Dioxin: Hongkonger spüren die gesundheitsschädlichen Auswirkungen vom Tränengas

Von 2. Dezember 2019 Aktualisiert: 2. Dezember 2019 15:34
Viele Einwohner Hongkongs beklagen sich über Hautkrankheiten, ihre Kinder leiden durch das Tränengas. Darüber hinaus wurden an vielen Orten tote Vögel gefunden. Ursache ist das im Tränengas enthaltene Dioxin.

Die Hongkonger Koalition gegen das Auslieferungsgesetz hat in den letzten sechs Monaten alle Daten im Zusammenhang mit Tränengas während der Pressekonferenzen der Polizei gesammelt. Dadurch zeigte sich, dass die Polizei am 15. November mindestens 9.362 Patronen Tränengas in der Stadt abgefeuert hat.

Auf Facebook wurden Bilder von Hautreizungen wie Allergien, Dermatitis, Ausschläge und Blasen veröffentlicht. Der Ort, an dem die jeweilige Person dem Tränengas ausgesetzt war – entweder am Arbeitsplatz oder zu Hause – wurde auf jedem Bild markiert. Anscheinend sind Menschen in ganz Hongkong betroffen.

Ein Beispiel: Eine Neuseeländerin namens Nancy geht jeden Tag zur Arbeit durch Mong Kok und Tsim Sha Tsui, ein Gebiet, das stark durch Tränengas verunreinigt ist. Am 3. November bekam Nancy schwere Hautallergien an vielen Stellen ihres Körpers und musste hohe Dosierungen von Steroiden und Anti-Allergie-Medikamenten einnehmen. Allerdings waren nach mehr als zehn Tage die betroffenen Hautpartien noch geschwollen und das Medikament konnte die Allergien nicht heilen.

Das Dioxin im Tränengas greift die Menschen an – Chlorakne

Die Epoch Times berichtete bereits, dass sich viele Polizisten mit Chlorakne, einer seltenen Hautkrankheit, infizierten. Daraufhin befahlen ihnen ihre Vorgesetzten, nicht darüber zu reden – aus Angst, dass sich ihre Kollegen Sorgen machen würden. Bei einem Journalisten, der in den letzten zwei Monaten in Hongkong mitgearbeitet hat, wurde ebenfalls Chlorakne diagnostiziert.

Chlorakne ist eine unheilbare Hautveränderung von Zysten und Knötchen, die direkt mit der Dioxinexposition zusammenhängt. Medizinische Experten in Hongkong sind der Meinung, dass die Hautveränderung auf das Tränengas zurückzuführen ist, das von der Hongkonger Polizei freigesetzt wurde.

In einem gemeinsamen offenen Brief, der in der Stand News in Hongkong veröffentlicht wurde, wiesen Experten darauf hin, dass die Hauptkomponente des Tränengases, Chloracetophenon (CN), beim Verbrennen dioxinähnliche Verbindungen freisetzt. Chlorakne ist ein Symptom einer Vergiftung durch chlorierte Kohlenwasserstoffe. „Vergiftungstypische Veränderungen an den inneren Organen und am zentralen Nervensystem können körperliche Funktionen beeinträchtigen und ggf. zum Tod führen, z. B. durch Krebs“, wie Wikipedia schreibt.

Betroffene Kinder

Ein Mitglied des Vereins „Hong Kong Moms Against the Extradition Bill“ („Mütter von Hongkong gegen das Auslieferungsgesetz“), initiierte eine Online-Umfrage und lud Eltern in der Stadt ein, über die gesundheitsschädlichen Auswirkungen von Tränengas bei ihren Kindern zu berichten.

Die Antworten von 1.188 Eltern zeigen, dass Kinder in fast allen Regionen Hongkongs betroffen sind. Darunter sind 74 Säuglinge im Alter von einem Jahr oder jünger, wobei der Jüngste erst zwei Monate alt ist. Die meisten minderjährigen Opfer kommen aus dem Stadtviertel Yau Tsim Mong, wo auch 12 Prozent der Gesamtopfer wohnen. Dort hat die Polizei am intensivsten Tränengas abgefeuert, gefolgt von Tseung Kwan O New Town und Hong Kong Island East.

Die häufigsten Symptome sind Husten (65 Prozent), gefolgt von trockenem Hals (55 Prozent) und juckender Haut (51 Prozent), weitere 30 Prozent berichten über Ausschläge, 21 Prozent über Durchfall und 9 Prozent über Erbrechen. Andere Symptome sind eine laufende Nase, Augenschmerzen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Atembeschwerden. Fast alle betroffenen Kinder haben mehr als eine Art von Nebenwirkung. Etwa 71 Prozent der Kinder bekamen die Symptome im November, als die Polizei das Abfeuern von Tränengas intensivierte.

Tote Vögel

Am 12. November feuerte die Polizei an der chinesischen Universität Hongkongs eine große Menge Tränengas ab und griff mit blau gefärbter Flüssigkeit aus Wasserwerfern die Demonstranten an. Zwei Tage später wurden Bilder von toten Vögeln auf dem Campus auf Facebook veröffentlicht. Auch an vielen anderen Orten in Hongkong wurden auffällig viele tote Vögel gefunden, wie z.B. in Mong Kok.

Ab dem 17. November griff die Polizei die Polytechnische Universität Hongkong mehrere Tage lang in Folge an. Auf einem Bild, das am 19. November in der Nähe des Campus aufgenommen wurde, wurden fünf Vogelkadaver mit den Bäuchen nach oben auf einer weniger als zehn Meter langen Strecke gesehen.

Medizinischer Experte: „Stop Harming Hong Kong Citizens“

Dr. K. K. Kwong, ein Chemieexperte der Universität Hongkong, forderte die Hongkonger auf, gegen den Einsatz von Tränengas durch die Polizei vorzugehen. Während eines Interviews am 27. November sagte Dr. Kwong der chinesischsprachigen Epoch Times, dass das Tränengas Hongkongs Bürgern geschadet hätte.

Die Polizei feuerte zu viele Patronen mit Tränengas ab. Hongkong ist eine dicht besiedelte Stadt. Deswegen ist der Schaden viel größer als in anderen Regionen“, sagte er.

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Manche hoffen, dass sie sich durch das Tragen einer Gasmaske effektiv schützen können. Doch Dr. Kwong wies darauf hin, dass es nicht ausreicht, sich so vor schädlichen Chemikalien zu schützen. „Der Schutz einer Maske verhindert, dass Sie den Rauch einatmen. Allerdings kann die Belastung auch gesundheitliche Probleme verursachen. Die Chemikalien aus Rauch und Staub können sich auch an deiner Kleidung festsetzen“, sagte er.

Der schlimmste Fall, dem Dr. Kwong begegnete, war ein Patient, der schwere akneartige Hauteruptionen an seinem gesamten Arm hatte. „Ich war entsetzt, als ich seinen Arm sah“, sagte er.

Er warnte die Behörden vor den Gefahren der aus Tränengas freigesetzten Chemikalie Dioxin.

„Ich möchte die Polizei auffordern, nicht mehr so brutal gegenüber unserem Volk zu sein. Und wir müssen den Behörden sagen, dass sie aufhören sollen, den Hongkongern mit Dioxin zu schaden! Es beeinflusst die Gesundheit aller in Hongkong lebenden Menschen.“

Der Artikel erschien zuerst in der Epoch Times USA, Many Hongkongers Feel the Adverse Health Effects of Tear Gas