MIT und Harvard: Qigong, Yoga und Meditationspraxen für COVID-19-Therapien „heranziehen und rigoros erforschen“

Von 4. August 2020 Aktualisiert: 4. August 2020 16:17
Wissenschaftler vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) und von Harvard veröffentlichten, dass Yoga und andere Meditationspraxen wie Qigong oder Tai-Chi als unterstützende COVID-19 Therapie genutzt werden können. Sie führen zur Senkung der Entzündungsmediatoren, dem Schutz der gesunden Zellen durch antioxidative Wirkung sowie einer vermehrten Produktion von Immunzellen.

Am 13. Juli veröffentlichten amerikanische Forscher der renommierten Universitäten MIT und Harvard einen Artikel im The Journal of Alternative and Complementary Medicine (JACM), in dem sie Yoga und Meditationsformen als COVID-19 Therapien vorschlagen. In den Überblickartikel wurden 145 Studien über Yoga und verschiedene Arten von Meditation und Qigong einbezogen.

Die Übungen zeigen bei Menschen, die sie regelmäßig ausführen, in unterschiedlichem Ausmaß entzündungshemmende, antioxidative, antivirale, sowie Immunsystem stärkende Wirkungen.

„Während dieser Zeit der Dringlichkeit, wo gerade viele neue Ansätze auf ihr therapeutisches Potenzial untersucht werden, plädieren die Autoren auf der Grundlage der vorhandenen Beweise für bestimmte komplementäre Praktiken […] für Berücksichtigung dieser und für weitere Forschung“, heißt es in dem Artikel.

Vor allem in Bezug auf die aktuelle SARS-CoV-2 Pandemie müsse laut dem Erstautor der Studie, William Bushell, PhD, in diesen Bereichen „rigorose Forschung an natürlichen Heilmethoden“ betrieben werden.

Meditation führt zu mehr Immunzellen und Melatonin

Laut den diskutierten Studien zeigen sich Effekte gerade in vielen Bereichen, die bei COVID-19 Infektionen relevant sind.

Dazu zählen die Senkung der Entzündungsmediatoren, der Schutz der gesunden Zellen durch antioxidative Wirkung sowie die vermehrte Produktion von Immunzellen. Die wichtige Rolle des Immunsystems bei COVID-19 wird seit dem Virusausbruch immer wieder betont.

Zudem verweisen die Autoren auf mehrere Studien, die eine erhöhte Melatonin Produktion zeigen. Dieser Effekt tritt vor allem bei regelmäßiger Meditation auf. Bei regelmäßig meditierenden Probanden war die Produktion von Melatonin bis zu 40 Prozent höher als bei der Vergleichsgruppe.

Melatonin ist ein wichtiges Hormon und Neurotransmitter. Es ist an einem gesunden Wach-Schlaf-Rhythmus beteiligt, wirkt aber auch als ein starkes Antioxidans. Die positive Wirkung von Melatonin gegen Viren wurde in der Vergangenheit im Zusammenhang mit Grippe sowie anderen Virusinfektionen festgestellt. Bereits im April 2020 wiesen englische Forscher darauf hin, die Wirkung von Melatonin auch für COVID-19 in Betracht zu ziehen.

An der Produktion von Melatonin ist die Zirbeldrüse im Gehirn wesentlich mitbeteiligt. Diese Drüse, die ein Teil des Zwischenhirns ist, spielt in vielen Yoga- und Meditationspraxen eine entscheidende Rolle.

Erforschung dieser Themen „dient der Bevölkerung in den USA und Europa“

Der Chefredakteur des Fachjournals JACM, John Weeks, weist darauf hin, dass es wesentlich mehr Studien als die einbezogenen 145 über die positiven Auswirkungen von Yoga, Qigong und Meditation gibt.

Er schrieb zudem in einem Statement, dass  „Forschungseinrichtungen in den USA und Europa, ihrer Bevölkerung dienen würden, wenn sie die Erforschung des Potenzials von natürlichen Heilmethoden ausweiten würden.“

Dies sei laut Weeks vor allem in der aktuellen Coronapandemie besonders wichtig, da es noch keine effektiven und konventionellen Behandlungsmethoden gibt.

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