Kolumne vom Freischwimmer: Schöne Wörter

Von 21. Juni 2020 Aktualisiert: 22. Juni 2020 12:45
Man könnte sich den ganzen Tag lang aufregen. Aber man kann auch Kuchen essen. Oder einen schönen Film ansehen.

Wahlweise aber auch einmal ein gutes Buch lesen. Das habe ich neulich selbst ausprobiert. Das Buch heißt: „Schöne Wörter“ von Lenny Löwenstern.

In dieser Sammlung ist bereits das erste Wort „anschmiegsam“ ein solches. Es suggeriert Wohlfühlen. Einfach nur weil es da steht bekommt man(n) eine schöne Assoziation.

Man hat nicht viel getan, außer nur dieses eine Wort gelesen und schon fühlt man sich ein bisschen besser. Einfach so.

Durchforstet man diese Kollektion weiter, so findet man die Wörter „Augenweide“, „Behutsamkeit“, „Gemütlichkeit“ und „Glückskind“. Gerade bei Letzterem beschleicht mich ein angenehmes Gefühl weil ich nämlich tatsächlich ein kleines Glückskind bin (aber nur ein ganz kleines!).

Drüber hinaus kann man die Wörter „Hoffnungsschimmer“, „Luftschloss“ , „Sandkastenliebe“ oder „Schmollmund“ darin finden. Jedes einzelne davon ist bezaubernd.

Äußerst ansprechend sind gleichermaßen „Tagtraum“, „Vorfreude“ und „Zweisamkeit“. Romantisch klingen „Sommermondnacht“; „Herbststimmung“ und „Eiskönigin“.

„Worte sind die mächtigste Droge, welche die Menschheit benutzt“. (Joseph Rudyard Kipling)

Wohlig wird einem ums Herz, wenn man „Kaminfeuer“, Glühwein“ , „Kuscheldecke“, „Bratapfel“ und „Christstollen“ liest. „Engelsgesang“, „Schöngeist“ und „Wohlwollen“ sind ebenfalls „wohltuende“ Wohlfühlwörter. „Wohlgesonnen“ stehe ich auch „Wunderknabe“, „Waldfee“ und „wohlbehütet“ gegenüber. Das erzeugt „Wohlbefinden“ und dann bin ich wieder „wohlauf“.

„Ein einziges Wort verrät uns manchmal die Tiefe eines Gemüts, die Gewalt eines Geistes“. (Marie von Ebner-Eschenbach)

Man muss keinen ganzen Roman durchlesen, um sich in eine gute Stimmung zu versetzen. Manchmal reichen schon die Wörter „Liebenswürdigkeit“, „Liebeserklärung“ oder „Liebestrunken“ … und dann … erinnert man sich vielleicht sogar an seine erste Liebe …

Und das wiederum ist „herzallerliebst“, „herzerweichend“ und ist mir eine „Herzensangelegenheit“. Das ist „glücklichmachend“ und bringt mir „Seelenfrieden“. Dann bin ich „glückberauscht“.

Ebenfalls wunderschön klingen „Seelenadel“, „Smaragdglanz“ und „Zauberlandschaft“. Dann befindet man sich in einer „Traumwelt“ und dies ist „beglückend“ und „betörend“.

„Es wird immer gleich ein weinig anders, wenn man es ausspricht“. (Hermann Hesse)

Ab und zu braucht es eben nicht viel um seine Laune zu verbessern. Wörter wie „Morgenkaffee“, „Morgenröte“ oder „Abendsonne“ können den Menschen in einen besseren Gemütszustand versetzen in dem es bis „wunderbar“, „Himmelreich“ und „Sternschnuppe“ nicht mehr weit ist. Entzückend sind auch „Edelmütig“, „Wohlerzogen“ und „Wonneproppen“… Ach, …, ach herrje …

„Man sollte alle Tage wenigstens ein kleines Lied hören, ein gutes Gedicht lesen, ein treffliches Gemälde sehen und, wenn es möglich zu machen wäre, einige vernünftige Worte sprechen“. (Johann Wolfgang von Goethe)

Ahoi

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