.

Nach den bisherigen Erkenntnissen hält Professor Drosten es für „total übertrieben“, wie sehr Händewaschen und das Desinfizieren von Oberflächen in den Fokus rücken. Nach seiner Einschätzung machen Schmierinfektionen, also eine Ansteckung über kontaminierte Oberflächen, gegenüber Tröpfcheninfektionen nur einen geringen Prozentsatz der Ansteckungen aus.

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