Verpackte Lebensmittel auf dem Prüfstand (Symbolbild).Foto: iStock

„Wollt ihr uns eigentlich verarschen?“ – Facebookerin macht sich wegen Plastikverpackungen von Bio-Produkten Luft

Epoch Times1. Oktober 2019 Aktualisiert: 1. Oktober 2019 11:05
"Es ist eine Frechheit, was ihr uns alles als Bio unterjubeln wollt“, heißt es im Facebook-Post von Lydia Sahide Schwarz. Mit Händlern, Herstellern und auch Verbrauchern geht sie hart ins Gericht.

Palmöl in Schokoladen, Bioprodukte in Plastikmüll, einzeln verpackte Teebeutel. Wo bleibt denn da der Umweltgedanke? Facebookerin Lydia Sahide Schwarz nahm sich in einem Beitrag die Vertreiber und Hersteller von Bio- und Öko-Produkten vor. Kritik hagelt es vor allem für die Plastikverpackungen:

„Es ist nicht umweltkonform, wenn die Verpackungseinheiten von Bioprodukten wesentlich kleiner sind, als die ´normalen` und ich damit um Welten mehr Plastikmüll habe. Überhaupt BioProdukte in gewöhnliches Plastik zu verpacken ist nicht umweltkonform.“

Die Facebookerin bemängelt, dass an der Frischtheke Bio- und Ökoprodukte von örtlichen Herstellern fehlen. Dabei weist sie darauf hin, dass selbst lokale Erzeugnisse „noch lange nichts Gutes“ bedeutet. „Tag für Tag und Nacht für Nacht“ höre sie die „kläglichen Schreie der Schweine vom Stall nebenan“.

Es ist eine Frechheit, was ihr uns alles als Bio unterjubeln wollt“, heißt es in ihrem Facebook-Post.

Kein Bio-Grundgedanke

Der Grundgedanke und die Motivation der Händler und Hersteller seien „keinesfalls BIO“. Gemüsenetze könnte man beispielsweise ebenso gut aus Baumwolle oder Hanf herstellen, statt wieder einmal auf Plastik (Polyester) zurückzugreifen, bemängelt Schwarz. Wie könne etwas als „Bio“ bezeichnet werden, das „vom selben Band kommt wie konventionelle Produkte“?

Warum gibt es im Kaufland Milch von Demeter, aber keine Butter oder Käse in dieser Qualität? Warum müssen im Edeka und im Rewe einzeln abgepackte Tomatenscheiben und Obststücke angeboten werden? Warum bekommt man im Lidl und Aldi Gemüse und Obst nur verpackt? „Ist es so schwer, sich durchzusetzen in eurer Position und zu sagen: Nein! Bei uns nicht mehr?“, fragt die Kundin auf Facebook.

Schwarz will das „Rundum-Paket“ – Produkt, Verpackung, Zutaten, Auswahl und Transparenz zur Herkunft. „Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht“. Es bringe nichts, wenn man immer nur auf Züge aufsteigt. Die Händler müssten selbst die Lok übernehmen – allen voran die Großkonzerne. Schwarz appelliert: „Seid mutig und geht voran! Ihr könnt und müsst die Welt verändern.“ Und den Verbrauchern gibt sie zu bedenken:

Ihr seid es, die den Schrott kauft, ohne nachzudenken.“

Facebook-Debatte zum Verpackungsmüll

Lydia Sahide Schwarz will niemals aufhören, immer wieder „Moralpredigten“ zu halten. Sie will „alle mit der Nase auf die Probleme und Umstände“ stoßen. Zu ihrem Post gab es einen regen Austausch mit etlichen Kommentaren.

Den täglichen Kampf mit dem Plastikmüll beschreibt ein Familienvater wie folgt:

„Wusstest du, dass der in Plastik verpackte Dreierpack Paprika ein Drittel der unverpackten Einzelpaprika kostet? Für eine unverpackte bekomme ich drei verpackte… Tatsache ist leider, dass nicht die Nachfrage das Angebot steuert, sondern dass sich das Angebot seine Nachfrage künstlich erzeugt. Und die Macht, die Werbung hat, wird gern unterschätzt. Bei über 50 Prozent Übergewichtigen hätte McDonald’s keine einzige Filiale mehr, wenn man sich der Wirkung von Werbung so einfach entziehen könnte. Tabakkonzerne wären ein Relikt der Vergangenheit, wenn man sich der Wirkung von Werbung entziehen könnte.“

Doch nicht alle teilen diese Meinung. Eine Frau greift lieber auf Plastikverpackungen zurück. Sie erklärt das wie folgt:

Wie einfach die Lösung sein kann, schreibt eine Facebookerin:

„Ich habe es mittlerweile aufgegeben in diesen Läden einzukaufen, es spricht mich einfach nicht mehr an dort minderwertige Ware zu kaufen und zu verzehren. Nur als Verbraucher hat man es in den Händen, auf Missstände aufmerksam zu machen , wenn man den Quatsch einfach nicht mehr kauft. Vorausgesetzt man ist an dem Bewusstseinspunkt angelangt, die Situation zu erkennen und den Willen es auch zu ändern. Einfach auch mal weniger kaufen, und frisch regional gibt es auf Märkten und BioLäden, man kann sich auch Lebensmittelkisten von kleinen bäuerlichen Anbietern schicken lassen. Am Ende ist es die Frage nach der eigenen Bequemlichkeit, etwas wirklich ändern zu wollen .“ (sua)


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