Aktivist von „Fridays for Future“ kandidiert für Bundestag: Positionen nicht zu radikal, nur falsch kommuniziert

Von 29. März 2021 Aktualisiert: 29. März 2021 22:30
Dass die Grünen vor der Corona-Krise erstmals bundesweit über 20 Prozent in der Wählergunst erreicht hatten, verdankten sie nicht zuletzt dem medialen Rückenwind für „Fridays for Future“. Ihr Corona-Tief haben sie nun überwunden – auf FFF trifft das jedoch nicht zu.

Die Grünen haben in Deutschland ihren Popularitätsrückgang aus der Anfangsphase der Corona-Krise überwunden und profitieren vom Absturz der Union in der Wählergunst. In Baden-Württemberg behauptete die Partei ihren Führungsanspruch und bundesweit könnte sie in der Wählergunst CDU und CSU sogar überholen.

Die Bewegung „Fridays for Future“ verzeichnet hingegen nicht mehr annähernd den Zulauf, den sie 2019 noch hatte – und in einigen Bereichen machen sich sogar Konfliktlinien im Verhältnis zu den Grünen bemerkbar.

Grüne in Hessen haben „Kommunikation mit der Bewegung zurückgefahren“

Bereits im November des Vorjahres hatte der bekannte 20-jährige FFF-Funktionär Jakob Blasel, der für die Ökosozialisten in den Bundestag will, in einem Interview mit der „Zeit“ eine „Entfremdung“ beklagt, die er auch selbst erlebt habe – und eine zunehmende Skepsis mit Blick auf sein Engagement.

Den Grünen, so Blasel, bereite es Schwierigkeiten, sich immer wieder selbstkritisch zu hinterfragen.

Zudem hätten „Fridays for Future“-Demonstranten dem an der hessischen Landesregierung beteiligten Landesverband dessen Position in Sachen Besetzungsaktionen übelgenommen: „Die Grünen in Hessen etwa haben rund um den Dannenröder Forst ihre Kommunikation mit der Bewegung sehr zurückgefahren, das stört so ein Verhältnis. Auch mir nehmen Leute übel, wie mit Aktivistinnen und Aktivisten umgegangen wird. Das haben die hessischen Grünen zumindest nach außen hin nicht allzu stark kritisiert.“

Blasel: „Ich überzeuge niemanden, indem ich ihm sein Mettbrötchen nehme“

In der Partei seien, so Blasel, „leider noch nicht alle davon überzeugt, dass wir mit einem ausreichend konsequenten Klimaprogramm antreten müssen“. Vergangene Wahlgänge, in denen zu radikale Positionen zu schlechten Ergebnissen der Grünen beigetragen hätten, wirkten auf viele langjährige Parteimitglieder noch als „Trauma“ nach.

Dabei, so Blasel, seien die Positionen noch nicht einmal „zu radikal“ gewesen, sondern nur falsch kommuniziert worden: „Ich überzeuge doch niemanden, wenn ich ihm sein Mettbrötchen am Donnerstag wegnehme. Wir müssen das als Systemkrise kommunizieren. Wenn das Benzin teurer wird, müssen die Alternativen günstiger werden. Das ist etwas, was Menschen verstehen können.“

„Klimaliste“ wurde bei Landtagswahlen durchgereicht

Bereits damals gab Blasel seiner Befürchtung Ausdruck, dass zu stark realpolitisch ausgerichtete Grüne ein Ausfransen an den Rändern riskierten – mit der Folge, dass radikale Klimaparteien zwei bis drei Prozent der Stimmen kosten könnten, selbst jedoch unwirksam blieben.

Bei den jüngsten Landtagswahlen in Baden-Württemberg kam eine erstmals antretende „Klimaliste“ auf 0,9 Prozent – und blieb damit hinter der Satireliste „Die PARTEI“ und einer von zwei „Querdenker“-Parteien. In Rheinland-Pfalz erreichte eine ähnliche Gruppierung, auf der Aktivisten von FFF, Extinction Rebellion und „Parents for Future“ kandidierten, 0,7 Prozent.

Mehr als ein Prozent der Stimmen erreichten Klimalisten bislang nur in einzelnen Gemeinden wie Kempten oder Erlangen, wo sie bei den Kommunalwahlen 2020 Ergebnisse von 5 beziehungsweise 3,9 Prozent erzielt hatten, und in der 20.000-Einwohner-Gemeinde Nottuln (NRW) mit 4,2 Prozent.

Fridays for Future in „extremer Ratlosigkeit“

Im „Focus“ will der Hamburger Politikwissenschaftler Wolfgang Kraushaar die Bewegung zwar noch nicht abschreiben, er sieht bei FFF derzeit jedoch „eine extreme Ratlosigkeit drüber, was es braucht, um den nächsten Schritt zu gehen“.

Der Bewegung sei es „trotz anfänglichem Gegenwind aus der Politik“ gelungen, sich „beim Thema Klimakatastrophe als zentrale öffentliche Stimme zu etablieren“. Allerdings werde sie „letzten Endes nicht dazu in der Lage sein, die notwendigen Veränderungen zur Bewältigung der Klimakrise in Gang zu setzen“.

Die meisten der Aktivisten „laufen einer Utopie hinterher“, so Kraushaar. Die Bewegung werde nur dann eine Chance haben, wenn sie Kooperationen mit EU, Gewerkschaften oder Parteien suche – und ihre Forderungen in den Kontext der „Existenz einer globalisierten neo-liberalen Ökonomie“ stelle.



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