Mix mit Hydroxychloroquin: Landarzt berichtet von nahezu 100%iger Erfolgsquote bei COVID-19-Therapie

Von 6. April 2020 Aktualisiert: 6. April 2020 17:14
Eine Kombination aus Hydroxychloroquin, Azithromycin und Zinksulfat: Dr. Vladimir Zelenko therapierte damit bisher erfolgreich 699 COVID-19 Patienten, was einer Erfolgsquote von 99,9 Prozent entspricht. Dr. Zelenko appellierte am 21. März an US-Präsident Trump, die Kombination landesweit einzusetzen, die US-Behörde FDA lies daraufhin den Notfall-Einsatz von Hydroxychloroquin zu.

Mit einer Kombination aus dem Malaria-Mittel Hydroxychloroquin, dem antibakteriellen Medikament gegen Infektionskrankheiten Azithromycin und antiviral wirkenden Zinksulfat hat der New Yorker Arzt Dr. Valdimir Zelenko bisher 699 Patienten von 700 erfolgreich behandelt. Ein Patient nahm aus bisher nicht geklärten Gründen die Medikation nicht ein und verstarb im Krankenhaus.

Nach Verabreichung der Medikation berichtet Dr. Zelenko von einem Verschwinden der Atemschwierigkeiten der Patienten innerhalb von sechs Stunden. Über 200 der Patienten Dr. Zelenkos gehörten zu jenen Risikogruppen, die entweder über 60 Jahre alt waren oder Vorerkrankungen hatten. Dennoch mussten nur sechs Patienten im Krankenhaus betreut werden. Zwei von ihnen wurden intubiert und zwei entwickelten eine Lungenentzündung. Mittlerweile wurden sie aus dem Krankenhaus entlassen.

Dr. Zelenko wandte sich in einer öffentlichen Videobotschaft an US-Präsident Trump. Darin empfahl er, die Medikamenten-Kombination landesweit einzusetzen. Am nächsten Tag wurde er von den US-Behörden kontaktiert und Präsident Trump nannte Hydroxychloroquin einen „Game-Changer“ für die aktuelle Pandemie.

„Einfacher Landarzt“ von Regierungen von USA, Israel, Ukraine, Russland und China kontaktiert

Seit der Veröffentlichung der Therapieerfolge erhielt Dr. Zelenko große Aufmerksamkeit. Nicht nur die US-Regierung, auch Behörden aus Israel, der Ukraine, Russland und China kontaktierten den Arzt.

Es ist ein sehr unwirklicher Moment. Ich bin ein einfacher Landarzt, ich habe keinerlei Beziehungen“, sagt Dr. Zelenko.

Dr. Zelenko ist seit 16 Jahren Arzt in Kiryas Joel, einem Dorf mit 35.000 Einwohnern in New York. Obwohl er nicht der erste Arzt war, der Hydroxychloroquin und Azithromycin bei COVID-19 empfahl, setzte er sie als erster bereits bei milden Symptomen ein.

Dabei war sein Ziel, einen schlimmeren Verlauf zu verhindern und vorrangig den Tod des Patienten zu vermeiden. Das nächste Ziel sei, laut Dr. Zelenko, die Vermeidung einer künstlichen Beatmung und das dritte die Vermeidung eines Krankenhausaufenthalts.

Aktuell konnte Dr. Zelenko diese Ziele bei nahezu allen der 700 Patienten erreichen. Sechs Patienten kamen ins Krankenhaus, zwei wurden künstlich beatmet und ein Patient verstarb, allerdings ohne die Medikation eingenommen zu haben. Zudem betrugen die Kosten der Therapie für fünf Tage nur 20 Dollar pro Patient.

Kritik von anderen Wissenschaftlern und der Gemeinde

Kritiker beschuldigen sowohl Dr. Zelenko als auch US-Präsident Trump, wissenschaftlichen Ergebnissen vorauszueilen. Es gebe noch keine umfassenden Studien und die Medikamente hätten auch Nebenwirkungen.

„Jeder, der sagt, dass diese Medikamente wirken oder nicht wirken, hat dafür keine wissenschaftliche Grundlage“, sagt Dr. David Juurlink, Direktor der Abteilung für Klinische Pharmakologie der Universiy of Toronto.

Dr. Jeff Palay, Internist in New Jersey, sagt, es sei „unverantwortlich“, die Behandlung ohne Warnungen der Nebenwirkungen zu bewerben, und dass viele seiner Patienten nach der Behandlung gefragt hätten. Vor allem Patienten mit Herzproblemen könnten aber laut Dr. Palay durch mögliche Nebenwirkungen gefährdet sein.

Dr. Zelenko sagt, er verstehe, dass klinische Studien notwendig seien, aber eine hoffnungsvolle Möglichkeit zu ignorieren, sei ebenfalls ein Risiko:

Ich bin ein großer Unterstützer von klinischen Studien. Aber sie brauchen eine lange Zeit und das ist etwas, was wir nicht haben. Das Virus ist schon da, es ist schon wie der Dritte Weltkrieg, aber das hat noch nicht jeder vollständig verstanden.“
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Youtube sperrte Dr. Zelenkos Video und seine Gemeinde schrieb einen offenen Brief an den Arzt. Sie schrieben, dass Dr. Zelenkos Videos, in denen er auch sagte, dass bis zu 90 Prozent der Dorfbewohner an dem Virus erkranken könnten, Angst verbreitet hätten. Dies würde zur Diskriminierung der chassidischen Gemeinschaft in der Region führen. Dr. Zelenko gehört selbst der Chabad Lubawitsch, einer Gruppierung innerhalb des orthodoxen Judentums, an.
Dr. Zelenko sagt, er sei auch persönlich motiviert, eine Lösung zu finden. Er hatte durch eine Krebsbehandlung Teile seiner Lunge entfernen lassen müssen und gehört daher zur Hochrisikogruppe 
im Fall einer COVID-19 Infektion.  

FDA erteilt „Notfall-Zulassung“ für Hydroxychloroquin

Zu Beginn der Woche erteilte die amerikanische Lebensmittelüberwachungs- und Arzneimittelbehörde FDA eine „Notfall-Zulassung“ für die Malaria-Mittel Hydroxychloroquin und Chloroquin für COVID-19. Darin schrieb die FDA-Wissenschaftlerin Denise Hinton, dass die Medikamente „möglicherweise COVID-19 effektiv behandeln können“. Umfassende Studien dazu sind in Planung.

Mittlerweile wird Hydoxychlorquin in mehreren Ländern bei der Therapie von COVID-19 eingesetzt, darunter in Italien oder China. Dr. William Grace, ein Onkologe des Lenox Hositals in New York City, sagte, dass es aufgrund des Einsatzes von Hydroxychloroquin noch keine COVID-19 Todesfälle in ihrem Krankenhaus gegeben habe.

Eine in-vitro Studie [Anm. der Redaktion: Eine Studie im Labor, nicht am Menschen] zeigte, dass Hydroxychloroquin sehr effektiv gegen SARS-CoV-2 wirkte.

Allerdings warnen Experten ausdrücklich vor dem Eigengebrauch der Medikamente.

Sie sollten nur unter Aufsicht von Ärzten angewendet werden, so Dr. Dena Grayson, die unter anderen an der Entwicklung von Medikamenten gegen Ebola beteiligt war. Hydroxychloroquin ist zwar der weniger toxische Metabolit des Malaria-mittels Chloroquin, es kann aber ebenfalls starke Nebenwirkungen haben. Darunter zählen unter anderem Schädigung der Augen oder Leber- oder Nierenschäden.

 

 

 

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