Albert Uderzo (90) über die Erschaffung des Asterix: Ein Verleger habe sich darüber geärgert, dass seine Kinder nur amerikanische Comics läsen. Er habe ihnen den Auftrag erteilt, einen Comic mit Bezügen zur französischen Kultur zu entwickeln.Foto: ERIC FEFERBERG/AFP/Getty Images

„Gallien in Gefahr“

Epoch Times5. November 2005 Aktualisiert: 5. November 2005 18:19
Asterix – Der Klassiker Neuer Gallien-Comic von Albert Uderzo

Asterix-Erfinder Albert Uderzo sieht seinen Helden in der Tradition der Comic-Figur Popeye. Auch Popeye habe einen Zaubertrank, nämlich Spinat, sagte Uderzo am Freitag bei einem Internet-Chat auf der Frankfurter Buchmesse. Tatsächlich hätten er und sein Freund René Goscinny am Anfang die Befürchtung gehabt, Kritiker könnten ihnen vorwerfen, Popeye nachgeahmt zu haben. Was Obelix betrifft, schließt Uderzo eine Familiengründung nicht aus. „Das wäre eine Idee für einen neuen Band“, erwiderte er auf die entsprechende Frage eines 30-jährigen Griechen. Obelix habe immer Gefühle gezeigt, auch für Frauen, sagte Uderzo und erinnerte an Falballa. Aber er schränkte gleich ein: „Es wird Kritik von den Lesern geben.“ Comic-Fans würden es nicht mögen, wenn ihre Helden ihre Lebensumstände veränderten.

Skizzen zu Gunsten von Kinderprojekten

Der Franzose stellte sich auf der Buchmesse im Internet-Chat den Fragen von Fans aus aller Welt. Die Fragen wurden von Asterix-Übersetzern aus Deutschland, England, Portugal, Spanien, Finnland, Griechenland und den Niederlanden entgegengenommen und an Uderzo weitergeleitet. Zugleich machte er mehrere Skizzen, die dem RTL-“Spendenmarathon“ zu Gunsten von Kinderprojekten zu Gute gekommen sollen.

1959: Der Comic mit französischer Kultur

Die Idee zu Asterix sei ihm und Goscinny 1959 gekommen, erzählte Uderzo. Ein Verleger habe sich darüber geärgert, dass seine Kinder nur amerikanische Comics läsen. Er habe ihnen den Auftrag erteilt, einen Comic mit Bezügen zur französischen Kultur zu entwickeln. Dabei habe er ihnen völlig freie Hand gelassen. Entstanden sei Asterix. Eine Erklärung für den weltweiten Erfolg seines kleinen Helden hat er nicht. „Wir wissen es einfach nicht“, sagte er. Auf die Frage der 17-jährigen Natalia aus Costa Rica, welche Figur ihm nahe stehe, antwortete er: „Wenn ich deprimiert bin und singe, dann ähnele ich Troubadix. Manchmal regnet es danach auch.“ Wenn er aufstehe, sehe er aber leider Obelix am ähnlichsten.

„Gallien in Gefahr“

Auf die Idee einer Karriere für Troubadix brachte Uderzo der 40-jährige Grieche Archy: Er fragte, ob der Barde denn nun endlich berühmt werde. Troubadix könnte tatsächlich einmal ein großes Konzert in einem Stadion geben, entgegnete Uderzo. Man dürfe sich dann aber nicht wundern, wenn es nach Erscheinen dieser Asterix-Geschichte mehrere Unwetter gebe.

Der neueste Asterix-Band „Gallien in Gefahr“ erschien jüngst im Egmont Ehapa Verlag.

 AP/DNE



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