Wilde Begeisterung kommt auf, wenn man sieht, dass es in Deutschland fast 40 unterschiedliche Steuern und Steuerarten gibt.Foto: iStock

Kolumne vom Freischwimmer: Steuern? Juhu!

Von 23. August 2020 Aktualisiert: 28. August 2020 17:29
Sie können beruhigt davon ausgehen, dass wir uns genau so wie Sie jeden Tag auf der Arbeit jubelnd in den Armen liegen. Danach hüpfen wir auch zuhause noch jauchzend vor Freude um den Küchentisch. Täglich!

Dieser Staat mit seiner herrschenden Kaste ist doch nun wirklich ein Quell ständiger Freude.

Wilde Begeisterung kommt auf, wenn man sieht, dass es in Deutschland fast 40 unterschiedliche Steuern und Steuerarten gibt. Von der Abgeltungsteuer bis zur Zwischenerzeugnissteuer wird alles akribisch und gewissenhaft besteuert.

Und das nicht zu knapp!

Betrachten wir uns doch einmal den fiktiven Fiete Labskaus aus Hamburg als Beispiel. Er ist 30 Jahre alt, ist der Steuerklasse eins zugeordnet und verdient 2.500 Euro brutto. Davon nimmt ihm der Staat schonmal 300 Euro Lohnsteuer und Soli-Zuschlag ab.

Falls Herr Labskaus innerhalb eines Monats das dringende Bedürfnis verspürt, etwas essen und trinken zu wollen; oder er möchte ins Kino gehen, seinen Lieblingsverein im Stadion anfeuern, sich einmal im Monat mit der Angebeteten den Besuch in einem Restaurant gönnen; oder er muss sich mal eine neue Hose oder ein schmuckes Hemd kaufen; sich abends, wenn’s mal schnell gehen soll, eine Pizza kommen lassen … und somit pro Monat zum Leben ungefähr 700 Euro braucht, so ist in diesem Betrag noch einmal eine Umsatzsteuer von 19 Prozent enthalten.

Obwohl er schon durch sein Gehalt Steuern gezahlt hat, sind in seinen Ausgaben nun noch einmal 133 Euro für Steuern enthalten. Verfügt Fiete dann auch noch über einen fahrbaren Untersatz und fährt auch ab und zu mit selbigem durch die Walachei, können wir getrost mit der KFZ- und Benzinsteuer noch einmal ca. 50 Euro an Steuern berechnen. Sind zusammen nochmal ca. 180 Euro.

Addiert man diese nun zu den bereits erwähnten 300 Euro kommt man dann auf gepflegte 480 Euro Steuern pro Monat. 480 Euro von 2.500 Euro sind 19,2 Prozent! Und dabei nimmt sich Fiete Laubskaus die Freiheit heraus, noch nicht einmal alle Steuern (oder versteckte Steuern) in dieser Rechnung berücksichtigt zu haben.

„Der einzige Unterschied zwischen Mensch und Hase besteht darin, dass man einem Hasen das Fell nur einmal über die Ohren ziehen kann.“ (Deutsches Sprichwort)

Interessant ist dabei die Tatsache, dass ich in der DDR in der Schule noch gelernt habe, das Gutsbesitzer und Könige verachtenswerte Verbrecher waren, weil sie es wagten, den Zehnten aus dem Volk zu pressen. Diese Scheusale konnte man ruhig enteignen oder gar köpfen (O-Ton meines Lehrers für Staatsbürgerkunde) weil sie mit der Erhebung des Zehnten – also 10 Prozent – ihre unermessliche Menschenverachtung und Herrschsucht offenbarten.

Niedlich, gelle, jetzt zahlen wir das Doppelte an Steuern und alles ist bezaubernd. Von Alkoholsteuer bis Zweitwohnungssteuer wird alles noch einmal besteuert. Biersteuer, Einfuhrumsatzsteuer, Energiesteuer, Erbschaftsteuer/Schenkungssteuer, Gewerbesteuer, Grundsteuer, Hundesteuer … aber keinem scheint das aufzufallen …

„Wenn man das Geschrei der Esel registrieren könnte, würde es der Staat auch noch besteuern.“ (Aus Georgien)

(Einen kleinen Moment bitte – bevor ich weiter schreibe, muss ich erst einmal meinen Aluhut wieder richtig aufsetzen. Der ist mir vor Entzücken aus Versehen über die Augen gerutscht. Der ist mir deshalb zu groß, weil es streng genommen gar nicht meiner ist. Aber heutzutage bekommt den ja jeder „zwangs-aufgesetzt“, wenn er sich erdreistet, eigene Gedanken zu entwickeln, einmal in eine andere Richtung zu denken oder unbequeme Fragen stellt.)

Also, wozu müssen denn Bürger und Bürgerinnen unseres Staates überhaupt so viele Steuern bezahlen? Richtig, damit der Staat „läuft“.

Und, „läuft“ er? Hmm … !?!

Exemplarisch sei an dieser Stelle einmal der Personalausweis genannt. Bereits bei diesem Wort fragt man sich doch besorgt, wessen Personal wir sind. Der Staat verlangt von uns, dass wir ein solches Dokument haben, damit wir immer identifiziert werden können.

Obwohl das jedoch zu den Angelegenheiten des Staates zählt und wir dies schon durch unsere Steuern bezahlt haben, müssen wir das Ding trotzdem noch einmal selbst bezahlen. Ebenfalls den Reisepass … usw. … usw. … Auch dies ist wieder nur ein Beispiel, um einmal darüber nachzudenken, ob eventuell nicht doch etwas schief läuft … in unserer schönsten und besten freiheitlich demokratischen Grundordnung.

„Die Kunst der Besteuerung liegt darin, die Gans so zu rupfen, dass sie unter möglichst wenig Geschrei so viele Federn wie möglich lässt.“ (Jean Baptiste Colbert)

Wie schon erwähnt, habe ich das mit dem Personalausweis nur einmal beispielhaft anklingen lassen, um einen kleinen Denkanstoß zu geben. Ihnen fallen bestimmt noch andere Sachen ein. Aber, wenn man in dieser Gesellschaft aufwächst und sein ganzes Leben lang so erzogen wird, dass wir hier das fantastischste Steuersystem haben, was es gibt, kommt man nur selten darauf, dies auch einmal kritisch zu hinterfragen.

Es ist so ähnlich wie in einer Matrix. Erst wenn man inne hält und sich einmal entspannt hinsetzt und darüber nachdenkt, kann einem dieses oder jenes ins Auge stechen. Aber dafür ist meistens keine Zeit. Gefangen in der Mühle des Alltagstrottes werden wir durch neue Verordnungen und Vorschriften immer weiter auf Trapp gehalten. Wer hinterfragt dann schon das ganze System, wenn er abends müde und kaputt aus der Fabrik kommt? Die Wenigsten!

Wie sagte bereits Thomas von Aquin: „Steuern sind ein erlaubter Fall von Raub“. Für das Jahr 2020 werden die Steuereinnahmen auf rund 717,8 Milliarden Euro geschätzt. Das ist kein Pappenstiel. Obwohl das eine riesige Summe ist, wirtschaften unsere Machthaber derart mysteriös mit unserem Geld, dass der Staat derzeit mit zirka 2.076.710.500.000 Euro verschuldet ist.

Cool, gelle.

„Vater Staat wird uns noch unter Mutter Erde bringen.“ (Unbekannt)

Und falls trotzdem einige Leute auf Querdenker-Ideen kommen oder komische Fragen stellen, werden sie sofort in die Schranken gewiesen, als Nazis oder als Aluhutträger diskriminiert. Verstehen Sie mich bitte nicht falsch ein Staat braucht Steuern, um funktionieren zu können. Aber es muss doch auch einmal erlaubt sein, die ganze Sache kritisch zu hinterfragen und darüber nachzudenken, ob das alles noch in einem richtigen Verhältnis steht.

Lassen Sie uns doch jetzt trotzdem alle gemeinsam an den Händen nehmen und ausgelassen vor Freude über unser ach so gerechtes System um den Stubentisch hopsen. Schließlich leben wir doch in der gerechtesten, freiheitlich demokratischen Grundordnung seit es Schokolade gibt.

Aber bitte hinterfragen Sie das nicht! Ansonsten wird Ihnen nämlich ein Maulkorb verpasst.

„Ein König richtet das Land auf durchs Recht; wer aber viel Steuern erhebt, richtet es zugrunde.“ (Aus der Bibel)

UND

„Sag bloß nichts von Atemsteuer, darauf sind sie noch nicht gekommen.“ (Manfred Hinrich)

Ahoi

Ihr Freischwimmer

Hier geht es zum vorherigen Freischwimmer

 


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

In letzter Zeit beobachten wir, wie Hacker immer wieder beliebige Nicks verwenden und üble Kommentare unter eben diesen Namen schreiben. Trolle schrecken nicht davor zurück, das Epoch Times Logo als Profilbild sich anzueignen und ebenfalls die Kommentarfunktion auf schlimmste Weise zu missbrauchen.

Aufgrund der großen Menge solcher Angriffe haben wir uns entschieden, einen eigenen Kommentarbereich zu programmieren, den wir gut kontrollieren können und dadurch für unsere Leser eine wirklich gute Kommentar-Umgebung schaffen können.

In Kürze werden wir diese Kommentarfunktion online stellen. Bis dahin bitten wir Sie noch um etwas Geduld.


Ihre Epoch Times - Redaktion