Der Impfstoff von Sinopharm aus China während der ersten Tagesimpfung im Calmette Krankenhaus in Phnom Penh am 10. Februar 2021.Foto: TANG CHHIN SOTHY/AFP via Getty Images

Peking setzt auf „Impfdiplomatie“ – Die Welt zweifelt an Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe „Made in China“

Von 17. Februar 2021 Aktualisiert: 17. Februar 2021 20:03
Während China versucht, sein internationales Ansehen durch „Impfdiplomatie“ zu stärken, scheint das öffentliche Vertrauen in die Sicherheit und Wirksamkeit der chinesischen COVID-19-Impfstoffe recht gemischt zu sein – sowohl innerhalb als auch außerhalb Chinas.

Das chinesische Regime wirbt aggressiv für seine COVID-19-Impfstoffe im Ausland. Der chinesische Staatschef Xi Jinping teilte den Staatsoberhäuptern bei einem Wirtschaftsgipfel mit den mittel- und osteuropäischen Ländern am 9. Februar mit, dass Serbien eine Million Dosen COVID-19-Impfstoff aus China erhalten hat. 

„Wenn andere mittel- und osteuropäische Länder eine Anfrage für eine Zusammenarbeit bei Impfstoffen stellen, ist China bereit, diese proaktiv zu prüfen“, so der Staatschef weiter.

Während einer Videokonferenz am 8. Februar sagte Chinas Außenminister Wang Yi gegenüber seinen EU-Kollegen, dass China und die EU die globalen Bemühungen zur Bekämpfung von COVID-19 anführen sollten und dass Peking Impfstoffe an Entwicklungsländer liefern wolle.

Der Sprecher des chinesischen Außenministeriums, Wang Wenbin, gab während einer Pressekonferenz am 8. Februar bekannt, dass China mit 53 Entwicklungsländern Vereinbarungen über den Export von COVID-19-Impfstoffen getroffen und bereits Impfstoffe an 22 von ihnen geschickt habe.

Wang erklärte auch, dass China zehn Millionen Dosen an das globale Impfstoffprogramm der Weltgesundheitsorganisation liefern würde, das Dosen für Entwicklungsländer in Afrika, Südamerika und Asien bereitstellt.

Trotz der aggressiven Politik wächst die Besorgnis weltweit über die Wirksamkeit und Sicherheit der Wirkstoffe, die in China hergestellt werden.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erklärte angesichts von Lieferengpässen bei den für Europa zugelassenen Impfstoffen, dass er „keine grundsätzlichen Hindernisse“ sehe, im Notfall auch auf russische oder chinesische Corona-Impfstoffe zurückzugreifen, heißt es in der Druckausgabe der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vom 31. Januar.

Internationale Besorgnis

Brasilien

Letzten Monat stellte Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro die Wirksamkeit der chinesischen Impfstoffe infrage.

Das chinesische Unternehmen Sinovac führte in Brasilien klinische Impfstoffstudien der letzten Stufe durch, die eine Wirksamkeit von 50,4 Prozent ergaben – und damit nur knapp die 50-Prozent-Grenze der WHO für eine Zulassung überschritten.

Die Rate ist auch niedriger als bei den in den USA entwickelten Impfstoffen, wobei der von Pfizer-BioNTech bei 95 Prozent und der von Moderna bei 94,1 Prozent liegt. 

Frankreich

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron kritisierte ebenfalls den Mangel an transparenten Informationen über chinesische Impfstoffe während einer Veranstaltung der US-amerikanischen Denkfabrik Atlantic Council am 5. Februar.

Macron äußerte Bedenken, dass die chinesischen Impfstoffe nicht wirksam gegen neu aufgetretene Varianten von COVID-19 vorbeugen würden. Die chinesische Seite habe keine Daten zur Wirksamkeit oder zu den Nebenwirkungen ihrer Impfstoffe veröffentlicht.

Taiwan

Taiwans Minister für Gesundheit und Soziales, Chen Shih-chung, sagte am 14. Februar vor Reportern in Taipeh, dass Taiwan die in China hergestellten COVID-19-Impfstoffe aufgrund unvollständiger technischer Informationen und fehlender wissenschaftlicher Berichte nicht gekauft habe.

Ungarn

Am 16. Februar traf eine Lieferung von 550.000 Dosen Impfstoff des chinesischen Staatsunternehmens Sinopharm in Ungarn ein. Die ungarische Regierung hat die Vorschriften bezüglich der Prüfung des Impfstoffes gelockert, allerdings sollte ein Gutachten der gesamten Produktionscharge vor der Anwendung durchgeführt werden. 

Dies kann im Moment ebenfalls nicht erfolgen, da die nötigen Dokumente der Parameter des Wirkstoffes fehlen. Laut ungarischen Medien fehlt auch die Einleitung zur Anwendung und Verabreichung von Sinopharm – dies lässt die Unsicherheit gegenüber dem Wirkstoff im Land wachsen.

Umfragen inner- und außerhalb Chinas

YouGov, ein in London ansässiges Forschungsdaten- und Analyseunternehmen, führte eine Umfrage durch, bei der 19.000 Personen aus 17 Ländern zu ihrer Einstellung gegenüber den in 12 Ländern hergestellten COVID-19-Impfstoffen vom 7. bis 20. Dezember 2020 befragt wurden. Sie stellten die Frage, wie viel Unterschied es macht, wo ein COVID-Impfstoff entwickelt wurde.

China schnitt mit einem Durchschnittswert von -19 als Vorletzter ab. Der negative Wert bedeutet, dass die Menschen sich eher beunruhigt als beruhigt fühlen, dass ein Impfstoff von dort kommt. In Deutschland lag der Wert für China bei -38. Insgesamt hat Deutschland mit +35 als vertrauenswürdigstes Land bei dieser Umfrage abgeschnitten.

Nach der Umfrage schnitt China allerdings bei seinen eigenen Bürgern am besten – mit einem Wert von +83 – ab. Ob das die tatsächliche Meinung der Bevölkerung widerspiegelt, lässt eine interne Umfrage der Behörden im Jing’an-Distrikt von Shanghai bezweifeln. Die Umfrage wurde der Epoch Times im Januar übermittelt.

113.000 Menschen wurden nach ihrer Bereitschaft zur Impfung befragt. 24.000 – oder etwa 21 Prozent – gaben an, dass sie dazu bereit wären.

Von 12.479 Personen, die angaben, bereits eine Dosis des COVID-19-Impfstoffs erhalten zu haben, sind bei 17 Fällen unerwünschte Nebenwirkungen gemeldet worden – also etwa bei drei Personen pro 10.000.

Ein Arzt mit dem Nachnamen Wang in einem Pekinger Krankenhaus sagte in einem Telefoninterview mit der Epoch Times, dass der Grund, warum die chinesischen Behörden die Daten zu den Impfstoffen nicht veröffentlicht haben, vermutlich darin liege, dass sie nicht sicher genug sind.

Er wies auch auf eine Besonderheit bei den von Peking herausgegebenen Richtlinien zur Verwendung des Impfstoffs hin. Demnach darf er nur Menschen im Alter von 18 bis 59 Jahren verabreicht werden. Senioren, die am meisten gefährdet sind, seien nicht zugelassen.

Wang stellte die Hypothese auf, dass dies daran liege, dass jüngere Bevölkerungsgruppen seltener schwerwiegende Nebenwirkungen haben.

Wenn eine große Anzahl von Senioren schwere Nebenwirkungen erleiden würde, würde sich in unserem Land niemand mehr trauen, den Impfstoff zu nehmen, so Wang weiter. Die Sicherheit des Impfstoffs würde von der Bevölkerung infrage gestellt werden.

(Mit Material von The Epoch Times USA)


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