„Tuidang“: Eine Bewegung, die die KP Chinas von innen heraus auflösen kann

Von 2. Mai 2021 Aktualisiert: 3. Mai 2021 13:01
Am 25. Dezember 1991 brach die Sowjetunion zusammen. In den Jahren vor dem Zusammenbruch verließen viele Menschen die Kommunistische Partei der Sowjetunion. Ähnliches passiert nun auch im kommunistischen China.

Über 376 Millionen: So viele Menschen erklärten bis zum 20. April dieses Jahres ihren Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas (KPC), ihrem Jugendverband und den Jungen Pionieren. 

Diese Zahl übertraf die Anzahl der Menschen, die aus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion ausgetreten waren, bevor die Sowjetunion 1991 zusammenbrach. Einem China-Experten zufolge könnte diese Volksbewegung mit dem Namen „Tuidang“ (Austritt aus der Partei), die im Jahr 2004 begann, innerhalb von fünf Jahren auch den Zerfall der KP Chinas herbeiführen.

Den Austritt aus der KPC, ihrem Jugendverband und den Jungen Pionieren bezeichnen die Chinesen auch als die „Drei Austritte“. Laut der „Tuidang“-Website, auf der die Austrittserklärungen veröffentlicht werden, gaben bis zum 26. April fast 376.368.000 Menschen ihre Austrittserklärungen ab. Diese Zahl macht etwa 27 Prozent der Gesamtbevölkerung Chinas aus.

Mit anderen Worten: Mindestens einer von vier Chinesen erklärte öffentlich seine Opposition zur Kommunistischen Partei Chinas und trat aus den KPC-nahen Organisationen aus.

Die drei KPC-Organisationen und die tödlichen Schwüre

Neben der Kommunistischen Partei sind in China auch die Jungen Pioniere und der Kommunistische Jugendverband ein fester Bestandteil des kommunistischen Systems.

In China besteht Grundschulpflicht. Kinder beginnen die Grundschule im Alter von 6 Jahren und beenden sie mit 12 Jahren. Die KPC verlangt von fast allen Grundschülern, den Jungen Pionieren beizutreten, und der Beitritt wird als besondere Auszeichnung behandelt.

Die Grundschulen halten regelmäßig eine Schwur-Zeremonie ab, bei der die Kinder ihre rechte Faust zur roten Flagge der Jungen Pioniere heben und schwören:

„Ich bin Mitglied der Jungen Pioniere von China. Unter der Fahne der Jungen Pioniere gelobe ich, die KPC, das Mutterland und das Volk zu lieben, gut zu lernen, gut zu trainieren und jederzeit bereit zu sein, meine ganze Kraft für die Sache des Kommunismus einzusetzen.“

Das heißt, unter dem kommunistischen System müssen Kinder bereits im Alter von 6 Jahren einen Eid schwören, dass sie bereit sind, „ihre ganze Kraft“ für den Kommunismus einzusetzen, bevor sie überhaupt verstehen, was das ist.

Wenn Kinder auf die weiterführende Schule kommen, werden sie gebeten, quasi halb-verpflichtend dem Kommunistischen Jugendverband beizutreten. Auch hier wird von den Schülern verlangt, dass sie ihre rechte Faust heben und ein Gelöbnis ablegen:

„Ich gelobe, dem Kommunistischen Jugendverband Chinas freiwillig beizutreten, die Führung der KPC fest zu unterstützen, das Statut des Jugendverbandes zu befolgen, die Beschlüsse des Verbandes auszuführen, meine Pflichten als Mitglied zu erfüllen, die Disziplin des Verbandes streng einzuhalten, fleißig zu studieren, aktiv zu arbeiten, Beiträge zu leisten und Entbehrungen vor anderen zu ertragen, andere vor mir Vorteile zukommen zu lassen und mich stark für die Sache des Kommunismus einzusetzen.“

Der Eid der Mitgliedschaft in der KPC ähnelt ein wenig dem der Mitgliedschaft im Jugendverband. Das Ende ist jedoch anders: Man schwört, „alles zu opfern.“

Die aktuelle Version von 1982 lautet:

„Ich gelobe, der KPC freiwillig beizutreten, das Parteiprogramm zu unterstützen, das Statut der Partei zu befolgen, meine Pflichten als Mitglied zu erfüllen, die Beschlüsse der Partei auszuführen, die Disziplin der Partei streng einzuhalten, die Geheimnisse der Partei zu hüten, der Partei treu zu sein, aktiv zu arbeiten, mein ganzes Leben lang für den Kommunismus zu kämpfen, jederzeit bereit zu sein, alles für die Partei und das Volk zu opfern und die Partei niemals zu verraten.“

Da die KPC die regierende Partei in China ist, bekommen Mitglieder der KPC viele Vorteile. Daher ist die Zahl der Menschen, die für eine Mitgliedschaft in der KP Chinas zugelassen werden können, relativ klein.

Gegenwärtig beträgt die Zahl der KPC-Mitglieder in China bei einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden weniger als 100 Millionen Menschen. Damit beträgt der Anteil der Parteimitglieder in der Bevölkerung etwa 7 Prozent.

Allerdings sind mehr als 95 Prozent der Chinesen Mitglieder bei den Jungen Pionieren. Das bedeutet, dass bei einer Bevölkerung von 1,4 Milliarden Menschen maximal 1,3 Milliarden Menschen eine Austrittserklärung abgeben können.

„Tuidang“ wurde durch die „Neun Kommentare über die Kommunistische Partei“ ausgelöst

Die „Tuidang“-Bewegung wurde durch die Leitartikel-Serie „Neun Kommentare über die Kommunistische Partei“ ausgelöst, die erstmals am 19. November 2004 in der chinesischsprachigen Ausgabe der Epoch Times erschien.

Die Serie deckt umfassend die blutige Geschichte der KPC auf und vermittelt eine tiefgründige Analyse über die trügerische, gewalttätige, sektenähnliche und schurkische Natur der Partei in verschiedenen Bereichen der Geschichte, Politik, Wirtschaft, Kultur und des Glaubens.

Im Teil 7 mit dem Titel „Über die Geschichte des Tötens durch die Kommunistische Partei Chinas“ heißt es: „Unter der Herrschaft der KPC sind etwa 60 bis 80 Millionen unschuldige Menschen getötet worden, die ihrerseits zerstörte Familien hinterlassen haben.“

Diese Zahl übersteigt die Gesamtzahl der Toten in den beiden Weltkriegen zusammen. Seit 1949 verfolgte die KPC mehr als die Hälfte der Menschen in China.

Am 12. Januar 2005 veröffentlichte die Epoch Times eine Erklärung. Darin wurde das chinesische Volk aufgefordert, aus der KPC und ihren Unterorganisationen auszutreten.

Am 22. Februar 2005 kamen mehr als 10 Organisationen zusammen, darunter die Epoch Media Group, die „Farewell to the CCP Alliance“ („Bündnis zur Verabschiedung von der KPC“) und die „Global Coalition to Bring Jiang Zemin to Justice“ („Weltweite Koalition, um Jiang Zemin vor Gericht zu bringen“), um das „Weltweite Servicezentrum zum Austritt aus der Kommunistischen Partei Chinas“ zu gründen, eine gemeinnützige Organisation, die Menschen bei den „Drei Austritten“ unterstützt.

Aus Sicherheitsgründen wählten viele Chinesen ein Pseudonym, um ihre Austrittserklärung zu veröffentlichen. Sie glauben, Gott sehe die Herzen der Menschen und sie könnten ihre tödlichen Schwüre, die sie der KPC gaben, rückgängig machen, indem sie sich von ihnen lossagen.

Wenn Menschen ihre Erklärungen einreichen, bekommen sie vom „Weltweiten Servicezentrum zum Austritt aus der KPC“ eine Kennnummer. Anhand dieser Kennnummer können die Menschen den Status ihrer Erklärungen verfolgen.

Freiwillige Mitarbeiter des Servicezentrums überprüfen die Erklärungen auf ihre Echtheit, bevor sie online veröffentlicht werden. Nachdem die Erklärung veröffentlicht wurde, steht ein Zertifikat in Englisch und Chinesisch zur Verfügung, das der Einreicher herunterladen und ausdrucken kann.

Auch hochrangige KPC-Mitglieder treten aus

Ein auffälliges Phänomen in der Anfangsphase der „Tuidang“-Bewegung war, dass eine beträchtliche Anzahl der „Drei Austritte“ aus den obersten Rängen der KPC kam. Dazu gehörten Funktionäre aus dem Staatsrat, den Ministerien, dem Nationalen Volkskongress, der Zentralen Parteischule und Provinz- und Stadtkader.

So benutzte eine Person aus dem Staatsrat den Namen Hua Tianming, um am 27. Dezember 2004 eine Erklärung abzugeben. Die Erklärung lautet:

„Es war gegen meinen Willen, ein Handlanger zu sein. Ich möchte mich beim chinesischen Volk entschuldigen. Ich hoffe nur, dass die KPC schneller aufgelöst werden kann.“

Seine Unterschrift besagt, dass er Mitglied eines bestimmten Büros des Staatsrats war.

Es gab auch hochrangige Kader der Abteilungen für öffentliche Sicherheit und Justiz, einschließlich des Ministeriums für nationale Sicherheit, des Justizministeriums und des Militärs, darunter der Marine und der Militärregion Peking.

Eine am 22. Dezember 2004 unter dem Namen Li Bochun veröffentlichte Erklärung lautet: „Ich bin ein pensionierter Kader im technischen Bereich der nationalen Verteidigung mit 43 Jahren militärischer Erfahrung und mehr als 30 Jahren Parteimitgliedschaft. Früher glaubte ich alles, was meine Vorgesetzten sagten, doch erst nachdem ich in den Ruhestand gegangen war, verstand ich eigentlich die böse Natur der KPC.“

Eine andere Erklärung vom 22. Dezember 2004 unter dem Namen Li Linying besagt: „Ich war einst ein Militärkader; ich wurde getäuscht und glaubte an die KPC. Doch jetzt wurde die nackte Wahrheit über den bösen sektenähnlichen Charakter der KPC vollständig aufgedeckt.“ 

Ich folgte dieser bösen Sekte über ein Jahrzehnt lang aufs Genaueste. Obwohl ich nichts Böses tat, gab ich ihr dennoch auch Macht. Heute verstehe ich es endlich. Ich erkläre hiermit feierlich meinen Austritt aus der kommunistischen Sekte.“

Eine Erklärung eines Reporters des Staatssenders „China Central Television“ (CCTV) lautet: „Genug ist genug. Heute beende ich offiziell alle Beziehungen zu ihnen. Viele Jahre lang arbeitete ich als Reporter für den Fernsehsender, und ich durchschaue ihre Heuchelei. … Ich wurde von der Partei unter der Propaganda der Lügen getäuscht, und heute beende ich offiziell alle Beziehungen zu ihnen.“

China-Experte: Die KPC wird sich von innen heraus auflösen

Am 25. Dezember 1991 zerfiel die Sowjetunion, das erste kommunistische Regime der Welt. Der letzte Präsident der Sowjetunion, Michail Gorbatschow, trat zurück und übergab die Macht an den russischen Präsidenten Boris Jelzin.

Ende 1989 erklärten die Republiken, die einst der Sowjetunion angehörten, ihre Unabhängigkeit. Zugleich erklärten US-Präsident George H.W. Bush und Gorbatschow gemeinsam das Ende des Kalten Krieges.

Bevor sie aufgelöst wurde, gab es wegen der langen Periode der Autokratie und Korruption eine Welle von Austritten aus der Kommunistischen Partei der Sowjetunion. Dabei verließen schließlich mehr als 20 Prozent der Mitglieder die Partei.

In ähnlicher Weise veranlasste die „Tuidang“-Bewegung in China bisher etwa 27 Prozent der chinesischen Bevölkerung dazu, die KPC zu verlassen.

Die aktuelle Zahl der Chinesen, die die KPC von sich wiesen, ist mehr als die 20 Prozent der Mitglieder, die die Kommunistische Partei verließen, bevor die Sowjetunion zusammenbrach. Warum hat sich die KPC also noch nicht aufgelöst? China-Experte Shan Shi sagte der Epoch Times, es gebe viele Gründe, doch die beiden wichtigsten sind wie folgt:

Erstens ist die KPC die mächtigste herrschende Gruppe in der Geschichte der Menschheit, was die Kontrolle der Menschen angeht. Kein anderes Regime in der Geschichte oder auf der Welt war wie die KPC. Durch das System der Haushaltsregistrierung (Hukou) kontrolliert sie nicht nur, wo die Menschen leben können, sondern sie regelt auch den Glauben und die Gedanken der Menschen, ihre Jobs, das Familienleben und sogar, wie viele Kinder sie haben können.

Mit Hilfe von Hightech benutzt die KPC heute eine Überwachungsmethode, die am stärksten in die Privatsphäre eingreift, um das tägliche Leben eines jeden zu kontrollieren. Kommunistische Herrschaft ist wie ein effektiver Schnellkochtopf, der die Menschen im Inneren unfähig macht, sich zu bewegen.

Zweitens nutzt die KPC den Markt auf dem Festland als Köder, indem sie die Wirtschaft mit der Politik verknüpft, um internationale Investitionen nach China zu locken. Das führt dem schwerkranken Körper der KPC neue Nährstoffe und neues Blut zu, was ihr erlaubt, weiter zu überleben.

Doch Shan zufolge habe der Strom der „Tuidang“-Bewegung bereits damit begonnen, die KPC von innen heraus aufzulösen. Obwohl viele Personen beim Austritt ihre wahre Identität nicht preisgaben und nach außen hin immer noch für die KPC arbeiten, haben sie in ihren Herzen im Wesentlichen die KPC verlassen.

Sobald sich die äußere Umgebung ändert, wird diese innere Oppositionskraft zum schnellen Zusammenbruch der KPC beitragen.

Täglich machen mindestens 50.000 Menschen die „Drei Austritte“. Bei dieser Geschwindigkeit, so Shan, würden mehr als 20 Millionen Menschen in einem Jahr ausgetreten sein. In fünf Jahren würden mehr als 100 Millionen Menschen ausgetreten sein. Bei den derzeitigen 376 Millionen Menschen könnte die Gesamtzahl der „Drei Austritte“ bis 2026 500 Millionen erreichen. Das würde 35 Prozent der 1,4 Milliarden Menschen in China ausmachen.

„Genauso wie die Kommunistische Partei der Sowjetunion wird sich die KPC zu dem Zeitpunkt von innen heraus auflösen“, erklärte Shan.

Jennifer Zeng und Sherry Qi sind freie Mitarbeiter der „Epoch Times“.

Dieser Artikel erschien im Original auf The Epoch Times USA unter dem Titel: Tuidang: A Movement That Can Dissolve the CCP From Within (deutsche Bearbeitung von as)

Dieser Beitrag stellt ausschließlich die Meinung des Verfassers dar. Er muss nicht zwangsläufig die Sichtweise der Epoch Times Deutschland wiedergeben.


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China und die Welt stehen an einem Scheideweg. Für das chinesische Volk kann von dieser Partei, die unzählige Blutschulden hat, keine wirklichen Reformen erwartet werden. Das Land wird nur dann besser dran sein, wenn es frei von der Partei ist. Das Ende der Herrschaft der KP Chinas bedeutet allerdings nicht gleichzeitig das Ende des chinesischen Volkes.

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