Chinesische Studenten klauen Know-how in US-Universitäten – in China werden sie damit berühmt + Video

Von 19. Juni 2018 Aktualisiert: 19. Juni 2018 7:25
Die Kommunistische Partei benutzt das internationale akademische System, um neueste Forschungsdaten und Technologie zu stehlen. Ein Video über einen Unsichtbarkeitsumhang machte darauf aufmerksam.

Solche Geschichten, die in Spionagenromanen gelesen werden könnten, gibt es jetzt live im alltäglichen Leben, in den USA.

Mit den von US-Präsident Donald Trump eingeführten Maßnahmen gegen den Diebstahl von intellektuellem Eigentum (IP), haben die akademischen Spione nicht nur die Aufmerksamkeit vom Kongress auf sich gelenkt, sondern sie tauchen inzwischen auch auf chinesischsprachigen Internetseiten auf. Einige Artikel verdeutlichen, weshalb die US-Regierung die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) des IP-Diebstahls bezichtigt.

Warum muss die US-Regierung die Visa chinesischsprachiger Studenten in wissenschaftlichen Fächern beschränken? Viele Leute kennen den wirklichen Grund nicht.

Schwachstelle: Universität

Laut Statistiken des US-Verteidigungsministeriums wurde nahezu ein Viertel aller Diebstähle, die sensible Informationen betreffen, über akademische Institutionen durchgeführt.

In einer Anhörung sagte die ehemalige Beauftragte  für Antispionage, Michelle Van Cleave, Freiheit und Offenheit hätten die USA zu einem „Himmel für Spione“ gemacht. Chinesische Kommunisten und russische Agenten kämen mit einer Einkaufsliste in die USA.

E. W. Priestap, stellvertretender Direktor der Antispionageabteilung des FBI, sagte am 6. Juni im Unterausschuss des Senats, dass bis März 2018 1,4 Millionen internationale Studenten und Professoren an der offenen und freien akademischen Umgebung teilnehmen würden. Genau diese offene Umgebung setzt die akademischen Kreise einem Risiko aus. Einige ausländische Individuen, insbesondere ausländische Regierungen, versuchen illegal, akademische Forschungen und Informationen zu erlangen, um ihre wissenschaftlichen, ökonomischen und militärischen Entwicklungsziele zu erreichen. Durch diese Praktiken können sie eine Menge Geld, Zeit und Ressourcen sparen.

Priestap sagte auch, ihre zunehmend ausgereiften Methoden wären  eine Bedrohung für die akademischen, ökonomischen und militärischen Angelegenheiten und untergrüben die nationale Sicherheit.

In den letzten zwei Monaten haben die Vereinigten Staaten in Betracht gezogen, keine chinesischen Bürger mehr mit sensiblen Forschungen in Berührung kommen zu lassen.

Die New York Times berichtete, dass die Vorfälle, die Li Ruopeng betreffen, die US-Regierung veranlassten, solche Überlegungen anzustellen.

Liu und die „unsichtbare Kleidung“

Sein Erfolg in China wurde von einer amerikanischen universitätseigenen Zeitung der Duke Universität hinterfragt. Liu Ruopeng war ein Hype im Internet, weil er in einem Video angeblich seine neuste Erfindung, einen unsichtbaren Umhang, präsentiert hat. Ein Umhang, der eine Person unsichtbar werden lässt, sobald man ihn anlegt.

Ob es echt ist oder nicht – der Hintergrund von Liu Ruopeng, macht deutlich, wie er durch seine akademische Ausbildung in den USA an technologisches Know-how des Pentagons gelangen konnte.

Liu machte seinen Doktor 2009 an der Duke Universität. Zwei Jahre nachdem er in seine Heimat zurückgekehrt war, gründete er die zwei Firmen „Guangqi Science“ und „Guangqi Technology“. Die Medien der KPCh lobten seine Talente und seine Erfindung des „unsichtbaren Umhangs“, der die Welt in Staunen versetzte. Liu wurde bekannt als „Chinas Pionier für Metamaterialien“. Lius Forschungsinstitut sicherte sich mehr als eintausend Patente und wird von der chinesischen Regierung hochgeschätzt. Für seine Arbeit wurde er in den 13. Volkskongress der KPCh berufen.

Die auffällige Technologie des Unternehmens zog die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf sich. Die Zeitung der Duke Universität „The Chronicle“ veröffentlichte einen Artikel, der einen möglichen IP-Diebstahl Liu Ruopengs an der Universität zum Gegenstand hatte.

In dem Bericht heißt es, dass Liu teil eines Forschungsteams war, das vom Pentagon finanziert und von David R. Smith geführt worden ist. Das Team erforschte und entwickelte hauptsächlich Tarnmaterialien.

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Unsichtbarkeitstechnologie ist besonders wichtig für die militärische Anwendung und kann Kampfflugzeugen helfen, vom Radar unbemerkt zu bleiben.

Liu Ruopeng, schlug kurz nach seiner Aufnahme in das Team vor, in Kooperation mit Cui Tiejun vom Millimeterwellenlabor der Dongnan Universität zu treten. Er schlug auch vor, Cuis Forschungsteam einzuladen. Die Kosten für den Besuch würden von der chinesischen Regierung getragen.

Das Ergebnis war ein Besuch von Cuis Team in Smiths Labor, bei dem sie sogar Fotos und Vermessungen von den Instrumenten machten.

In akademischen Kreisen war es kontrovers, dass eine Besuchergruppe Experimentequipment während eines Laborbesuches fotografierte. Um ihren Wettbewerbsvorteil zu halten, verboten einige Wissenschaftlerteams Fotografien ihrer Laboratorien. So schreibt es Pulitzerpreisträger Daniel Golden in seinem Buch „Spy Schools“.

Das FBI hat später herausgefunden, dass das Labor von Smith in China zügig nachgebaut worden ist. Jeder Millimeter der Instrumente ist kopiert worden.

Der Instrumentendesigner und Mitarbeiter in Smiths Team, Bryan Justice, sagte, dass er länger als ein Semester daran gearbeitet hatte, das Instrument zu entwickeln, zu designen und sämtliche Probleme zu beheben, nur damit es in China innerhalb weniger Wochen exakt kopiert werden konnte – und das war nur so schnell möglich, weil die harte Arbeit bereits von den Entwicklern getan worden ist.

Cuis Team hatte auf Vorwürfe, die Instrumente kopiert zu haben und auch Fotos in Smiths Labor gemacht zu haben nicht zurückgewiesen. Aber er bestritt, die Fotos für den Nachbau verwendet zu haben.

Während seiner Zeit an der Duke Universität hatte Liu Ruopeng auch sogar Experimentergebnisse kopiert und als seinen eigenen Erfolg dargestellt. An der Universität arbeitete er mit einem Doktor zusammen, der ihn neben anderen Studien mit Forschungsergebnissen über Metamaterie und deren Verwendung zum Biegen von Licht versorgte. Kurz darauf fand man heraus, dass Cui die gleichen Ergebnisse in China erzielt hatte, und es als eine große Entdeckung von Cuis Forschungsteam ausgab.

Golden enthüllte auch, dass die chinesische Regierung einen von Liu Ruopeng organisierten Besuch von Smiths Team finanzierte. Smith und sein Team wurden von Cui eingeladen, wobei die gesamte Reise kostenlos war. Smith hoffte einen Tag länger in China bleiben zu können, um touristische Orte zu besuchen. Liu widersprach ihm und erzählte ihm, dass sein Besuch von der KPCh und Cui gezahlt wurde und dass er deshalb seine ganze Zeit nutzen solle, um technischen Rat zu geben und Reden zu halten.

Golden verdeutlichte in seinem Artikel, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass die KPCh von ihm erwartete, ihre Projekte voll zu unterstützen. Liu wollte, dass Smith bei dem „Plan 111“ der KPCh mitmachte und plante bereits Seminare über Metamaterial, die Smith halten sollte. Er erzählte Smith, dass die Teilnahme an diesem Plan die Kooperation stärken würde, verschwieg aber die wahren Ziele des Plans. Der Plan 111 wurde vom Bildungsministerium zusammen mit dem „Staatsbüro für ausländische Experten“ gebildet. Ziel ist es, bekannte ausländische Experten anzuwerben, um das Bildungs- und Innovationsniveau an chinesischen Universitäten zu erhöhen.

Später stellte Smith fest, dass Liu Ruopeng darauf aus war, mit seinen Kollegen neue Technologien aus den Vereinigten Staaten zu bekommen.

Golden sagte, dass Liu eine Grauzone nutzte, um sensible Technologien und Informationen aus den USA zu entwenden und der chinesischen Regierung zukommen zu lassen. Er sagte auch, dass der Erfolg von Liu nur eine Maskerade sei. Er basiert nur auf gestohlenem Wissen und der Arbeit anderer. Dieses Wissen wurde von chinesischen Spionen aus akademischen Kreisen entwendet.

Internationales Akademikersystem lädt Spione ein

Die New York Times berichtete, dass die KPCh angeblich eine unsichtbare Barriere getestet hat, die es Flugzeugen erlaubt, plötzlich vom Radarbildschirm zu verschwinden. Dieser Vorfall zieht einmal mehr die Aufmerksamkeit der amerikanischen Regierung auf den Diebstahl geistigen Eigentums.

Im April wurden vom Wissenschafts- und Technologieausschuss des Repräsentantenhauses Bedenken geäußert, dass die KPCh gezielt „wissenschaftliche Spione“ an Universitäten platziert. Golden wurde eingeladen, um vor dem Ausschuss auszusagen. Golden sagte, dass die Internationalisierung amerikanischer Universitäten diese zu einem leichten Ziel im internationalen Spionagekrieg gemacht habe.

Chinesische Studenten, die in den USA studieren, machen ca. ein Drittel aller internationalen Studenten in den USA aus. Golden sagte, dass die meisten chinesischen Studenten keine Bedrohung darstellten, sondern Vielfalt und Leben in das amerikanische universitäre Leben bringen. Aber ein geringer Teil sei bereits wegen Spionage vom US-Gerichtshof angezeigt worden.

Er sagte, dass im Jahr 2000 mindestens 30 chinesische Studenten von den USA wegen Wirtschaftsspionage, Diebstahl von Unternehmensgeheimnissen oder Ähnlichem angezeigt worden sind. Die Schulen, an denen sie studieren sind unter anderem, Harvard, Stanford, Columbia und Cornell. Er sprach vom „Eintausend-Talente-Plan“ der KPCh und dem Plan 111. Bei beiden geht es darum, Talente aus dem Ausland abzuwerben und nach China zu bringen. Golden betonte, beide Pläne wären potentielle Motive für den Diebstahl von Technologie in den USA.

Prestap, stellvertretender Direktor der Antispionageabteilung des FBI, glaubt auch, dass das sogenannte „brain gain“ der KPCh die Bedrohung des IP-Diebstahls an amerikanischen Hochschulen verschärft hat. Zum Beispiel der „Einausend-Talente-Plan“: Die KPCh bietet viel Geld, um im Ausland lebende chinesische Talente und ausländische Experten nach China zu ziehen und ihr Wissen und ihre Erfahrungen mitzubringen.

Daten zeigen, dass einmalige Zahlungen von bis zu einer Million Yuan (knapp 134 Tausend Euro) erfolgen können, um eine Zielperson nach China zu holen.

Laut einem Bericht in der People‘s Daily, einer Zeitung der KPCh, betonte die KPCh bei der „Zentralen Konferenz für vereinte Arbeit“, dass im Ausland studierende Chinesen die neue Front ihrer Arbeit sein. Sie betonte, die Solidarität der Studenten zur KPCh und dass sie nicht nur zusammen arbeiten sollen, sondern auch „Nutzen“ herausbilden sollen.

Michael Wessel, Mitglied im Ausschuss für US-China Wirtschafts- und Sicherheitsaufsicht, sagte, die größte Bedrohung dieser Projekte sei es, dass sie Unternehmenseigentum und vertrauliche Informationen an die KPCh liefern. Das könnte schnell gesetzeswidrig sein.

Beschränken sich diese Spionagefälle nur auf Chinesen?

Priestep betonte, dass die FBI-Untersuchungen sich nicht auf bestimmte ethnische Gruppen richten. Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die „Aktionen“. Die Spionageverbrechen der chinesischen Bürger sind unproportional höher, als die von Staatsangehörigen anderer Länder.

Priestep enthüllte einige gängige Methoden, die für den Informationsaustausch an amerikanischen Hochschulen verwendet werden. Darunter: Stehlen von unveröffentlichten Daten, Laborgestaltungen, Experimentabläufen, Forschungsproben, Entwürfen und modernster Software.

Die USA werden die Anforderungen für ein akademisches Visum für bestimmte Gruppen von Chinesen verschärfen.

Edward Ramotowski ist Beamter des US-Visabüros und ist verantwortlich für die Aufsicht von Visaprozessen für mehr als 200 Botschaften und Konsulaten. Er bestätigte, dass ab dem 11. Juni, chinesische Studenten, die sensible Fächer studieren, genau geprüft werden. Trotzdem heißt das nicht, dass den Menschen die Einreise verweigert wird. Wenn sie akzeptiert werden, bekommen sie mehrere Reisevisa pro Jahr. Das Visum kann auch erneuert werden. Chinesische Studenten in anderen Fächern werden von den härteren Regulierungen nicht betroffen sein.

Das Original erschien in der englischen EPOCH TIMES (deutsche Bearbeitung von tp).

Originalartikel: 从“隐形衣”看深藏美校园的“学术间谍”