Fluten in China bringen Drei-Schluchten-Damm in Zwickmühle: Wuhan oder Chongqing sichern?

Epoch Times21. Juli 2020 Aktualisiert: 21. Juli 2020 13:31
Chinas Behörden warnen vor weiteren Überschwemmungen, die sich rasch vom Oberlauf des Jangtse flussabwärts bewegen. Eine Zwickmühle entsteht am Drei-Schluchten-Damm.

Chinas berühmter „Drei-Schluchten-Staudamm“ ist weiteren gewaltigen Überschwemmungen ausgesetzt. Mittlerweile häuft sich die Kritik, weil der Drei-Schluchten-Staudamm bereits Hochwasser ablässt. Doch ganz gleich, wie sich auch die Verantwortlichen des Damms entscheiden: Sie befinden sich in einer Zwickmühle.

Zwickmühle bringt Wuhan in Gefahr

Der Wasserspiegel am Damm steigt weiter an und die Behörden sagen, dass die Fluten des Jangtse-Flusses wahrscheinlich in etwa vier Tagen flussabwärts des Damms in Wuhan ankommen werden. Laut einem Experten befindet sich der Damm damit in einer Zwickmühle.

Huang Guanhong, Wissenschaftler im Ruhestand, erklärt:

Wenn der Drei-Schluchten-Staudamm zu diesem Zeitpunkt viel Hochwasser abführt, wird dies die Überschwemmungen in Wuhan noch verschlimmern. Um Wuhan zu schützen, darf der Damm nicht zu viel Wasser abführen.“

Wuhan liegt flussabwärts des Staudamms und befindet sich bereits in einer misslichen Lage. In der Provinzhauptstadt von Hubei leben über elf Millionen Menschen. In den vergangenen Wochen stieg der Wasserstand des Staudamms immer wieder über den Flutwarnpegel. Man erwartet, dass dieses Niveau auch die nächsten zwei Wochen anhält.

Was wird flussaufwärts aus Chongqing?

Wenn der Drei-Schluchten-Damm allerdings nicht genügend Wasser ablässt, könnte laut Huang bald das flussaufwärts gelegene Gebiet von Chongqing überflutet werden. Chongqing liegt höher als der Drei-Schluchten-Damm. Daher liegt der Wasserstand der Region immer deutlich über dem Wasserstand im Staudamm.

Wenn der Damm nicht genügend Wasser ablässt, könnte die Mega-Metropole Chongqing flussaufwärts, ein wichtiges Wirtschaftszentrum im Westen Chinas mit einer fast dreimal so hohen Bevölkerung wie Wuhan, in Schwierigkeiten geraten. Auch hier sind Teile der Region bereits überschwemmt.

Am 16. Juli gaben die lokalen Behörden innerhalb von drei Stunden mehrere Hochwasserwarnungen heraus. Das war, als Internetnutzer Videos von überfluteten Büros veröffentlichten und von Menschen, die aus ihren Häusern fliehen.

In den nächsten drei Tagen werden wieder schwere Regenfälle für Südchina erwartet. Flussabwärts gelegene Städte wurden bereits alarmiert. (sm)

 

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