Deutsche Umwelthilfe will SUVs verbieten – User finden „Instrumentalisierung“ von Unfall in Berlin „ekelhaft“

Epoch Times7. September 2019 Aktualisiert: 7. September 2019 20:38
Traurige Bilanz eines Unfalls, der sich gestern in Berlin ereignet hat: Vier Tote und drei Verletzte. Unter den Todesopfer ist ein dreijähriges Kind mit seiner Oma. Die Mutter des Jungen hat überlebt.

Schock in Berlin: Bei einem schweren Verkehrsunfall im Zentrum der Hauptstadt sind am Freitagabend vier Menschen getötet und fünf weitere verletzt worden. Aus noch unbekannter Ursache kam ein SUV von der Straße ab, geriet auf den Gehweg und erfasste vier Passanten, wie die Polizei am Samstag mitteilte. Unter den Getöteten war ein dreijähriger Junge. Ermittelt wurde auch aufgrund von Hinweisen auf einen „medizinischen Notfall des Fahrers“.

Der Sportgeländewagen vom Typ Porsche Macan kam in Berlin-Mitte nach links von der Fahrbahn ab und überfuhr vier Menschen sowie mehrere Poller und einen Ampelmast. Das Fahrzeug mit drei Insassen kam erst zum Stehen, nachdem es einen Baustellenzaun durchbrochen hatte. Neben dem Kleinkind erlagen zwei Männer im Alter von 28 und 29 Jahren sowie eine 64-jährige Frau am Unfallort ihren Verletzungen, wie die Polizei weiter mitteilte. Sie ging von einem „tragischen Verkehrsunfall“ aus.

Der 42-jährige Autofahrer wurde am Kopf verletzt und in ein Krankenhaus eingeliefert. Mit ihm im Auto saßen eine 67-jährige Frau und ein sechs Jahre altes Mädchen, beide waren laut Polizei am Samstag noch zur Beobachtung im Krankenhaus. Eine 38 Jahre alte Frau und ein neunjähriger Junge erlitten demnach einen Schock und wurden vor Ort behandelt.

Bis in die Nacht waren Experten der Verkehrspolizei vor Ort, um Spuren des Unfalls zu sichern. Es kam auch ein Kleinkind ums Leben.

Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Die Spuren sollen dann – gegebenenfalls auch in einem 3-D-Modell – zusammengeführt werden. So wolle man die Fahrt des Autos rekonstruieren und klären, ob es sich möglicherweise überschlagen habe. Zunächst war noch vieles unklar.

Zu den möglichen Unfallursachen machte die Polizei vorerst keine Angaben. „Erste Hinweise, wonach ein medizinischer Notfall des Fahrers ursächlich gewesen sein könnte, fließen ebenso wie sämtliche anderen Aussagen, Informationen und Beweise in das Ermittlungsverfahren mit ein“, hieß es in einer Pressemitteilung. Bei dem Fahrer sei eine Blutprobe genommen worden. Zudem hätten die Beamten seinen Führerschein beschlagnahmt und das Unfallfahrzeug sichergestellt.

Ausdrücklich bat die Polizei auf Twitter: „Bitte unterlassen Sie Spekulationen aus Rücksicht auf die Angehörigen.“ Zuvor war in dem Onlinedienst unter anderem über ein illegales Autorennen spekuliert worden. Dazu sagte ein Polizeisprecher: „Es gibt derzeit keine Erkenntnisse, dass ein zweites Fahrzeug involviert war.“

Bild des Schreckens

Den Hilfskräften, die im Großaufgebot zum Unfallort kamen, bot sich ein Bild des Schreckens: Das schwarze Autowrack zerfetzt auf dem Grundstück, davor auf dem Gehweg vier sehr schwer verletzte Menschen. Die Versuche, sie zu reanimieren, blieben erfolglos. Überlebt hat die Mutter des getöteten Kleinkindes. „Sie war – zumindest körperlich – unversehrt und hatte ein weiteres Kind dabei, das auch nicht weiter verletzt wurde“, berichtete ein Feuerwehrsprecher.

Der Fahrer des Autos sei schwer verletzt zur stationären Behandlung ins Krankenhaus gekommen. Wie ein Feuerwehrsprecher berichtete, konnte er aber noch mitteilen, dass ein Kind im Wagen gesessen habe. Dieses wurde verletzt ins Krankenhaus gebracht. Wie viele Menschen genau in dem Wagen saßen, war zunächst aber nicht geklärt.

Noch Stunden nach dem Unfall suchte die Feuerwehr mit Wärmebildkameras den weitläufigen, verwilderten Ort ab, um sicherzugehen, dass alle Unfallopfer geborgen wurden.

Die Feuerwehr war mit 40 Einsatzkräften sowie Spezialteams am Ort, die Zeugen und auch eigenen Leuten psychologische Unterstützung anboten. Von der Polizei waren ein halbes Dutzend Streifenwagen und zudem mehrere Mannschaftstransporter vor Ort. Krankenwagen warteten hintereinander. Zeugen wurden befragt, um den Unfallhergang zu klären. In der Umgebung kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen.

Mahnwache am Samstag geplant

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Am Unfallort haben Dutzende Anwohner ihrer Trauer Ausdruck verliehen. Sie legten Blumen auf den Gehweg an der Kreuzung von Invalidenstraße und Ackerstraße und stellten Kerzen auf.

Die Vereine FUSS, Changing Cities und Verkehrsclub Deutschland riefen für heute Abend zu einer Mahnwache an der Unfallstelle auf. Sie forderten weniger Autos und sowie strengere Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Die Deutsche Umwelthilfe schrieb dazu auf Twitter: „Stadt-Geländewagen töten nicht nur in Berlin!“ Weiter schrieb der Verein: „SUVs haben in unseren Städten nichts zu suchen! 4 Tote, darunter ein Kleinkind, sind die Bilanz eines schrecklichen Raser-Unfalls mit einem Porsche-SUV in Berlin. Und wenn es nach den Autokonzernen geht, soll mehr als jeder zweite Neuwagen ein SUV werden. Wir kämpfen dagegen an!“

Die Tweets der Umwelthilfe wurden heftig kritisiert:

Betrunkener Autofahrer rast in Stuttgart auf Gehweg

Auch in Stuttgart raste gestern ein Autofahrer auf den Gehweg. Drei Fußgänger wurden angefahren und schwer verletzt worden. Ein vierter Passant konnte zur Seite springen und verletzte sich am Bein, wie die Polizei mitteilte.

Der betrunkener Autofahrer war am Abend durch den Stadtteil Feuerbach gerast und hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren.

Das Fahrzeug streifte eine Verkehrsinsel, erfasste die drei Fußgänger und prallte gegen die Wand eines Supermarktes.

Zwei 24-jährige Frauen und ein 18-Jähriger kamen schwer verletzt ins Krankenhaus. (dpa/afp/sua)