Auch Nacktschnecken schmeckt der Salat aus dem eigenen Garten. Ein Gärtnermeister gibt Tipps, wie Sie der Plage Herr werden.Foto: iStock

Tipps vom Gärtnermeister: Was tun bei zu vielen Schnecken im Hausgarten?

Von 16. Mai 2020 Aktualisiert: 20. Mai 2020 16:34
Die Fraßschäden von Schnecken können für Hausgärtner entmutigend sein, sodass die Freude am Gemüsebau beeinträchtigt wird. Es gibt aber gute Lösungen für dieses Problem, die unser Gärtnermeister Ihnen aufzeigen möchte.

Da ich in meiner Laufbahn als Gärtnermeister die Chance hatte, in unterschiedlichen Regionen Deutschlands zu arbeiten und zusätzlich noch eigene Hausgärten bewirtschaftete, konnte ich vielfältige Erfahrungen bei unterschiedlichen Schnecken-Bedingungen sammeln.

Wenn es zum Beispiel darum geht, Pflanzen vor Schadinsekten zu schützen, so hatte ich die Möglichkeit, verschiedene Techniken zu verwenden – vom einfachen Hausmittel im eigenen Hausgarten bis zu großflächigen Lösungen im professionellen Gartenbau.

Boden und Standortbedingungen

Grundsätzlich kann man sagen, das je nach Gartenboden und Standortbedingungen unterschiedliche Arten und Mengen an Schnecken auftreten. Von kleinen, wenige Millimeter großen Schneckchen, bis zu großen rotbraunen Nacktschnecken oder den behausten Weinbergschnecken – es gibt viele Variationen.

Da Schnecken ein feuchtes Umfeld zum Überleben benötigen, haben trockene Gärten im Allgemeinen weniger Schneckendruck. Wenn Schnecken sich fortbewegen, müssen sie selber dafür Schleim produzieren und können sich nur in einer begrenzten Reichweite bewegen. Bei trockenen Böden ist diese Möglichkeit dann schwieriger für die Tiere verglichen mit schweren, feuchten Böden.

Die Lage des Gartenstücks kann ebenfalls ein gewichtiger Faktor sein. Wenn der Garten zum Beispiel an einen Bach oder eine hohe Feuchtwiese angrenzt, ein Teich vorhanden ist oder sonstige Verstecke für Schnecken existieren, kann das Problem gesteigert werden.

Hier nun eine Reihe von Methoden, die ich im Laufe der Jahre selbst getestet oder beobachten konnte.

Absammeln und Zerschneiden

Das Absammeln von Schnecken am Abend, wenn sie aus ihren Verstecken herauskriechen, kann bei geringen Mengen eine Lösung sein. Wir können Bretter im Garten auslegen, an deren Unterseite die Tiere sich gerne anheften.

Ist der Befallsdruck aber sehr hoch, sodass wir jeden Abend eimerweise Schnecken wegschleppen müssen, werden wir unsere zarten Gemüsepflänzchen damit nicht schützen können. Dann wird eine andere Strategie notwendig.

Das einfache Zerschneiden der Tiere auf den Gemüsebeeten empfand ich schon immer als martialisch und unbarmherzig, hat doch jedes Tier in der Welt auch seine Aufgabe und Existenzberechtigung. Schnecken sind eben dazu da, schwache Pflänzchen zu eliminieren. Außerdem locken die zerschnittenen Kadaver dann noch deutlich mehr Schnecken an.

Bierfalle

Nutzen wir die Technik einer Bierfalle – dabei wird eine in den Boden eingegrabene Schale mit Bier gefüllt – so können wir tatsächlich die Schnecken damit in die Schale locken, in welcher sie dann ertrinken. Manche sagen, dies wäre ein schöner Tod… Auch bei dieser Methode sehen wir allerdings den Effekt, dass wir noch mehr Schnecken, vermutlich durch den Duft des Bieres, anlocken.

Kaffeesatz, Branntkalk und Gesteinsmehl

Kaffeepulver oder Kaffeesatz um die gefährdeten Salatpflänzchen als eine Sperrzone gestreut, funktioniert, solange der Kaffee noch trocken ist. Wird er aber feucht, so verliert er schnell die abschreckende Wirkung. Meistens habe ich nur einen schützenden Effekt von einer Nacht beobachtet.

Ähnlich wie beim gestreuten Kaffee, hatte ich bei um die Pflanzen gestreutem Branntkalk ebenfalls nur eine sehr kurze Wirkungsdauer, sodass ich auch diese Methode schnell wieder zu den Akten gelegt habe.

Eine Zeit lang versuchte ich die Methode, die Pflanzen mit Gesteinsmehl vor Fraßschäden schützen, indem ich die ganzen Pflänzchen kräftig mit dem Mehl einpuderte. Dies soll den Appetit der Schnecken vermindern, wenn das Steinmehl ihnen beim Fraß zwischen den „Zähnchen“ knirscht. Der betriebene Aufwand konnte leider keinen überzeugenden Schutzeffekt erbringen.

Knoblauchbrühe

Als Gartenlehrling konnte ich den Versuch einer Schneckenbekämpfung mit Knoblauchbrühe an einem Kohlrabibestand im Gewächshaus beobachten. Die Wirkweise ist so, dass die Pflanze die auf sie angebrachte Knoblauchbrühe aufnimmt und verstoffwechselt.

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Danach scheidet sie den für den Knoblauch typischen unangenehmen Geruch aus. Im Vergleich zum Vorjahr hatten wir den Eindruck, dass es wirklich weniger Schneckenschäden an den Kohlrabis gegeben hatte. Eine wöchentliche Behandlung der Pflanzen mit der Brühe ist allerdings notwendig. Hobbygärtner seien jedoch gewarnt: Diese Methode stinkt zum Himmel.

Einem Freund hatte ich einmal für seinen Hausgarten diesen Tipp gegeben, worauf er sich eine kräftige Knoblauchjauche ansetzte. Als er seine Salatköpfe damit begoss, sollen die vorhandenen Schnecken panisch die Flucht ergriffen haben…

Schneckenkorn

Im Handel gibt es ein sogenanntes biologisches Schneckenkorn auf Basis von Eisen(III)-Phosphat. Es stellt bei der Verwendung keine Belastung für Boden und Grundwasser dar und ist auch in Bio-Betrieben zugelassen. Die Schnecke frisst die Körner, reagiert mit Verdauungsbeschwerden, zieht sich zurück und verendet.

Ein Problem besteht auch hier: Auch die guten Schnecken, wie Weinbergschnecken oder der Tigerschnegel fressen die Körner und verenden daran.

Abdeckung mit Vlies oder Netzen

Im biologischen Gartenbau werden gerne Insektenschutznetze oder Verfrühungsvliese auf die Gemüsekulturen aufgelegt, um sie vor Insekten oder Frost zu schützen. Wenn wir dabei aufpassen, dass die Netze an den Rändern gut mit dem Boden abschließen, können wir damit auch Schnecken effektiv abhalten.

Einzig die Tierchen, die schon auf dem Beet sitzen, sollten wir natürlich vor der Netzauflage absammeln, dann können wir einen wirklich guten Schutz erzielen. Im Sommer ist es besser, ein Netz aufzulegen, da die Hitze besser entweichen kann, als bei einem Vlies.

Schneckenzaun

Die Methode, mit der ich im Hausgarten die erfreulichsten Erfolge erzielen konnte, ist der Einsatz eines Schneckenzauns. Schon viele Jahre verwende ich ihn, um meine Salatpflanzen zu schützen. Die Zaunstücke sind aus verzinktem Blech und so gebogen, dass sie eine überstehende „scharfe“ Kante nach außen und unten zeigen. Über diese überhängende Kante kann die Nacktschnecke in der Regel nicht klettern und wird so von den Jungpflanzen abgehalten.

Den Schneckenzaun habe ich in verschiedenen Regionen mit unterschiedlichem Schneckendruck verwendet und die Ergebnisse waren immer sehr überzeugend.

Da Schnecken in der Regel nur zartblättrige Jungpflanzen und Blattgemüse befallen, baue ich mir jedes Jahr ein Beet mit einem Schneckenzaun, in dem diese anfälligen Pflanzen stehen, das reicht. Alle anderen Gemüse können munter draußen bleiben.