Yang Jiechi bei einer Veranstaltung im Jahr 2018.Foto: PARKER SONG/AFP via Getty Images

Peking fordert das Weiße Haus auf, nach den Regeln der KP Chinas zu spielen

Von 3. Februar 2021 Aktualisiert: 3. Februar 2021 18:47
Der chinesische Diplomat Yang Jiechi sagte in einer Rede, dass die USA keine „rote Linie“ überschreiten sollten. Das bedeutet vor allem, sich nicht mehr dort einzumischen, was China als seine inneren Angelegenheiten betrachtet: Themen rund um Taiwan, Hongkong, Tibet und die Region Xinjiang.

Chinas Spitzendiplomat Yang Jiechi warnte die Regierung des US-Präsidenten Joe Biden in einer halbstündigen Rede am Abend des 1. Februar davor, die „rote Linie“ Pekings zu überschreiten.

„Die Vereinigten Staaten sollten aufhören, sich in die Angelegenheiten von Hongkong, Tibet und Xinjiang einzumischen“, sagte Yang und bezeichnete die Angelegenheiten der drei Regionen als Chinas „innere Angelegenheiten“. 

Yang nahm an einer virtuellen Konferenz teil, die von der in New York ansässigen gemeinnützigen Organisation des nationalen Komitees für die Beziehungen zwischen den USA und China veranstaltet wurde.

Die drei Regionen „stellen eine rote Linie dar, die nicht überschritten werden darf“, sagte er in seiner Rede. „Jede Überschreitung würde am Ende die Beziehungen zwischen China und den USA und die eigenen Interessen der Vereinigten Staaten schaden“, fügte er hinzu.

Er warnte die USA, sich bezüglich Taiwan „streng an das Ein-China-Prinzip“ zu halten.

Yang forderte die Biden-Administration in seiner Rede auf, die Beziehungen zwischen China und den USA auf einen „berechenbaren und konstruktiven Entwicklungspfad“ zurückzuführen.

Er nannte Bereiche, in denen die beiden Länder seiner Meinung nach zusammenarbeiten könnten, darunter Drogenkontrolle und Cybersicherheit.

Laut einem Bericht der US-amerikanischen Kommission zur Überprüfung von Wirtschaft und Sicherheit (U.S.-China Economic and Security Review Commission) aus dem Jahr 2018 ist China die größte Quelle für illegales Fentanyl und fentanylähnliche Substanzen in den Vereinigten Staaten.

Nach Angaben des US-amerikanischen Nationalen Instituts für Drogenmissbrauch (National Institute on Drug Abuse) gab es im Jahr 2019 in den USA 70.630 Todesfälle durch eine Überdosis; die Mehrheit der Todesfälle stand im Zusammenhang mit dem Konsum von Fentanyl.

Fentanyl ist 100-mal stärker als Morphin und 50-mal stärker als Heroin. Bereits zwei Milligramm sind für die meisten Menschen tödlich.

Im Jahr 2020 haben die USA mehrere chinesische Staatsangehörige und ein chinesisches Unternehmen wegen des Handels mit Fentanyl sanktioniert.

Weiche und harte Taktiken der KP Chinas

Die Regierung des ehemaligen Präsidenten Donald Trump konfrontierte Peking mit seinen Menschenrechtsverletzungen gegen Falun Gong-Anhänger, Hongkonger, muslimische Minderheiten, Tibeter und Uiguren, indem sie Visabeschränkungen und Sanktionen gegen Funktionäre der Kommunistischen Partei Chinas (KPC) verhängte, die für den Missbrauch verantwortlich sind.

Darüber hinaus bezeichnete der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo die Verfolgung der Uiguren und anderer mehrheitlich muslimischer ethnischer Minderheiten durch die KPC am 19. Januar als Völkermord und „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“.

Jacob Gunter, leitender Politik- und Kommunikationsmanager bei der Handelskammer der Europäischen Union in China, zog auf Twitter sein Resümee der Rede Yangs.

„Trump ist schlecht, es ist alles seine/eure Schuld, und lasst uns einfach zum Status quo von 2015 zurückkehren“, schrieb er. „Der Mangel an selbst vorgetäuschter Selbstreflexion ist nicht einmal mehr überraschend“, so Gunter.

„Unter’m Strich: Peking ist nur zu den Bedingungen Chinas zur Zusammenarbeit bereit“, schrieb Scott Kennedy auf Twitter. Kennedy ist leitender Berater und Mitglied in der Denkfabrik Zentrum für strategische und internationale Studien.

Der in den USA ansässige Kommentator für China-Angelegenheiten, Tang Jingyuan, sagte in einem Telefoninterview mit der Epoch Times, dass das chinesische Regime sowohl weiche als auch harte Taktiken anwendet, um die US-Regierung unter Druck zu setzen, damit die offiziellen Gespräche wieder aufgenommen werden.

Yangs Rede war ein Beispiel für eine weiche Herangehensweise, während die jüngsten Eingriffe in Taiwans Luftraum und die Sanktionen gegen ehemalige US-Beamte eine aggressive Taktik darstellen.

Yangs Rede könnte als Hinweis darauf gesehen werden, dass das chinesische Regime zu Zugeständnissen bereit wäre, wenn die Vereinigten Staaten versprechen würden, die „roten Linien“ nicht zu überschreiten, sagte Tang Jingyuan.

Letztendlich glaubt Tang, dass das chinesische Regime bei den Verhandlungen „in eine Zeit zurückkehren möchte, in der Menschenrechte und Handel voneinander entkoppelt waren“. Wo das Regime gleichzeitig Geschäfte mit den USA macht, die Fragen der Menschenrechtsverletzungen aber weiter ignoriert. 

Dieser Artikel erschien im Original auf The Epoch Times USA unter dem Titel: Beijing Tells Biden Administration to Play by the CCP’s Rules
(deutsche Bearbeitung von sza)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Die KP China ist keine politische Partei oder Regierung im normalen Sinne. Sie repräsentiert nicht das chinesische Volk, sondern das kommunistische Gespenst. Sich mit der Kommunistischen Partei Chinas zu identifizieren und ihr die Hand zu reichen, bedeutet, sich mit dem Teufel zu identifizieren.

China und die Welt stehen an einem Scheideweg. Für das chinesische Volk kann von dieser Partei, die unzählige Blutschulden hat, keine wirklichen Reformen erwartet werden. Das Land wird nur dann besser dran sein, wenn es frei von der Partei ist. Das Ende der Herrschaft der KP Chinas bedeutet allerdings nicht gleichzeitig das Ende des chinesischen Volkes.

Tatsächlich ist die KP Chinas der Feind der gesamten Menschheit. Den Ambitionen dieser Partei zu widerstehen, bedeutet, die menschliche Zivilisation und die Zukunft zu retten. Im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ geht es um Chinas Griff nach der Weltherrschaft. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Shop

„Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive und analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion