28. Januar 2021: Arbeiter in Schutzkleidung sind auf dem Gelände des Jade Boutique Hotels zu sehen, wo Mitglieder des Teams der WHO, das die Ursprünge der Corona-Pandemie untersucht, ihre Quarantäne beenden sollen.Foto: Hector Retamal/AFP via Getty Images

US-Außenministerium: Unklar, ob Peking bei der WHO-Untersuchung transparent ist

Von 10. Februar 2021 Aktualisiert: 10. Februar 2021 19:09
Das Gesamtbild des Virus-Ausbruchs habe sich nicht dramatisch geändert, sagte der Leiter des WHO-Teams als erste Schlussfolgerung zu der jüngsten WHO-Untersuchung in China. Der ehemalige US-Außenminister Pompeo sieht hingegen „erhebliche Beweise“ für den Ursprung des Virus in einem Labor in Wuhan. Das neue Außenministerium ist mit Pekings bisherigen Transparenz nicht zufrieden und will seine eigenen Schlüsse ziehen.

Der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price, erklärte am 9. Februar bei einer Pressekonferenz, es sei noch offen, ob das chinesische Regime dem Team der Weltgesundheitsorganisation (WHO) volle Transparenz gewähren werde. Ein Team aus internationalen Experten befindet sich derzeit in Wuhan, um den Ursprung der Pandemie zu untersuchen.

„Ich denke, das letzte Wort ist noch nicht gesprochen“, sagte Price auf die Frage, ob das chinesische Regime dem WHO-Team volle Kooperation gewährt. Bisher hätten die „Chinesen nicht die nötige Transparenz geboten, die wir brauchen“.

WHO: Ursprung im Labor „extrem unwahrscheinlich“

Früher am Dienstag erklärte das Expertenteam der WHO, dass es „extrem unwahrscheinlich“ sei, dass das Virus versehentlich aus einem Labor entkommen sei. Während der Amtszeit von Präsident Donald Trump haben Beamte die Hypothese aufgestellt, dass das neuartige Coronavirus SARS-CoV-2 aus einem virologischen Labor in Wuhan entwichen sei.

Der Leiter der WHO-Untersuchung in Wuhan, Peter Ben Embarek, sagte, dass das Team die mögliche Übertragung von Fledermäusen auf den Menschen und das Risiko der Übertragung durch tiefgekühlte Lebensmittel untersuchen wird.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Hypothese über einen Unfall im Labor extrem unwahrscheinlich sei, um den Ausbruch des Virus zu erklären, sagte Embarek während einer dreistündigen Pressekonferenz am Dienstag in Wuhan. Es sei daher „keine Hypothese, die wir bei künftigen Studien“ als Ausgangspunkt empfehlen.

Der Sprecher des Außenministeriums, Price, erwiderte auf Embareks Bemerkungen, dass die Vereinigten Staaten erst dann ein Urteil fällen würden, nachdem sie den vollständigen WHO-Bericht geprüft hätten.

„Wir werden unsere Schlussfolgerungen auf nichts anderes als die Daten stützen, auf nichts anderes als die Wissenschaft, und auf dieser Grundlage werden wir zu einer Schlussfolgerung kommen“, so Price.

Pompeo: „Erhebliche Beweise“ für den Ursprung des Coronavirus im Labor in Wuhan

Der ehemalige US-Außenminister Mike Pompeo sagte in einem „Fox“-Interview am Dienstag, dass „es erhebliche Beweise gibt … dass dieses [Virus] wohl aus diesem Labor gekommen ist“.

Die USA hätten aus dem Grund die WHO verlassen, weil sie davon überzeugt gewesen seien, dass sie korrumpiert und politisiert sei. „Sie hat einen Kniefall vor Generalsekretär Xi Jinping in China gemacht“, fügte Pompeo hinzu.

Die Regierung unter Trump kündigte im Juli 2020 Pläne an, sich aus dem internationalen Gremium der WHO zurückzuziehen, da sie die Propaganda aus Peking wiederhole und auf Geheiß des chinesischen Regimes handele. Der neue US-Präsident Joe Biden machte diese Entscheidung nach seinem Amtsantritt wieder rückgängig.

Pompeo hofft deshalb, dass es sich bei dem WHO-Team in Wuhan nicht wieder um Propaganda handele. „Ich freue mich darauf, ihre Berichte und Analysen zu sehen“, so Pompeo, „aber ich glaube nicht, dass sie den Zugang bekommen haben, den sie brauchten“.

Er erwartet, dass die Experten alle Daten zu sehen bekommen, mit Ärzten sprechen können und an privaten Orten Interviews machen können, um herauszufinden, was tatsächlich passiert war.

Und dies „nicht unter der Aufsicht einer Person der kommunistischen Partei, die im Raum sitzt und sicherstellt, dass alle die kommunistische Parteilinie befolgen“, so Pompeo.

„Fox“-Moderator Bill Hemmer fragte den ehemaligen Außenminister: „Also hat sich nichts an Ihrer Ansicht geändert, dass es aus dem Labor kam?“

„Nicht eine Sache“, antwortete Pompeo.

Im Januar 2021 veröffentlichte das Außenministerium unter der Trump-Administration ein Faktenblatt, in dem es hieß, es gebe „Grund zu der Annahme“, dass mehrere Forscher des Wuhan Institut für Virologie an COVID-19-ähnlichen Symptomen erkrankt waren – und zwar vor dem ersten identifizierten Infektionsfall.

Dies widerspricht den Aussagen des Labors. Das Außenministerium kritisierte damals Pekings übermäßige Geheimhaltung um den Ursprung des Virus.

Chinesische Beamte haben wiederholt angedeutet, dass der Ausbruch außerhalb Chinas entstanden sein könnte, und machten Italien, Indien, die Vereinigten Staaten und importierte Produkte aus Norwegen dafür verantwortlich.

Einige chinesische Experten haben jedoch inzwischen in Frage gestellt, ob Viruspartikel auf Lebensmittelverpackungen die Krankheit überhaupt verbreiten können. Ein Forscher schätze sogar die Wahrscheinlichkeit einer Infektion als „geringer als bei einem Flugzeugabsturz“ ein.

WHO-Team zunächst in 14-tägiger Quarantäne

Die WHO-Untersuchung wurde zunächst monatelang verzögert, da die Behörde den Zutritt in Wuhan mit Peking aushandeln musste.

Nachdem das WHO-Team Mitte Januar in Wuhan gelandet war, verbrachten die 14 Experten die ersten zwei Wochen in Quarantäne. Während dieser Zeit haben sie Recherchen gemacht und Telefoninterviews geführt.

Anschließend besuchten sie Krankenhäuser, das Wuhan Institut für Virologie, den Huanan Markt, den die chinesischen Behörden zunächst für die Quelle des Virus hielten, und eine chinesische Propaganda-Ausstellung.

Die Medien erhielten in der Zeit nur begrenzt direkten Zugang zu den Experten, die meist nur vage Antworten auf Fragen zu ihrer Reise gaben.

Die Schlussfolgerung der Untersuchung des Teams war, dass sie „keine Beweise für große Ausbrüche gefunden haben, die mit Fällen von COVID-19 vor Dezember 2019 in Wuhan oder anderswo in Verbindung gebracht werden könnten“, sagte Embarek, Chef des Experten-Teams der WHO.

Die Ergebnisse der Mission änderten nicht „dramatisch das Bild, das wir vorher hatten“, sondern fügten „Details zu der Geschichte“ hinzu, betonte er.

In einem Kommentar, der den Aussagen chinesischer Beamter nahekommt, deutete er an, dass das Virus, obwohl es zuerst auf dem Huanan Markt auftrat, auch von anderswoher stammen könnte, einschließlich von gefrorenem Fleisch. Aber er sagte, dass ein tierischer Zwischenwirt „die wahrscheinlichste“ Quelle bleibt.

Peter Ben Embarek hat zwischen 2009 und 2011 als Teamleiter in Peking, wechselte dann seinen Sitz nach Genf in die Schweiz. Der Lebensmittelwissenschaftler und Programmmanager kommt ursprünglich aus Dänemark und hat sich auf Lebensmittelsicherheit und Zoonosen spezialisiert.

Dieser Artikel erschien im Original auf The Epoch Times USA unter dem Titel: ‘Jury’s Still Out’ on Whether China Was Transparent in WHO Probe: State Department
(Die deutsche Bearbeitung erfolgte durch sza)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Unsere Buchempfehlung

Krankheiten wie COVID-19, Katastrophen und seltsame Naturereignisse machen den Menschen aufmerksam: etwas läuft schief. Es läuft tatsächlich etwas sehr schief. Die Gesellschaft folgt - verblendet vom "Gespenst des Kommunismus" - einem gefährlichen Weg.

Es ist der Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen, zwischen dem Göttlichen und dem Teuflischen, die in jedem Menschen wohnen.

Dieses Buch schafft Klarheit über die verworrenen Geheimnisse der Gezeiten der Geschichte – die Masken und Formen, die das Böse anwendet, um unsere Welt zu manipulieren. Und: Es zeigt einen Ausweg. „Chinas Griff nach der Weltherrschaft“ wird im Kapitel 18 des Buches „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ analysiert. Hier mehr zum Buch.

Jetzt bestellen - Das dreibändige Buch ist sofort erhältlich zum Sonderpreis von 50,50 Euro im Epoch Times Online Shop

Das dreibändige Buch „Wie der Teufel die Welt beherrscht“ untersucht auf insgesamt 1008 Seiten historische Trends und die Entwicklung von Jahrhunderten aus einer neuen Perspektive. Es analysiert, wie der Teufel unsere Welt in verschiedenen Masken und mit raffinierten Mitteln besetzt und manipuliert hat.

Gebundenes Buch: Alle 3 Bände für 50,50 Euro (kostenloser Versand innerhalb Deutschlands); Hörbuch und E-Book: 43,- Euro.

Weitere Bestellmöglichkeiten: Bei Amazon oder direkt beim Verlag der Epoch Times – Tel.: +49 (0)30 26395312, E-Mail: [email protected]

Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion