(Symbolbild).Foto: iStock

Tödliche Rituale: Aztekische Verbündete entstellten über 400 gefangene Spanier und aßen sie

Epoch Times25. Mai 2019 Aktualisiert: 24. Mai 2019 19:22
Als der berühmte Eroberer Hernán Cortés nach dem berühmt-berüchtigten Massaker von Zultepec erfuhr, was geschehen war, ließ er die Stadt niederbrennen. Heute trägt der Ort den Namen "Tecoaque", "der Ort, an dem sie sie gegessen haben."

Wie Experten vor Kurzem bekannt gaben, fanden sie die Überreste eines 500 Jahre alten aztekischen Opferrituals mit menschlichen Skeletten in Zultepec, Mexiko. Diese stammen von Spaniern, die zwischen 1519 und 1521 eine Niederlage bei der Eroberung von Südamerika erfuhren. Einige von ihnen entstellten die Einheimischen später für rituelle Zwecke. Doch unter den Toten befinden sich nicht nur die Eroberer, sondern auch Frauen und Kinder.

Abgetrennte Köpfe und zerstückelte Körper

Wie das Instituto Nacional de Antropología e Historia (INAH) mitteilte, entdeckten sie die Opfer in der Zultepec-Tecoaque Fundstätte östlich von Mexico City.

Zultepec, eine mit den Azteken verbündete Stadt, erlangte mit dem gleichnamigen Massaker von Zultepec Berühmtheit. Dabei überfielen die Bewohner 1520 einen spanischen Konvoi und nahmen etwa 75 Männer, Frauen und Kinder, sowie 45 Soldaten und etwa 350 Verbündete indigener Gruppen aus dem heutigen Mexiko gefangen. Laut alten Berichten opferten die Bewohner die Gefangenen über Monate hinweg.

Die Köpfe der gefangenen spanischen Frauen wurden auf Schädelgestellen direkt neben denen der Männer aufgehängt. Zudem ergaben die Analysen der Knochen, dass einige der Frauen schwanger waren. Weiterhin entdeckten die Archäologen unter anderem den halbierten Körper einer Frau, der direkt neben den Überresten eines zerstückelten, drei bis vier Jahre alten Kindes lag.


Darstellung von INAH zu den spannendsten Funden und Forschungsergebnissen.

Imitation von mythologischen Szenen statt Rache

Die Zerstückelung der Gefangenen soll jedoch kein zufälliger Akt der Blutrünstigkeit oder Rache gewesen sein. Vielmehr, so sagten die Experten, schufen oder imitierten die Bewohner von Zultepec mythologische Szenen mit den Körpern. „Die Bewohner von Zultepec haben die Schöpfungsmythen neu erschaffen“, sagte der Archäologe Enrique Martínez.

Zum Beispiel wurde ein spanischer Mann zerstückelt und verbrannt, um die mythischen Schicksale der aztekischen Götter nachzubilden. Dieser Mythos ist als „El Quinto Sol“ (zu Deutsch: „Die Fünfte Sonne“) bekannt.


Überreste der Stadt Zultepec (heute Tecoaque genannt).

Überfall auf die Eroberer

Der Konvoi bestand aus Menschen, die ein Jahr nach der ersten Landung von Hernán Cortés im Jahr 1519 aus Kuba in eine zweite Expedition geschickt wurden. Sie waren beladen mit Vorräten und Besitztümern der Eroberer und auf dem Weg in die aztekische Hauptstadt. Da die Reise mit den schwer beladenen Wägen nicht schnell genug voranging, war Cortés gezwungen, den Konvoi mit seinen besten Soldaten vorzeitig zu verlassen.

Langsam und schutzlos ausgeliefert überfielen die Bewohner von Zultepec den Konvoi und nahmen die Menschen gefangen. In türlosen Zellen wurden sie über sechs Monate lang ernährt, sagten die Experten. Nach und nach opferte die Stadt die Pferde, Männer und Frauen und aß sie anscheinend. Die von den Spaniern mitgeführten Schweine wurden stattdessen getötet und unverspeist zurückgelassen.


Die menschlichen Überreste von gefangenen und rituell hingerichteten Spaniern.

„Der Ort, an dem sie sie gegessen haben“

Im klaren Gegensatz dazu stehen die Skelette der gefangenen Europäer. Die Bewohner des Dorfes zerteilten die Gefangenen und schnitten ihnen das Fleisch von den Knochen, wie Schnittmarken beweisen.

Als Cortes erfuhr, was mit seinen Anhängern geschah, schickte er seine Truppen zu einem Vergeltungsschlag. Als die Bewohner von dem bevorstehenden Angriff erfuhren, entsorgten sie die Überreste der Spanier in flache Brunnen und versuchten aus der Stadt zu fliehen. Bei ihrer Ankunft töten Cortés‘ Truppen unzählige Menschen und brannten die Stadt völlig nieder. Bereits ein Jahr später eroberte Cortés die aztekische Hauptstadt Tenochtitlan.

Nach der Zerstörung durch die Spanier nannten sie die Stadt „Tecoaque“, was „der Ort, an dem sie sie gegessen haben“ bedeutet. (ts)


Unterstützen Sie unabhängigen und freien Journalismus

Danke, dass Sie Epoch Times lesen. Ein Abonnement würde Sie nicht nur mit verlässlichen Nachrichten und interessanten Beiträgen versorgen, sondern auch bei der Wiederbelebung des unabhängigen Journalismus helfen und dazu beitragen, unsere Freiheiten und Demokratie zu sichern.

Angesichts der aktuell schwierigen Zeit, in der große Tech-Firmen und weitere Player aus dem digitalen Werbemarkt die Monetarisierung unserer Inhalte und deren Verbreitung einschränken, setzt uns das als werbefinanziertes Nachrichten-Portal unter großen Druck. Ihre Unterstützung kann helfen, die wichtige Arbeit, die wir leisten, weiterzuführen. Unterstützen Sie jetzt Epoch Times indem Sie ein Abo abschließen – es dauert nur eine Minute und ist jederzeit kündbar. Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Monatsabo ab 7,90 Euro Jahresabo ab 79,- Euro

Gerne können Sie EPOCH TIMES auch durch Ihre Spende unterstützen:

Jetzt spenden!


Kommentare
Liebe Leser,

vielen Dank, dass Sie unseren Kommentar-Bereich nutzen.

Bitte verzichten Sie auf Unterstellungen, Schimpfworte, aggressive Formulierungen und Werbe-Links. Solche Kommentare werden wir nicht veröffentlichen. Viele Kommentare waren bisher schon anregend und auf die Themen bezogen. Wir bitten Sie um eine Qualität, die den Artikeln entspricht, so haben wir alle etwas davon.

Da wir die juristische Verantwortung für jeden veröffentlichten Kommentar tragen müssen, geben wir Kommentare erst nach einer Prüfung frei. Je nach Aufkommen kann es deswegen zu zeitlichen Verzögerungen kommen.

Die Kommentarfunktion wird immer weiter entwickelt. Wir freuen uns über Ihr konstruktives Feedback, sollten Sie zusätzliche Funktionalitäten wünschen an [email protected]


Ihre Epoch Times - Redaktion